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Segeberg Jugendliche verwüsten Schöpfergarten
Lokales Segeberg Jugendliche verwüsten Schöpfergarten
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17:12 10.09.2019
Von Michael Stamp
So finden die Ehrenamtler den Schöpfungsgarten vor. Ein Abriss des Pavillons, der von jungen Leuten gern als diskreter Unterschlupf genutzt wird, wäre ein Problem: In dem Gebäude sind die Gartengeräte untergestellt. Quelle: Privat
Bad Segeberg

Der 1200 Quadratmeter große Garten war vor zehn Jahren mit dem Ziel gegründet worden, Menschen unterschiedlicher Generationen miteinander in Kontakt zu bringen. Doch davon kann inzwischen kaum noch die Rede sein. „Ältere Gäste haben Angst, diese einst so schöne Anlage zu betreten, weil lauthals von Gruppen dort randaliert wird“, sagt Michael Modrow. Der Leiter des benachbarten Kindergartens schaut mittlerweile, bevor eine Kindergruppe dort ins Grüne geht, lieber erst mal nach, „ob man den Kindern die Anlage anbieten kann“. 

Kindergarten-Kürbisse wurden kaputt getreten

Von unliebsamen Besuchern werden die Beete gern mal als Toilette missbraucht. „Dorthin wird uriniert und wir finden auch menschlichen Kot“, sagt Modrow. Vom Gemüseanbau habe man sich allein schon aus diesem Grund verabschiedet. „Als wir zum Ernten kamen, waren unsere Kürbisse alle kaputt getreten. Die Kinder hatten Tränen in den Augen.“

Schon zwei Rasenmäher geklaut

Die Liste der Missetaten ist lang: Die Täter treten Holzstege kaputt, reißen Pflanzen aus den Beeten, stehlen allerlei Gewächse, zerstören die Bienenstöcke des Imkers Wolfgang Schroeder, beschmieren die Wand des Pavillons mit unflätigen Sprüchen und brechen das Gebäude zu allem Überfluss auch noch auf, um die dort deponierten Gartengeräte zu stehen. Zwei Rasenmäher wurden geklaut – einer war zehn Jahre alt, der andere nur zehn Tage und auch noch sündhaft teuer. Mittlerweile werden laut Hausmeister Andreas Hellberg in dem Holzgebäude nur noch Harken und andere Gartengeräte gelagert, die es nicht zu stehlen lohnt. 

Pavillon von Graffiti-Künstler bemalen lassen?

Schroeder schlägt vor, das beschmierte Lärchenholz des Pavillons mit einem großflächigen Bild zu bemalen – so wie die Stromkästen in der Stadt. „Die werden seither in Ruhe gelassen.“ Sprayer vergreifen sich nur selten an kunstvoll gestalteten Flächen. Was den Pavillon im Schöpfungsgarten angeht, müsse aber noch Architekt Achim Kölbel um seine Zustimmung gebeten werden.

Auch schon Drogen gefunden

„Der Vandalismus ist das, was uns die Freude nimmt“, sagt Modrow. Wann immer man zur Anlage komme, liege alles voller Müll. Sogar Tütchen mit Marihuana wurden schon gefunden. Der etwas abseits gelegene Garten sei ein Treff für Drogengeschäfte. „Als neulich eine Sitzbank neu gemalt worden war, hing ein Zettel mit 'Frisch gestrichen’ dran“, erzählt Hellberg. „Der Zettel wurde angezündet.“ Prompt musste der Brandschaden an der Bank beseitigt werden. Manche Schäden arten sogar in echte Arbeit aus. Granitsteine lassen sich nur mit großer Anstrengung aus Hochbeeten reißen und durch die Gegend pfeffern. Alle Beschädigungen werden bei der Polizei angezeigt. Zu Ergebnissen habe das aber nie geführt.

Junge Täter zwischen 16 und 22 Jahren

Die Gruppe, die für die meisten Verwüstungen verantwortlich sein dürfte, besteht nach Schilderungen der Ehrenamtler je nach Tagesform aus drei bis acht jungen Leuten im Alter von etwa 16 bis 22 Jahren. Vor wenigen Tagen hat Hausmeister Hellberg miterlebt, wie ein 15-Jähriger nach offenkundigem Drogenkonsum auf dem nahegelegenen Friedhof kollabiert ist und von Notarzt und Sanitätern versorgt werden musste. 

15-Jähriger kollabierte auf dem Friedhof

Modrow betont, dass es bei der jetzigen Kritik nicht darum gehe, jemanden aus dem Schöpfungsgarten auszuschließen. Junge Leute seien ausdrücklich willkommen – aber nur, wenn sie die Grünanlage mit Respekt behandeln. In ihrer Verzweiflung denken die Ehrenamtler, zu deren auch Karin Willumeit und Ursula Bülow gehören, schon über eine dauerhafte Schließung des Gartens nach. Modrow: „Das wäre ein Offenbarungseid.“  

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