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Segeberg Neuer Rotkreuz-Stützpunkt eingeweiht
Lokales Segeberg Neuer Rotkreuz-Stützpunkt eingeweiht
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19:38 02.07.2019
Von Michael Stamp
Die neue DRK-Bereitschaft in Wahlstedt freute sich über die Ausstattung mit Einsatzfahrzeugen und einer Lagerhalle im Industriegebiet Holsteinstraße. Quelle: Michael Stamp
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Wahlstedt

Der Landrat zeigte sich zufrieden, dass der Katastrophenschutz nun auch im spärlich besetzten Osten des Kreises einen weiteren Stützpunkt besitzt. In Wahlstedt hat sich jüngst eine DRK-Bereitschaft gegründet. Deren Mitglieder leisten beispielsweise bei Veranstaltungen wie dem Fest der Nationen oder dem Matjes-Tag des Technischen Hilfswerks ehrenamtlich Dienst. Auch kann die Bereitschaft bei größeren Gefahrensituationen wie den Waldbränden in Mecklenburg-Vorpommern als Unterstützung der Rettungskräfte vor Ort helfen. 

Landrat: Die Helfer sind am wichtigsten

„Wir können die Hardware stellen, aber viel wichtiger sind die, die die Arbeit machen“, sagte Landrat Schröder bei der Übergabe an DRK-Kreisvorsitzenden Siegfried Prante. Die Herausforderungen für die Katastrophenschützer seien groß. Wenn beispielsweise bei einem Flächenbrand noch Munition im Boden lagere, „dann hört der Spaß auf“. 

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Neue Sanitätsgruppe ist in Wahlstedt ansässig

Doch auch bei weit weniger dramatischen Szenarien werden die Rotkreuzler dringend gebraucht. In Wahlstedt entsteht eine zweite „Sanitätsgruppe Arzt“. Die erste ist in Henstedt-Ulzburg ansässig. Zu ihren Aufgaben zählen im Katastrophenfall unter anderem die sanitätsdienstliche Betreuung von Verletzten und anderweitig Betroffenen, das Einrichten und Betreiben von Sammelstellen für Verletzte sowie Unterstützung bei der Evakuierung.

Autos wurden nicht erst als Geschenk eingepackt

Um diese Arbeit leisten zu können, erhielten die Wahlstedter einen Gerätewagen Sanität und einen Krankentransportwagen. „Wir haben darauf verzichtet, die Autos einzupacken“, sagte der Landrat launig. „Die Überraschung wäre auch nicht so groß gewesen.“ Die Rotkreuzler wussten natürlich genau, was sie bekommen. 

Fahrzeuge besitzen umfangreiche Ausstellung

Beide Fahrzeuge sind gebraucht, aber noch bestens in Schuss. Der Gerätewagen ist, wie Kreisbereitschaftsleiter Florian Rubach erklärte, seit 2013 im Dienst. Er verfügt über sechs Sitzplätze sowie einen Behandlungsplatz mit umfangreicher Ausstattung. Dazu zähle ein 40 Quadratmeter großes Schnelleinsatzzelt. Darüber hinaus gebe es eine Beleuchtungseinrichtung, eine Zeltheizung einen tragbaren Stromerzeuger. „Für die medizinische Versorgung werden unter anderem Beatmungsgeräte, Defibrillatoren, Verbandsmaterial, Infusionen, Krankentragen, Rettungsbretter, Material zum Schienen von Frakturen und eine Vakuummatratze mitgeführt.“ Mit dem Krankentransportwagen aus dem Jahr 2011 ist es möglich, zwei Patienten zu befördern – entweder beide liegend oder einer sitzend und einer liegend. Für die medizinische Erstversorgung befindet sich ein Notfall-Rucksack an Bord des Mercedes-Sprinters. Die Besatzung besteht in der Regel aus einem Kraftfahrer (meist einem Sanitäter) und einem Rettungssanitäter.

270 Quadratmeter große Unterkunft angemietet

Untergestellt werden sie in einer frisch angemieteten 200-Quadratmeter-Halle, die auf weiteren 70 Quadratmetern über Sozialräume verfügt, wie Jens Lorenzen erklärt. Er ist beim Kreis als Fachdienstleiter für Feuerwehr, Zivil- und Katastrophenschutz sowie Rettungsdienst zuständig.

Weiteres Fahrzeug wird von Norderstedt und Ellerau genutzt

Das dritte Fahrzeug, das der Landrat überreichte, geht in den Süden des Kreises Segeberg. Der DRK-Ortsverein Norderstedt übernimmt mit Unterstützung der Kollegen aus Ellerau eine dritte Betreuungsgruppe. Die beiden ersten Gruppen dieser Art sind in Bad Segeberg und Kaltenkirchen zu finden. An den Betreuungs-Lkw kann ein Feldkochherd angehängt werden. So lassen sich die Zubereitung und Ausgabe der Verpflegung in Notsituationen sicherstellen. Außerdem ist eine umfangreiche Ausrüstung mit dabei: Stromerzeuger, Speisetransportbehälter, Hockerkocher, Transportwagen und ein Küchenzelt. Zu den Aufgaben der Gruppe gehören die Evakuierung und Betreuung hilfsbedürftiger Menschen sowie die Einrichtung und der Betrieb von Aufnahmestellen samt mobiler Essensausgabe.  

Uwe Straehler-Pohl 02.07.2019
Einar Behn 02.07.2019
02.07.2019
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