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Segeberg Neues Segelflug-Zentrum soll entstehen
Lokales Segeberg Neues Segelflug-Zentrum soll entstehen
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19:20 18.03.2018
Von Michael Stamp
In Wahlstedt soll ein deutlich vergrößertes Segelflugzentrum entstehen. Quelle: Karsten Wilkening
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Wahlstedt

Der Wind blies kalt auf dem Lübecker Flugplatz Blankensee, doch die Gesichter der Flieger und der Flugplatz-Betreiber waren tief entspannt. Intensiv hatten sie um eine Lösung gerungen, die für alle Seiten tragfähig ist. „Seit Anfang der 1950er Jahre sind die Segelflieger auf dem Lübecker Flugplatz heimisch und haben sich durch viel Eigenleistung und Engagement nicht nur einen modernen Flugzeugpark aufgebaut, sondern auch viel eigene Infrastruktur auf dem Gelände geschaffen“, schildert LSV-Pressesprecher Karsten Wilkening. „Parallel hat sich seit dem Jahr 2000 aber auch der Luftverkehr weiterentwickelt und Blankensee steigende Flugbewegungen beschert.“

Da nun dort auch der Passagierverkehr wieder verstärkt werden soll, sorgt das Nebeneinander von Verkehrs- und Segelflugzeugen für logistische und sicherheitsrelevante Probleme. Schon seit Jahren sei der Segelflugbetrieb nur eingeschränkt möglich gewesen, erläutert Wilkening. Die Flughafen-Gesellschaft habe sich bereit erklärt „mit einem angemessenen finanziellen Betrag den Segelfliegern eine zukunftsorientierte Neuaufstellung auf dem Flugplatz Wahlstedt zu ermöglichen“.

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Neues Clubheim, größere Werkstätten und Flugzeughallen geplant

Die Lübecker Segelflieger sind dort schon seit drei Jahren als Gäste des Segeberger Luftsportvereins vor Ort. Mit der Aussicht, eine vergleichbare Infrastruktur wie in der Hansestadt nun auch in Wahlstedt zu schaffen, hat der Lübecker Verein dem Umzug zugestimmt. Die beiden Vereine wollen miteinander verschmelzen.

In Wahlstedt sollen neue Flugzeughallen, Werkstätten und ein größeres Clubheim entstehen. LSV-Vorsitzender Torsten Maaß: „Die Fusion mit den Lübecker Segelfliegern bietet ein enormes Potential für unseren Sport und legt den Grundstein für eine gesicherte Zukunft mit einem hochmodernen Flugzeugpark, der gerade für den fliegerischen Nachwuchs sehr attraktiv ist.“

Vorsitzender Rüdiger Kosemund vom Aero Club freut sich auf den Neustart: „Das war eine sehr schwere Entscheidung unter den 140 Mitgliedern, aber die vergangenen Jahre unter den verschiedenen Betreibern haben uns gezeigt, dass wir als motorlose Freizeitflieger im Konzert der Verkehrs- und Geschäftsfliegerei stets das letzte Glied der Kette darstellten und deshalb in der Vergangenheit allzu oft am Boden bleiben mussten, um anderen den Vorrang zu lassen. In Wahlstedt gibt es solche Hindernisse nicht, und wir können dort unseren Segelflugsport ungehindert ausüben und weiterentwickeln.“

Einar Behn 18.03.2018
Nicole Scholmann 18.03.2018
Gerrit Sponholz 19.03.2018