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Segeberg Albig blieb bis zum Schluss
Lokales Segeberg Albig blieb bis zum Schluss
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19:00 15.01.2017
Von Thorsten Beck
Wenn in Wahlstedt ein Bühnenprogramm zusammengestellt wird, dürfen sie nicht fehlen: die Kinder und Jugendlichen der Tanzschule „Ballett & Company“ von Sylvia Schmedtje. Quelle: Sönke Ehlers
Wahlstedt

Albig zeigte sich am Sonntag von der bunten und abwechslungsreichen Show ebenso angetan wie die übrigen Besucher im voll besetzten Saal am Rudolf-Gußmann-Platz. Untrügliches Zeichen: Der Ministerpräsident blieb bis zum Ende des immerhin rund zweieinhalbstündigen Programms.

 Als „kleine Industriestadt im Grünen“ (Eigenwerbung) ist der Ort schon länger ein Begriff. Und die jeweils Verantwortlichen waren immer stolz auf die Standorttreue ihrer großen Wirtschaftsunternehmen wie Pelz, arko oder Lichtenheldt. Doch Wahlstedt, das wurde gestern noch einmal sehr deutlich, ist auch Kulturstadt und Heimat des Ehrenamtes. Darauf hob der Ministerpräsident in seinem Grußwort denn auch ganz besonders ab, als er die Integrationskraft der Wahlstedter nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs würdigte. Schon damals seien die Einheimischen auf die vornehmlich aus dem Osten geflohenen Neuankömmlinge zugegangen.

 Damit war der inhaltliche Bogen mühelos zu einem der zentralen Punkte des Vormittags geschlagen: der Verleihung des Ehrenschildes der Stadt Wahlstedt. „Wir leben miteinander, wir arbeiten miteinander, wir feiern miteinander“: Dieses Motto hatte der frühere Präsident des örtlichen Lions Clubs, Wolfgang Storch, einst für das alljährliche „Fest der Nationen“ ausgegeben, dessen Titel ebenfalls aus seiner Feder stammt. Es habe damals den breiten Wunsch gegeben, ein gemeinsames Stadtfest für alle Bürger ins Leben zu rufen, rief der Bürgervorsteher nochmals in Erinnerung.

 Der kurze feierliche Akt blieb letztlich auch der einzige richtig ernste Moment in einem von Kornelius und Bonse angenehm unverkrampft moderierten Programm. Es gab immer Zeit für einen scherzhaften Schlenker zwischen der personell die gesamte Bühne füllenden Sportlerehrung, deren Höhepunkt die beiden eher selten vergebenen goldenen Ehrenmedaillen für die erfolgreichen DLRG-Aktiven Arne Schröder und Jonas Rentzow war, und den teil stimmungsvollen, teil spektakulären Darbietungen der Volkstanzgruppe „Die fidelen Holsteiner“, der Breakdance-Schule „Art2Spin“, der Tanzschule „Ballett & Company“ und der Tanzsparte des SV Wahlstedt.

 Auch der Bürgermeister nahm am Ende noch einmal kurz Bezug zum großen Themen des vergangenen Jahres: der Zuwanderung. Nicht zuletzt dank des großartigen Einsatzes der aktuell etwa 50 ehrenamtlichen Helfer habe man die Menschen gut betreuen können. Das werde auch mit den rund 80 Männern, Frauen und Kindern gelingen, auf deren Zuzug Wahlstedt sich im Jubiläumsjahr erneut einstelle. Schließlich verfolge man ein ehrgeiziges Ziel, so Bonse in seinem Ausblick: „10000 Einwohner bis zum Jahr 2020.“ Letzter ihm bekannter Stand sei die Zahl 9463.

 Gerade weil die Stadt trotz einer leichten Entspannung der finanziellen Situation – das Jahr 2016 schließt mit einem Plus von knapp 1 Million Euro ab, von denen wegen des Ausgleichs von Fehlbeträgen aus den Vorjahren allerdings kein Cent zum Ausgeben übrigbleibt – nicht auf Rosen gebettet sei, müssten 2017 zwei Dinge verstärkt in Angriff genommen werden, sagte Bonse. „Wir wollen weitere Gewerbesteuer zahlende Unternehmen verbunden mit einer gesteigerten Zahl an Arbeitsplätzen sowie Neubürger gewinnen – mit attraktivem Wohnraum für Häuslebauer sowie weiterem barrierefreien und bezahlbaren Geschosswohnungsbau.“

Auf das Jubiläumsjahr mit vielen kulturellen Veranstaltungen folgt ein Jahr im Zeichen vieler Bauvorhaben. Darauf wies Bürgermeister Harald Krille während des Neujahrsempfangs der Gemeinde im dicht besetzten Bürgersaal Trappenkamps hin. Auch viele Ehrenamtler wurden geehrt.

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