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Segeberg Toni Köppen will Bürgermeister werden
Lokales Segeberg Toni Köppen will Bürgermeister werden
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08:49 09.03.2020
Von Nadine Materne
Toni Köppen (37) aus Seedorf will für die Wählergemeinschaft BBS als Bürgermeister ins Rathaus in Bad Segeberg. Quelle: Nadine Materne
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Bad Segeberg

Für den 37-jährigen Köppen ist die Kandidatur kein Schaulaufen: „Wenn ich antrete, will ich auch gewinnen.“ Toni Köppen lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Seekamp, einem Ortsteil der Gemeinde Seedorf.

Vom Kaufmann zum IT-ler

Köppen ist gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann. Nach dem Bundeswehrdienst hat er einige Jahre in einem Baustoffhandel in Plön gearbeitet, bis er 2010 von seinem Kieler Ausbildungsbetrieb zurückgeholt worden sei – in dann höherer Position. Dabei habe er als stellvertretender Marktleiter und Verkaufsleiter auch Führungspositionen besetzt und entsprechende Fortbildungen absolviert.

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2017 ist Köppen in die IT in seinem Unternehmen gewechselt und arbeitet dort im Bereich Lizenz-Management.

Seit 2013 sitzt Toni Köppen im Kreistag

Verwaltungsarbeit kennt Köppen aus seinem Berufsleben nicht. „Aber ich kenne die Arbeit mit Verwaltung von der anderen Seite“, sagt Köppen, der seit 2013 im Segeberger Kreistag sitzt. Zunächst für die Piraten, nun für die Wi-Se, deren Fraktionsvorsitzender er ist.

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Über die Arbeit bei der Wi-Se kam auch der Kontakt zur Wählergemeinschaft Bürgerblock Bad Segeberg zustande. Gemeinsam etwa wurde eine Diskussionsveranstaltung zum Thema Straßenausbaubeiträge in Bad Segeberg organisiert. „BBS und Wi-Se haben eine gemeinsame DNA“, sagt BBS-Fraktionsvorsitzender Jürgen Niemann.

Toni Köppen wurde angeworben vom BBS

Der BBS war bei der vergangenen Kommunalwahl sehr erfolgreich, ist zweitstärkste Kraft geworden, knapp hinter der CDU. Deshalb suchte der BBS seit Mitte 2019 einen eigenen Bürgermeisterkandidaten.

Der Gedanke Bürgermeister zu werden ist für Toni Köppen kein absolut neuer. „Bei der letzten Kommunalwahl habe ich das tatsächlich für meine Heimatgemeinde überlegt.“ Es dann aber verworfen aus zeitlichen Gründen.

Als der BBS dann anfragte, „hat er sich eine Weile geziert“, sagt BBS-Fraktionsvorsitzender Jürgen Niemann. „Ich musste das mit meiner Familie besprechen“, begründet Köppen. Ein hauptamtliches Bürgermeisteramt sei ein komplett anderer beruflicher Schritt. Mindestens sechs Jahre wäre er dann aus seinem Beruf raus, in dieser Zeit verändere sich vieles.

Letztlich sei aber entscheidend gewesen, dass seine Familie ihn in seinem Vorhaben, Bürgermeister von Bad Segeberg zu werden, unterstütze. 

Toni Köppens Ziele als Bürgermeister: Digitalisierung und Jugendarbeit

Dass er es schaffen kann, daran zweifelt Köppen nicht. Und er sei ehrgeizig. „Wenn ich antrete, dann möchte ich gewinnen.“ Nur, um es mal zu probieren, dafür sei das Vorhaben zu energie- und zeitintensiv.

Ziele hat er bereits einige für eine eventuelle Amtszeit als Bürgermeister von Bad Segeberg, sagt Köppen. So möchte er die Digitalisierung der Stadtverwaltung voranbringen. Die Verwaltung soll für den Bürger transparenter werden. Mit technischen Lösungen sei es für Bürger einfacher, sich an die Verwaltung zu wenden, Unterlagen einzureichen, oder auch den Stand von Bearbeitungsvorgängen zu überblicken.

