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Segeberg Zuschussstreit um Sporthalle
Lokales Segeberg Zuschussstreit um Sporthalle
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12:00 05.01.2017
Von Einar Behn
Die Sporthalle in Weddelbrook wurde 2006 auch mit Geldern des Schulverbandes Bad Bramstedt gebaut. Quelle: Einar Behn
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Weddelbrook/Bad Bramstedt

Grund für die Forderung, den Zuschuss - oder einen Teil davon - zu erstatten, ist die Schließung der Grundschule in Weddelbrook.

 Die Verhandlungen werden nur hinter verschlossenen Türen geführt, die Stimmung ist offenbar gereizt. „Ich werde schon seit zwei Jahren massiv unter Druck gesetzt“, sagte Weddelbrooks Bürgermeister Peter Boyens der Segeberger Zeitung. Darum geht es: Bis 2006 hatte die Grundschule in Weddelbrook keine Sporthalle. In der Grundschule Hitzhusen gab es nur einen Gymnastikraum und die Hauptschule Bad Bramstedt (heute Gemeinschaftsschule Auenland) hatte ebenfalls keine eigene Halle. Sie war auf das Wohlwollen der benachbarten Realschule angewiesen. Der Schulverband beschloss damals, in einer großen Lösung gleich drei Hallen zu bauen. Wegen der Größe der Hauptschule bekam sie eine Drei-Feld-Halle, Hitzhusen und Weddelbrook standen jeweils Ein-Feld-Hallen zu. Bürgermeister Boyens reichte das aber nicht. Für den sehr regen TSV Weddelbrook sollte eine Zwei-Feld-Halle neben den Sportanlagen an der Heidmoorer Straße entstehen. Die Gemeinde trat selbst als Bauherr auf, der Schulverband beteiligte sich aber mit 880000 Euro. Das ist genau der Betrag, den eine Ein-Feld-Halle gekostet hätte.

 Fünf Jahre später gab es den ersten Ärger im Schulverband um die Weddelbrooker Halle. Boyens hatte Hallenzeiten an die Leibniz Privatschule in Hitzhusen verpachtet. Die Privatschule hatte damals Pläne, ganz nach Weddelbrook zu ziehen, was dann aber scheiterte. Schulverbandsvorsteher Hans-Jürgen Kütbach forderte daraufhin die Rückzahlung des Zuschusses, konnte sich damit allerdings nicht durchsetzen.

 2014 wurde die Grundschule Weddelbrook wegen zu geringer Schülerzahlen geschlossen, die Halle wurde für den Schulsport nicht mehr benötigt. Bad Bramstedts Bürgermeister Kütbach wurde erneut in Weddelbrook vorstellig. Die Gemeinde müsse den Schulverband auszahlen. Boyens sagte abermals „nein“. Seitdem laufen die Verhandlungen offenbar in angespannter Atmosphäre. Wie verlautete, hat sich Boyens mit seiner Weigerung nicht nur unter den Bad Bramstedter Stadtverordneten Gegner gemacht, sondern auch – und das ist neu – bei seinen Kollegen, den Umland-Bürgermeistern, die in der Vertreterversammlung des Schulverbandes sitzen: einer gegen alle. Aber Speditionsunternehmer Boyens ist dafür bekannt, dass er Durchhaltevermögen hat. Das hatte er auch gezeigt, als Gemeindevertreter vor einigen Jahren an seinem Stuhl gesägt hatten. Sie wollten ihn wegen einer Pattsituation zum Rückzug zwingen. Boyens setzte sich nach monatelangem Gezerre durch.

 Dabei will der Schulverband gar nicht den ganzen Zuschuss zurückhaben. Ein Gutachter wurde beauftragt, den Zeitwert der Halle zu ermitteln, woraus dann der Anteil des Schulverbandes berechnet wurde. Anfänglich forderte der Verband 700000 Euro zurück – für ein 1000-Einwohner-Dorf ein dicker Brocken, zumal Weddelbrook nun auch noch alleine für die Unterhaltungs- und Betriebskosten der großen Halle aufkommen muss. Mittlerweile hat der Schulverband seine Forderung deutlich zurückgeschraubt. Nach SZ-Informationen stehen nur noch 400000 Euro im Raum, die Boyens aber auch nicht bezahlen will. „Ich möchte mich zu Einzelheiten nicht äußern“, erklärte Boyens auf Nachfrage. Nur so viel sagte er: „Die drei Hallen wurden damals in einer Solidaraktion gebaut, daraus kann sich der Schulverband heute nicht einfach verabschieden.“ Verschwiegenheit auch im Bad Bramstedter Rathaus: „Zu Verhandlungsdetails kann ich keine Auskunft geben“, erklärte Kütbach. Die Stadt Bad Bramstedt ist mit zwei Dritteln an der Schulverbandfinanzierung beteiligt.

 Kütbach beruft sich auf eine Klausel in dem damals geschlossenen Vertrag mit Weddelbrook, wonach die Gemeinde sich verpflichtet hatte, den Schulverband im Falle einer Vertragsauflösung auszuzahlen. Am Ende wird möglicherweise das Verwaltungsgericht entscheiden müssen. Kütbach hat eine Hoffnung allerdings noch nicht aufgegeben: „Ich gehe davon aus, dass wir uns außergerichtlich einigen.“

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