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Segeberg Experten üben Maßnahmen bei Ausbruch
Lokales Segeberg Experten üben Maßnahmen bei Ausbruch
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11:40 28.06.2018
Von Stephan Ures
Nur eine Übung: Ein Bergungsteam in Schutzanzügen trägt ein totes Wildschwein aus dem Wald. Quelle: Carsten Rehder
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Wahlstedt

Manöver für den Krisenfall! Minister vor Ort! Das klingt nach Blaulicht und Mannschaftswagen voller Einsatzkräfte. Doch im Segeberger Forst waren am Mittwoch Hunde unterwegs. Und Arbeiter, die Zäune ziehen. Simuliert wurde ein Ausbruch der Schweinepest. Behörden ließen ihre Alarmpläne anlaufen. Kernaufgabe war es, vorgeblich infizierte Wildschweinkadaver zu finden, zu untersuchen und zu bergen. Sieben tote Tiere waren im Forst abgelegt worden.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP), von einem Virus übertragen, ist bei Haus- wie bei Wildschweinen fast immer tödlich. Einen Impfstoff gibt es nicht. Für Menschen und andere Haustierarten ist die ASP nicht gefährlich. Selbst der Verzehr infizierten Schweinefleisches birgt kein gesundheitliches Risiko. "Dieses behördenübergreifende Training eines gemeinsamen Krisenmanagements ist von größter Wichtigkeit", sagte Umweltminister Robert Habeck am Dienstag im Wald bei Wahlstedt, "wir müssen alle an einem Strang ziehen."

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Folgen der Afrikanischen Schweinepest wären drastisch

Noch ist Deutschland nicht betroffen. Doch die Folgen wären drastisch. Rund um den Fundort eines erkrankten Wildschweins wird eine Gefahrenzone von 15 Kilometer Radius eingerichtet, in der Transport und Verkauf der Tiere stark eingeschränkt sind. Im Fall der Segeberger Übung wären davon - hätte es sich tatsächlich um einen ASP-Ausbruch gehandelt - knapp 140 Betriebe mit 79 Schweinen betroffen gewesen. Und sobald in einem solchen Hausschweinbestand ASP festgestellt wird, werden alle Tiere getötet.

Deswegen ist es so wichtig, infizierte Wildtiere zu finden und die Ansteckungsgefahr weitgehend zu verhindern. Dazu würden gegebenenfalls auch Wildzäune gezogen, so wie beispielsweise und Tschechien und Ungarn. In diversen Ländern Osteuropas wurden seit Jahresbeginn rund 3000 ASP-Fälle gemeldet, zu 97 Prozent bei Wildschweinen.

Hier sehen Sie Bilder von der Übung.

Die Übung lief ab 7.30 Uhr; die ersten Tiere waren am frühen Vormittag gefunden. Eine Manöverkritik wurde nach Angaben von Sabrina Müller, Pressesprecherin des Kreises Segeberg, erst im späteren Verlauf des Tages erwartet. Rund 45 Mitwirkende waren beteiligt, darunter Behördenvertreter von Land und Kreis sowie Jäger. Es war die erste Übung dieser Art in Schleswig-Holstein. In ähnlicher Form lief sie zeitgleich im Kreis Lauenburg.

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