Ein Thema auch des BBS: "Ich verstehe nicht, warum man seinen Hund nicht online anmelden kann", sagt Niemann. Entscheidend könnte die Digitalisierung auch bei der Personalsuche sein: „Wir konkurrieren bei den Verwaltungsmitarbeitern mit dem Kreis und anderen Kommunen“, sagt Niemann. Mit Hilfe von Digitalisierung könnte das Arbeiten effizienter werden – und Arbeitsplätze attraktiver, etwa mit Homeoffice-Lösungen, ergänzt Köppen.

Toni Köppen: Junge Menschen mehr einbinden

Auch die Arbeit an einem neuen Verkehrskonzept nennt Köppen als eine kommende Aufgabe als Bürgermeister. Außerdem möchte er der Jugend mehr anbieten, damit sie nicht in die Metropolregion abwandert. Vor allem im Zentrum und nicht am Rand der Stadt. Das neue Jugendcafé sei ein guter Anfang. Die jungen Bad Segeberger sollen vor allem mehr in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden.

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Eine weitere Aufgabe des nächsten Bürgermeisters etwa wäre es, ein neues Jugendzentrum zu bauen, ergänzt Niemann. Der Mietvertrag mit dem Verein für Jugend und Kulturarbeit für die Mühle läuft 2023 aus. Hier gelte es geeignete Förderungen zu finden.

Die Jugend könnte bei einer Bürgermeisterwahl ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Auch 16-Jährige dürfen dabei schon mitwählen. Köppen ist bisher der jüngste Kandidat. „Ich sehe mich auch als Mittler zwischen den Genrationen.“

Wahltermin: Es gibt zwei Vorschläge

Noch unklar ist, wann die Bürgermeisterwahl abgehalten wird. Sie ist frühestens acht Monate vor Freiwerden der Stelle am 4. Juni 2021 möglich. Die Stadtvertretung hat bereits einen Gemeindewahlausschuss gebildet, dessen Aufgabe wird es sein, einen Wahltermin festzulegen. 

Derzeit diskutiert werden der 1. November 2020 und der 7. März 2021. Die CDU favorisiert bisher den Novembertermin. Das wird auch vom BBS unterstützt. „Die Kandidaten, die im Berufsleben stehen, müssen die Möglichkeit haben, ihre Angelegenheiten mit ihrem Arbeitgeber zu regeln. Das wäre im März kaum noch möglich“, begründet Niemann.

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Die Gegenkandiatin

Für die CDU kandidiert Marlis Stagat (48) für den Bürgermeisterposten. Die Inhaberin einer Versicherungsagentur ist gelernte Bürokauffrau, hat einige Jahre bei Möbel Kraft gearbeitet und sich dann später auf die Versicherungsbranche spezialisiert. Verwaltungserfahrung besitzt die Klein Gladbrüggerin nicht – der CDU waren der Bezug zu Segeberg, betriebswirtschaftliche Kenntnisse und Unternehmerqualitäten wichtiger. Stagat ist Vorsitzende des Unternehmervereins Wir für Segeberg.

Stagat selbst sagte bei ihrer Vorstellung: „Die Revolution für Bad Segeberg möchte ich sein“ – sie wäre die erste Frau im Bürgermeisteramt in fast 900 Jahren Stadtgeschichte. 

Unklar ist bisher, ob Amtsinhaber Dieter Schönfeld (SPD) noch einmal antreten wird, er wäre dann 68 Jahre alt: „Ich bleibe bei meiner Linie, dass ich dies zu einem späteren Zeitpunkt verkünden werde“, sagte Schönfeld auf Nachfrage. Er ist seit 2009 im Amt. 

Die CDU in Bad Bramstedt lässt nicht locker. Sie will, dass beim Medizinischen Versorgungszentrum auch private Investoren und Betreiber berücksichtigt werden. Doch die haben sich mittlerweile zurückgezogen, wie Bürgermeisterin Verena Jeske sagte. Sie sehen offenbar keine Chance, zum Zuge zu kommen.

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