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Segeberg Bald weniger Gottesdienste in Kirchen
Lokales Segeberg Bald weniger Gottesdienste in Kirchen
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06:21 19.05.2018
Von Gerrit Sponholz
Foto: Leere Kanzeln drohen in den Kirchgemeinden. Bis 2030 werden wohl nicht mehr alle Pastorenstellen besetzt werden können.
Leere Kanzeln drohen in den Kirchgemeinden. Bis 2030 werden wohl nicht mehr alle Pastorenstellen besetzt werden können. Quelle: Einar Behn
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Eine weitere Maßnahme: Synergieeffekte schafft ein Regionalgottesdienst, also ein gemeinsamer Gottesdienst für mehrere Kirchgemeinden. Die Kirchgemeinden müssen sich also daran gewöhnen, dass es nicht jeden Sonntag in jeder Kirche einen Gottesdienst gibt.

Diese und andere Ideen soll eine Konzeptgruppe erörtern. Sie war vom Kirchenkreis ins Leben gerufen worden. Außerdem ist eine Synode zum Thema Personal- und Stellenentwicklung geplant.

In Nordkirche fehlen bis 2030 rund 600 Pastoren

Die jüngste Kirchenkreis-Synode in Preetz war sich des Trends bewusst. In der Nordkirche werden bis 2030 durch Eintritte in den Ruhestand 600 Geistliche fehlen. Das stellt den Kirchenkreis Plön-Segeberg vor große Herausforderungen, war sich die Synode einig.

Künftig droht, dass Pfarrstellen auch dann nicht besetzt werden können, selbst wenn es Interessenten dafür gibt, berichtet Kirchenkreis-Pressesprecher Sebastian von Gehren. Andere Nordkirche-Regionen, die stärker von dem Personalmangel betroffen seien, würden dann bevorzugt werden. Damit alle Gebiete alle gleichmäßig gut besetzt sind. „Es soll keinen Wettbewerb der Regionen um Pastoren geben.“ Sonst bräche die Nordkirche auseinander.

Auch Seiteneinsteiger als Pastoren

Nach Angaben des Pressesprechers von Gehren stehe die Ideensuche noch am Anfang. Eine Variante sei, auf Seitensteiger zurückzugreifen. Vakante Pastorenstellen könnten Religionslehrer oder Prädikanten einnehmen, die Zusatzausbildungen erhalten. Prädikanten sind Ehrenamtliche, die für die selbstständige Leitung und Gestaltung von Gottesdiensten ausgebildet sind.

Eine weitere Idee: Pastoren engagieren sich auch im Rentenalter.  Und der Beruf des Pastors wird attraktiver gestaltet, indem Pastorate modernisiert werden und es Überlegungen gibt, die Residenzpflicht zu lockern.

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