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Segeberg In die Schule zieht wieder Leben ein
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20:17 06.01.2020
Von Einar Behn
Bürgermeister Stefan Gärtner möchte die Grundschule Weddelbrook wiederbeleben. Zunächst wird sie der Nachmittagsbetreuung dienen. Quelle: Einar Behn
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Weddelbrook

Die Zahlen, die der Bürgermeister präsentiert, lassen sein Ziel als durchaus realistisch erscheinen. Die Grundschule war mangels Schülerzahlen im Sommer 2013 vom Schulverband Bad Bramstedt geschlossen worden. Später zog dann die Leibniz-Privatschule mit ihren Grundschülern dort ein. Doch seit 2017 steht das Gebäude leer. Mittlerweile gehen die Schülerzahlen wieder bergauf. Zurzeit werden 35 Kinder aus Weddelbrook in Hitzhusen unterrichtet, 22 Kinder kommen aus Mönkloh, Heidmoor und Föhrden-Barl. Diese drei Orte waren früher der Grundschule Weddelbrook zugeordnet. Sie bildete mit Hitzhusen organisatorisch eine Schule mit zwei Standorten und heißt auch heute noch „Grundschule Hitzhusen-Weddelbrook“. Insgesamt besuchen diese Schule zurzeit 134 Kinder. Gärtner sagt: „Würden die Kinder aus Weddelbrook abgezogen, wären in Hitzhusen zu wenig Kinder. Das geht natürlich nicht.“ In die Grundschule Hitzhusen wurde in den vergangenen Jahren viel investiert. Eine große Sporthalle und eine neue Mensa gibt es hier, sodass der Schulverband Bad Bramstedt diesem Standort klar den Vorzug vor Weddelbrook gibt.

Steigende Schülerzahlen

Doch Gärtner rechnet auch weiterhin mit steigenden Schülerzahlen und dann könnte es zu eng in Hitzhusen werden, wo die Kinder zurzeit auf sechs Klassen aufgeteilt sind. „Wir sind in Weddelbrook gerade dabei, einen neuen Bebauungsplan für ein Neubaugebiet aufzustellen“, so Gärtner. Einzelheiten dazu sollen im Februar in der Gemeindevertretung beraten werden. In Hitzhusen ist ein Baugebiet mit 30 Grundstücken geplant, Föhrden-Barl verhandelt noch mit einem Grundstückseigentümer. Hier könnten sechs Bauplätze entstehen. Mönkloh und Heidmoor wollen ebenfalls Bauland schaffen, jedoch gibt es noch keine konkreten Pläne.

Mensa zu klein

Ein erster Schritt jedenfalls zur Wiederbelebung der Weddelbrooker Dorfschule wurde im Dezember unternommen, als sich der Schulverband mehrheitlich und gegen den erklärten Willen von Schulverbandsvorsteherin Verena Jeske dafür aussprach einen Busshuttle nach Weddelbrook einzurichten. An der Bad Bramstedter Grundschule am Storchennest fehlt der Platz für die Nachmittagsbetreuung. Vor allem die erst wenige Jahre alte Mensa ist zu klein. Hier wird bereits in fünf Schichten gegessen und da die Zahl der Betreuungskinder im nächsten Schuljahr noch steigen wird, kann eine Versorgung aller Schüler nicht mehr geboten werden.

Busverkehr wird ausgeschrieben

Der Busverkehr muss nun öffentlich ausgeschrieben werden. Wahrscheinlich wird ihn das Kellinghusener Unternehmen „Die Linie“ übernehmen, das konkurrenzlos in der Region ist und auch schon den gesamten Schulbusverkehr abwickelt. Gärtner rechnet damit, dass 60 bis 80 Kinder pro Tag vom Bad Bramstedter Hoffeldweg zur rund fünf Kilometer entfernten Grundschule in Weddelbrook gebracht werden. Der Bus wird dafür wohl dreimal in Bad Bramstedt abfahren, da die Kinder unterschiedlich Schulschluss haben.

In Weddelbrook haben die Betreuungskinder reichlich Platz. Sechseinhalb Klassenräume stehen in der Schule leer. Zunächst sollen zwei Räume, die durch eine aufschiebbare Trennwand unterteilt sind, genutzt werden. In einem der beiden Räume soll eine Ausgabemensa gebaut werden. Eine kleine Küchenzeile hatte die Leibniz-Schule zurückgelassen, die mitgenutzt werden kann. Der Umbau wird vom Schulverband mit 20000 Euro einkalkuliert. Gärtner hält die Zahl für „aus der Luft gegriffen“. Mit 10000 Euro müsste das auch zu schaffen sein.

86.000 Euro pro Jahr für die Busse

Die eigentlichen Kosten verursacht jedoch der Busverkehr, der jährlich mit 86.000 Euro eingeplant ist. Schulverbandsvorsteherin Jeske hatte sich wegen der hohen Kosten gegen diese Lösung ausgesprochen. Sie hatte kurz vor der Entscheidung in den Gremien des Schulverbandes eine eigene Lösung präsentiert: Die alten, ungenutzten Klassencontainer von der Jürgen-Fuhlendorf-Schule sollten als Provisorium zur Storchennest-Schule gebracht werden. Die Mehrheit lehnte das ab, auch Gärtner. „Ich habe mir die Container angesehen, dies sind unbrauchbar und sie hätten auch das Problem der zu kleinen Mensa nicht gelöst“, sagt der Weddelbrooker Bürgermeister.

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