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Segeberg Es wird Zeit für die neue Kita
Lokales Segeberg Es wird Zeit für die neue Kita
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07:00 17.02.2016
Von Michael Stamp
Ein dreiteiliger bunter Bau soll die neue Wahlstedter Kita, hier eine Skizze, neben der Sporthalle werden. Bis Ende 2016 muss sie stehen. Quelle: Stadt Wahlstedt
Wahlstedt

Der bisherige Kindergarten (An der Kirche) wird abgerissen. Seit Jahrzehnten hatte es in dem Gebäude seltsam gestunken – wie auch in anderen Fertighäusern der Firma Okal. In der ehemaligen Real- und heutigen Helen-Keller-Schule hatte es ähnliche Probleme gegeben. Die evangelische Kirche als Träger des Kindergartens setzte Fachleute auf die Gerüche an, zumal sich Eltern über allergische Reaktionen ihrer Sprösslinge beklagten oder diese zumindest befürchteten.

 Das Ergebnis der Untersuchung war, dass der Gestank durch Chloranisole hervorgerufen wird: Stoffwechselprodukte, die Bakterien beim Verzehr bestimmter Holzschutzmittel ausscheiden. Genau diese Mittel hatte einst Okal beim Bau verwendet. Zu allem Überfluss wurden auch erhöhte Werte anderer Chemikalien festgestellt. Alles nicht wirklich schädlich, aber für gesundheitlich Vorgeschädigte oder Kinder mit Allergien nicht ganz ohne. Als herauskam, dass eine Sanierung der Kita rund 96 Prozent der Kosten eines Neubaus verschlingen würde, entschied man sich zum Abriss. Weil es sich laut Kirche teilweise um „sensiblen Abfall“ handelt, wird der Abbruch penibel geplant.

 Die Kita ist bereits seit Monaten geräumt; Teile des Inventars wurden verkauft. Die über 60 Kinder werden in 25 Containern betreut, bis der Neubau steht – und der Mietvertrag für dieses Provisorium läuft Ende dieses Jahres aus. Daher müsse das baurechtliche Verfahren jetzt zügig über die Bühne gehen, sagt Bauamtsleiter Torsten Maaß. „Wir rechnen mit einer Bauzeit von neun Monaten.“ Das Gelände neben der Sporthalle ist bereits vorbereitet worden. Unter anderem mussten etliche Bäume gefällt werden.

 Bauherr und Betreiber des Projekts mit Kosten zwischen 1,5 und 2 Millionen Euro ist jedoch nicht die evangelische Kirchengemeinde, sondern die Lebenshilfe. Sie ist in der Industriestadt bereits mit der Kita an der Poststraße vertreten und erhielt den Vorzug vor Kirche, Kinderschutzbund, Arbeiterwohlfahrt, Deutschem Roten Kreuz und Johannitern. Weil die Kirchengemeinde und der Kinderschutzbund den neuen Kindergarten nur betreiben, nicht aber selber bauen wollten, fielen sie bei der Stadt sofort durch. Die Kommunalpolitik wollte der finanziell angeschlagenen Kommune kein Millionenprojekt zumuten.

 Die neue Kita soll sechs Gruppen mit insgesamt 94 Kindern aufnehmen können – das sind zwei Gruppen mehr, als es sie bisher neben der Kirche gegeben hat. Unter anderem ist eine Krippe für Unter-Dreijährige mit zehn Plätzen eingeplant.

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