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Segeberg Vier Tage Trubel auf dem Festplatz
Lokales Segeberg Vier Tage Trubel auf dem Festplatz
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14:28 08.09.2019
Von Klaus-Ulrich Tödter
Erstmals Gäste bei der traditionellen Eröffnung des Kaltenkirchener Jahrmarkts waren Landrat Jan Peter Schröder (links), das "Burgfräulein" Annelie von Kiedrowski und Bürgermeister Udo Burzyk (rechts) aus Kaltenkirchens Partnerstadt Putlitz in Brandenburg. Darüber freuten sich Bürgermeister Hanno Kraus (2. von rechts) und Bürgervorsteher Hans-Jürgen Scheiwe. Quelle: Klaus-Ulrich Tödter
Kaltenkirchen

Bereits eine Stunde vor dem offiziellen Start durch einen Salut der Schwarzpulverschützen vom Kaltenkirchener Schützenverein um 15 Uhr war das Gelände bereits sehr voll. Und so ging die Eröffnungs-Begrüßung durch Bürgervorsteher Hans-Jürgen Scheiwe dann auch im Marktlärm unter. „Wenn das Wetter bis zum Ende am Montagabend hält, rechne ich mit rund 30 000 Besuchern“, sagte Marktmeister Werner Finnern.

Politiker machten traditionell einen Rundgang

Zur Jahrmarktstradition gehört stets der Rundgang durch die Budenstadt, den Bürgermeister und Bürgervorsteher mit Stadtvertretern und Amtskollegen aus dem Umland unternehmen. Dass immer so viele Repräsentanten aus der Nachbarschaft teilnehmen, bezeichnete Bürgermeister Hanno Krause als ein Indiz für die gute Zusammenarbeit. „Wir gehen immer offen und ehrlich miteinander um.“ Erstmals dabei war in diesem Jahr Landrat Jan Peter Schröder, der sich von der Vielzahl an Fahrgeschäften und Buden beeindruckt zeigte: „Das ist schon ein besonderer Markt in der Region und identitätsstiftend für Kaltenkirchen.“

Auch ein Burgfräulein war zu Gast

Aus Kaltenkirchens Patenstadt Putlitz in Brandenburg war Udo Burzyk gekommen, der im Mai Bernd Dannemann als Bürgermeister ablöste. Der neue Amtsinhaber hatte auch sein "Burgfräulein" Annelie von Kiedrowski mitgebracht, für die Kaltenkirchen aber kein unbekanntes Terrain ist, „denn meine Schwester wohnt in Bad Segeberg“. Daher kenne sie auch Kaltenkirchen.

88 Schausteller wählte der Marktmeister aus

Der Kaltenkirchener Jahrmarkt hat in all den Jahren auch bei den Schaustellern nicht an Attraktivität verloren. 230 Bewerbungen lagen vor, aber nur 88 davon konnte Marktmeister Finnern berücksichtigen, der seit 44 Jahren im Amt ist und wieder einen guten Mix zusammengestellt hat. Gerne hätte er auch ein Riesenrad auf dem Gelände gesehen. „Aber das hierher zu bekommen, wird immer schwieriger“, so der Marktmeister. So sei alleine schon die Anreise aufwendig. Für die Gerätschaften sei wegen der Größe eine Sondergenehmigung für den Transport und ein Begleitfahrzeug nötig. „Und ein Betreiber kommt nur, wenn er eine Tour mit mehreren Märkten zusammenstellen kann. Und darauf haben wir keinen Einfluss“, so Finnern.

Polizei: keine besonderen Vorkommnisse

Aber auch ohne das riesige Rad ist das diesjährige Angebot groß. Für Adrenalin-Junkies gibt es den „Jumper“, den „Ultimate“ oder den „Dancer“. „Der ist echt heftig, aber macht richtig Spaß“, sagte Tim Schmidt (17) aus Henstedt-Ulzburg: „Ich habe mir gleich drei Fahrten gegönnt.“

Und natürlich kommen auch die Kinder beim Markt nicht zu kurz. „Kuddel der Hai“, den „Mini-Star-Lifter“ oder einfache Karussells mit Feuerwehr- oder Polizeiauto gibt es. Und auch die Jahrmarktsromantik geht nicht verloren, denn Zuckerwatte, Luftballons und Losbuden sind wie immer dabei. 

Der Eröffnungstag endete wie immer mit einem Großfeuerwerk. Die Schausteller waren mit den ersten drei Tagen hochzufrieden. „Die Umsätze stimmen, haben sie mir verraten“, sagte Finnern, der sich besonders freute, dass der Jahrmarkt bisher ohne besondere Vorkommnisse verlief. Das bestätigte auch ein Polizeisprecher. Zwar habe es die eine oder andere Rangelei zwischen Betrunkenen gegeben, aber das sei bei solchen Veranstaltungen normal.

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