Vier-Sternehaus soll Hotelruine in Bad Bramstedt ersetzen
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Lokales Segeberg Vier-Sternehaus soll Hotelruine ersetzen
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15:35 16.05.2020
Von Einar Behn
Das Hotel Gutsmann war einst ein Vier-Sterne-Haus. Nach einem Brandschaden 2013 wurde es nicht wieder eröffnet.
Das Hotel Gutsmann war einst ein Vier-Sterne-Haus. Nach einem Brandschaden 2013 wurde es nicht wieder eröffnet. Quelle: Sylvana Lublow
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Bad Bramstedt

Das Hotel Gutsmann ist seit einem Brandschaden 2013 geschlossen. "Auf Fotos ist zu sehen, dass der Schimmel sich bereits im ganzen Gebäude ausgebreitet hat“, erklärte Bürgermeisterin Jeske. Eine Sanierung würde teurer werden als ein Neubau, so ihre Vermutung. Der Eigentümer, die Grand-City-Hotel-Gruppe (GCH), hat offenbar ihre Pläne fallen lassen, das Haus zu reaktivieren und will es nun verkaufen. Zwei Investoren haben sich  bei der Stadt gemeldet. Einer will dort seniorengerechte Wohnungen bauen, der andere wieder ein Hotel. 

Für Jeske steht fest: "Wir brauchen in Bad Bramstedt dringend wieder ein zweites großes Hotel. Die Lage zwischen den beiden Kliniken ist einfach fantastisch", findet sie. Das sehe auch der Hotelinvestor so. „Und wir haben eine große Nachfrage, uns fehlen Hotelbetten in der Stadt." Dem Interessenten hat Jeske Vertraulichkeit zugesagt, den Namen will sie nicht preisgeben. Nur so viel: Es soll ein Vier-Sterne-Haus werden, so wie Gutsmann es auch einmal war. 

Gleiche Eigentümer wie beim Tryp Hotel

Nun gilt es den bisherigen Eigentümer zu überzeugen, sein Grundstück an ein Gastronomieunternehmen zu veräußern, was schwierig werden könnte. Die GCH ist nämlich auch Eigentümer der anderen großen Bad Bramstedter Herberge: das Hotel Tryp by Windham, ein Drei-Sterne-Haus. Der international tätige Konzern wird möglicherweise wenig Neigung verspüren, sich Konkurrenz in die Nachbarschaft zu holen. Ihm sind seniorengerechte Wohnung wahrscheinlich lieber.

Doch die Stadt Bad Bramstedt hat über das Baurecht das Zepter in der Hand. Der Bebauungsplan sieht dort ein "Kurhotel" vor, wie Gutsmann früher hieß. Der Plan müsste zwar ohnehin angepasst werden, das Bauleitverfahren liegt aber in der Hand der Stadt. Jeske hat sich auch schon die Rückendeckung der Kommunalpolitik geholt. Auch die hat Interesse an einem weiteren großen Hotel. „Wir werden als Gewerbestandort wachsen, dafür brauchen wir ein Hotel, dass auch Kongressräume anbietet", sagt die Bürgermeisterin. Aber genau die hat auch das Tryp Hotel.

Kooperation mit Klinikum geplant

Und es gibt noch ein weiteres Argument für den Hotelinvestor. Er will mit dem Klinikum Bad Bramstedt kooperieren, das Teile seines weitläufigen Geländes gerne abstoßen will.

Bis in die Neunzigerjahre betrieb die damalige Rheumaklinik einen eigenen Kurpark auf ihrem Gelände. Ein Wildgehege gab es dort, einen Ententeich und Ziegen. Sogar eine eigene Gärtnerei wurde betrieben, die den Park pflegte und mit Blumen bepflanzte. Doch seit dem die Kuren nur noch sehr eingeschränkt verordnet und Krankenhäuser nach Fallpauschalen bezahlt werden, ist dafür kein Geld mehr übrig. Das Klinikum war deshalb auch schon an die Stadt herangetreten, ob sie die Anlagen übernehmen will. Die Stadt lehnte dankend ab. Nachdem auch noch das Haus am Teich des Klinikums abgerissen worden war, ist auch dieses Grundstück ungenutzt.

Wie genau eine solche Kooperation aussehen könnte, ist bisher nicht nach außen gedrungen. Es wird aber Thema in der Planungsausschusssitzung am Montagabend sein - unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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