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Segeberg Wolf lief vor die Filmkamera
Lokales Segeberg Wolf lief vor die Filmkamera
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19:44 29.05.2018
Von Einar Behn
Volker Kundikow betreibt das Tierfilmen schon seit vielen Jahren. Quelle: Einar Behn
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Großenaspe

Nachdem der letzte Wolf 1820 bei Brokenlande, einem Ortsteil von Großenaspe, erlegt worden war, wurde erst 2007 ein Wolf in Schleswig-Holstein wieder gesichtet, leider tot. Seitdem konnte die Existenz von Wölfen im nördlichsten Bundesland immer wieder mal nachgewiesen werden, durch DNA-Untersuchungen von Losungen, gerissenen Tieren oder Fotofallen. Eine Filmaufnahme gelang aber noch nie. Dabei war Kundikow gar nicht darauf aus, das Raubtier zu filmen. „Ich saß wie so oft abends mit Christian Stölting auf dem Hochsitz“, erzählt der Tierfilmer. Stölting ist passionierter Jäger, der den Filmer gerne mit auf die Pirsch nimmt. Als dann der Wolf auftauchte, kam Hektik auf. „Ich musste erst einmal das richtige Objektiv auf meine Kamera setzen“, so Kundikow. Knapp zwei Minuten konnte der Naturliebhaber das Tier filmen.

Etliche Abende stundenlang warten

Das alles hört sich nach Zufallstreffer an. Doch ganz so ist es nicht. Kundikow, pensionierter Dreher, betreibt das Tierfilmen schon seit vielen Jahren, sitzt an etlichen Abenden stundenlang in der Natur und wartet ab, wer sich vor seinen Teleobjektiven zeigt. Spektakuläre Aufnahmen sind ihm schon gelungen: tanzende Kraniche, Seeadler auf Beutezug und röhrende Rothirsche. Dn Wolf filmte er ganz in der Nähe seines Wohnortes, etwas nördlich von Großenaspe.

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Kundikow glaubt, dass sich weit mehr Wölfe in der Gegend aufhalten, als bekannt ist. Immer wieder findet er Skelette von Wildtieren, die möglicherweise von Wölfen gerissen wurden. Die Knochen lagen aber schon zu lange herum, um noch einen DNA-Nachweis führen zu können. Dass es sich bei dem gefilmten Tier um einen Wolf handelt, ist unstrittig. Experten des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) haben es bestätigt.


Ortskenntnisse sind für den Tierfilmer wichtig

„Die Leute sagen häufig, ich gehe durch den Wald und sehe nie ein Tier“, erzählt Kundikow. „Aber so einfach ist das auch nicht. Man muss beispielsweise die Windrichtung beachten. Rotwild kann über Hunderte Meter riechen.“ Ortskenntnisse sind natürlich auch wichtig. „Ich bin hier aufgewachsen, kenne jeden Tümpel in der Gegend.“

Vor allem aber ist Geduld gefragt. Stundenlanges Sitzen in der Natur und warten ist für Kundikow „Erholung pur“, auch wenn am Ende nicht immer das gewünschte Ergebnis auf der Speicherkarte ist. „Einmal hatte ich einen Seeadler vor der Kamera. Der saß auf einem Baum und bewegte sich nicht.“ Gut für einen Fotografen, für einen Tierfilmer aber nicht. „Nach zweieinhalb Stunden bin ich dann gegangen.“

Einar Behn 29.05.2018
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