Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Segeberg Glückwunsch! Seit 50 Jahren Stadt
Lokales Segeberg Glückwunsch! Seit 50 Jahren Stadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:00 31.12.2016
Von Peter Zastrow
Zur Stadtwerdung am 1. Januar 1967 gab es eine Urkunde. Quelle: Archiv Zastrow
Wahlstedt

Der 20. Februar 1958 war ein Donnerstag – und für das kleine Bauerndorf Wahlstedt ein ziemlicher wichtiger. An jenem Donnerstag entschied nämlich Bundesschatzminister Dr. Hermann Lindrath, der zusammen mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Kai-Uwe von Hassel den kleinen Ort besuchte, das bundeseigene Marineartilleriearsenal am Rande des Segeberger Forstes zu privatisieren. Damit wurde der Startschuss dafür gegeben, dass aus dem Dorf ein Industriestandort werden konnte – und dafür, dass Wahlstedt am 1. Januar 1967 die Stadtrechte verliehen bekam. Morgen wird die Stadt Wahlstedt 50 Jahre alt – die Segeberger Zeitung gratuliert mit einer Doppelseite und einem ausgiebigen Blick auf die Anfänge.

 Der 20. Februar blieb für Wahlstedt ein guter Tag – denn am 20. Februar 1964 kam der Anstoß, das rasant wachsende Geestbauerndorf in eine Stadt umzuwandeln. Damals war Dr. Werner Dollinger, mittlerweile als Bundesschatzminister im Amt, zu einer Sondersitzung der Gemeindevertretung nach Wahlstedt gekommen. In feierlichem Rahmen schloss man die Privatisierung der letzten bundeseigenen Liegenschaften offiziell ab. Rudolf Seeger, Alterspräsident der Gemeindevertretung, brachte im Namen von CDU, SPD, FDP und GDP (Gesamt-Deutsche-Partei) den den folgenden Antrag ein: „Der Bürgermeister wird beauftragt, bei der Landesregierung der Landes Schleswig-Holstein die Verleihung des Stadtrechts für die Gemeinde Wahlstedt zu beantragen.“

 Die Entscheidung fiel – wenig überraschend – einstimmig. Der von 1956 bis 1973 amtierende Bürgermeister Horstmax Tietz formulierte den Antrag, der am 30. April 1965 an das Innenministerium in Kiel geschickt wurde. Unter anderem wies Tietz auf den schnellen Aufstieg des Dorfes nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Industriestandort mit überregional bedeutenden Unternehmen und dem gerade laufenden Bau eines vorbildlichen Sport-Jugend-Freizeitzentrums hin. Als die Gemeindeoberen anno 1964 nämlich gehört hatten, dass 77 Prozent der Wahlstedter Schüler nicht schwimmen konnten, brachten sie im Eilverfahren 250000 Mark an Spenden für ein Schwimmbad auf. Im Mai 1966 weihte dann Ministerpräsident Dr. Helmut Lemke die 4,4 Millionen Mark teure Schwimm- und Badeanlage ein. Es gab eine Kleinstschwimmhalle, eine Freibadeanlage mit Springer-, Schwimmer-, Nichtschwimmer- und Planschbecken sowie ein Mehrkampfübungsbecken. Das Ganze war der erste Bauabschnitt eines Sport-, Jugend- und Freizeitzentrums für insgesamt 10 Millionen Mark.

 Nach dem Antrag auf Verleihung der Stadtrechte verstrichen zwei Jahre ohne sichtbaren Erfolg – aber dann ging alles ganz schnell: Am 13. Dezember 1966 stimmte das schleswig-holsteinische Kabinett der Vorlage des Innenministers zu: „Der Gemeinde Wahlstedt wird nach Paragraph 11 Absatz 2 Gemeindeordnung mit Wirkung vom 1. Januar 1967 mit der Bezeichnung ,Stadt’ das Stadtrecht verliehen“. Der Festakt wurde am 2. Januar 1967 im „Wahli“ gefeiert, dem örtlichen Kino. Die Abkürzung stand für „Wahlstedter Lichtspiele“. 500 Gäste waren dabei.

 Doch mit den Stadtrechten setzte nicht automatisch eine Umgestaltung der dörflichen Strukturen ein. 1970 besaß Wahlstedt, obwohl der Ort seit drei Jahren Stadt war, nach wie vor keinen nennenswerten Stadtkern. Noch immer gab es das alte Ortszentrum mit der klassischen Dorfschule, dem kleinen Rathaus, dem Gasthof Zur Eiche (nicht mit dem heutigen Lokal zu verwechseln) – und schräg gegenüber dampfte ein stattlicher Misthaufen vor sich hin. Das war alles – und sicher keine Stadt.

 Doch hinter den Kulissen wurde zwischen der Neumünsterstraße und der Waldstraße schon das neue Stadtzentrum vorbereitet. Mitte der 1970er Jahre wich die alte Wahlstedter Ortsmitte dem Abrissbagger. Es entstand in den folgenden Jahren der heutige Marktplatz, für den eine Art Innenhof-Atmosphäre gewählt wurde. Das Rathaus entstand drum herum, ebenso die neue Präsenz der Kreissparkasse Segeberg sowie diverse Ladenlokale und Wohnungen. Zum neuen Gesicht der Stadt gehörte auch – ganz im Sinne und Stil jener Zeit – das Hochhaus An der Eiche 40.

Segeberg Nahe / Henstedt-Ulzburg Ein scheuer Anwohner der Alster

Es nicht nicht lange her, dass Landesumweltminister Robert Habeck stolz verkündete, dass in Schleswig-Holstein inzwischen wieder knapp 200 Fischotter leben. Auch an der Alster sind die scheuen Tiere zu finden. Ohnehin ist die Flussniederung ein Naturparadies.

Nicole Scholmann 31.12.2016
Segeberg Großer Segeberger See Der Schärengarten sackt ab

Gerade mal gut zwei Jahre ist die neue Promenade am Großen Segeberger See alt – und schon muss nachgebessert werden. Der Schärengarten am Ufer droht teilweise im Wasser zu versinken. Der Baugrund ist nicht stabil genug. Für gut 13000 Euro soll das Problem im Frühsommer behoben werden.

Michael Stamp 30.12.2016
Segeberg Youtube-Hit aus Bad Segeberg Azubis mit „ganz großem Kino“

Fast 90000 Klicks auf YouTube – ein beachtlicher Erfolg. 14 Auszubildende der Lehranstalt für Forstwirtschaft in Bad Segeberg und ihre nicht minder stolzen Lehrer sind von der positiven Resonanz überrascht. Sie drehten einen Videoclip zum Song „Sägewerk Bad Segeberg“ der Wise Guys.

Alexander Christ 30.12.2016