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Segeberg Ernstes Thema, buntes Programm
Lokales Segeberg Ernstes Thema, buntes Programm
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18:10 21.10.2018
15 Sänger und Kleinkünstler traten bei der ersten AIDS-Benefiz-Gala in Schleswig-Holstein im Kleinen Theater auf; der kleine Tim Koller im "Zeitungs-Body" bot als Moderator einen reizvollen Kontrast zur Drag-Queen Marlene Deluxe. Quelle: Klaus J. Harm
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Wahlstedt

 Da sie seit langem Mitglied im örtlichen Kulturring und auch mit dem Entertainer Tim Fischer befreundet ist, war es nur eine Sache von wenigen Stunden, bis sich rund 15 Comedians, Kleinkünstler, Sänger, Klavierspieler und andere Darsteller bereit gefunden hatten, am Sonnabend ohne Gage im Kleinen Theater am Markt für den guten Zweck aufzutreten.

Cavequeen und Dragqueen moderierten

Moderiert wurde der Abend von einem eher ungleichen Paar: Tim Koller und Marlene Deluxe. Koller, dem Fernsehpublikum aus vielerlei Comedy-Formaten wohlkannt und zuletzt bundesweit mit seiner Show „Cavequeen“ unterwegs, bot dabei barfuß und in einem mit Zeitungsmeldungen bedruckten Body einen reizvollen Gegensatz zur „Dragqueen“ Deluxe, die hochaufgeschossen im Glitzerkleid auftrat. „Drag“ ist übrigens eine Abkürzung für „Dressed as Girl“ und bezeichnet Männer, die sich perfekt als Frau darstellen. Doch bevor die Beiden durch das bunte Programm führen konnten, begrüßte Staatssekretär Thorsten Geerdts, im Kieler Innenministerium für Polizei und Integration zuständig, die rund 200 Zuschauer und bedankte sich bei Bernstein und Fischer für die Organisation. Ministerpräsident Daniel Günther habe die Schirmherrschaft übernommen und wünsche allen einen „prickelnden Abend, viel Spaß und Gute Laune“.

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Ehrung für ehrenamtlichen Aktivisten

Auch eine offizielle Ehrung gab es: Die Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Schleswig-Holstein, Ursula Scheele, überreichte Ulrich Manthey das Goldene Ehrenzeichen des Verbandes für seine lebenslange, unermüdliche Arbeit zur Anerkennung der Schwulenarbeit.

Doch danach kamen nur noch die Künstler zu Wort: Tim Fischer eröffnete den Abend mit seinem Pianisten Thomas Dörschel und dem „Kreuzworträtselsong“ von Georg Kreisler, gefolgt von der Comedienne Turid Müller aus Berlin, die sich selbst als „Psychologin und Teilzeitrebellin“ ankündigte. Zusammen mit ihrem Pianisten Stephan Sieveking outete sie sich als „transfinanzielle, reiche Frau: Ich bin belastbar, aber mein Konto ist es nicht – ich bin pleite auf hohem Niveau!“

Überraschung David Harrington

Die Überraschung des Abends war dann Pianist David Harrington aus Hamburg. Der deutsch-irische Pianist und Sänger, der zehn Jahre fest am Schmidts Tivoli Theater engagiert war und an etlichen Musicals maßgebend mitgearbeitet hat, stellte sich als eher „brachialer Unterhaltungskünstler vor: „Ihr seid jetzt alle auf dem Kreuzfahrtschiff MS Trubadour“, stimmte er das Publikum ein und bot zunächst „Das Phantom der Oper“ in 100 Sekunden an. Tosenden Applaus erhielt er auch für seine Interpretation des „Kleinen Grünen Kaktus“, den die Zuschauer begeistert mitsangen.

Begeisterungsstürme weckte auch Komponist und Pianist Rainer Bielfeldt aus Hamburg. Bekannt durch seine Arbeiten an Familienmusicals wie dem „Sams“, beschäftigte er sich vor allem mit eher lyrischen Texten: „Gib auf deine Seele acht, damit ihr nichts geschieht“, und dem Fluch und Segen der sozialen Medien.

Den Wiener Schmäh brachte in Wahlstedt Lilli Walzer auf die Bühne. Die gebürtige Wienerin lebt inzwischen in Hamburg, hatte aber trotzdem die heimatlichen Klänge nicht vergessen.

Alles in allem wurde es ein vergnüglicher Abend, den die 200 Zuschauer im Theater erleben durften; ein paar mehr von ihnen wären den Veranstaltern für ihren großen Aufwand allerdings zu wünschen gewesen.

Von Klaus J. Harm

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