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Segeberg Frösche und Haselmäuse über A20 locken
Lokales Segeberg Frösche und Haselmäuse über A20 locken
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19:27 14.11.2019
Von Karsten Paulsen
Flächenmanager Michael Ott von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hofft, dass der Laubfrosch schon bald südlich der Grünbrücke der A20, auch in dieser renaturierten Wasserkuhle, heimisch wird. Die aus der ehemaligen Mergelkuhle entfernten Bäume und Sträucher (im Foto links) bilden ein Mini-Habitat für Kleintiere und Vögel. Quelle: Karsten Paulsen
Strukdorf

Bei Wildbrücken wie dieser geht es um eine artengerechte Anbindung des Hinterlandes für die wandernden Tierarten, und darum, Verkehrsunfälle mit Wild zu vermeiden.

Durch ein Projekt der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein mit verschiedenen Maßnahmen wurden jüngst die Flächen im südlichen Korridor der A20-Grünbrücke bei Strukdorf aufgewertet. Dort verläuft quer zur Brücke die frühere B206, weshalb es früher durchaus zu Wildunfällen kam.

Eichen gepflanzt neben neuem Kleingewässer

Zum Abschluss pflanzten Flächenmanager Michael Ott von der Stiftung, die Landwirte Götz Leonhardt, gleichzeitig Bürgermeister von Strukdorf, und Wilfried Henck sowie Landschaftsgärtner Martin Reuter vier kleine Eichen an den Rand eines Kleingewässers, einer renaturierten ehemaligen Mergelkuhle.

„Diese werden langfristig auch dem Vogelschutz zugutekommen. Als kommender Eichenhain werden die Bäume unter anderem für Goldammern neuen Lebensraum in der Agrarlandschaft bieten“, erklärte Michael Ott.

Die Stiftung habe in den vergangenen Wochen auf den Flächen von den beiden vorgenannten Landwirten und des Biolandwirts Hans-Peter Kruse mit einem Maßnahmen-Mix den Naturschutzwert der Flächen deutlich erhöht, blickte Ott zurück.

Neue Knicks bei Strukdorf angelegt

Um die Strukturvielfalt auf dem 150 Hektar großen Flächenkomplex zu fördern, haben die Naturschützer unter anderem neue Knicks angelegt und alte aufgewertet. Kleingewässer für Amphibien wurden saniert und neue angelegt. Außerdem wurde der natürliche Wasserhaushalt der Fläche durch Entrohrung und Grabenumgestaltung befördert. 

Die Gesamtkosten bezifferte Ott auf rund 65000 Euro, finanziert von Bund, Land und der Stiftung Naturschutz.

Die örtliche Jägerschaft und Landwirte leisteten einen zusätzlichen Beitrag im Wert von rund 11500 Euro. Sie begrünten Flächen mit Feldgehölzen, legten an Feldrändern insektenfreundliche Blühstreifen an und schufen Feuchtbiotope wie Kleingewässer und wasserhaltige Gräben, die zum Teil durch Quellen gespeist werden. Zuschüsse erhielten die Jäger aus der Jagdsteuer des Kreises Segeberg.

Amphibien an der Wildbrücke unterstützen

Mit dem Maßnahmenpaket wollen die privaten Flächeneigentümer dazu beitragen, ihre Flächen ökologisch aufzuwerten. Da sie damit auch die Anbindung der Lebensräume im Hinterland an die Grünbrücke über die A20 bei Strukdorf für wandernde Arten verbessern, trägt das Projekt zur großräumigen Vernetzung der Landschaft bei. 

„Mit den Maßnahmen wird in erster Linie der Amphibienschutz gefördert, insbesondere der europaweit geschützte Laubfrosch“, machte Maßnahmenmanager Ott deutlich. Dieser sei nördlich der A20 anzutreffen. Ott hofft nun, dass der Laubfrosch durch den grünen Korridor auch südlich der Schnellstraße heimisch wird. Auch andernorts im Land wie in Felm (Kreis Rendsburg-Eckernförde) versucht die Stiftung dem Laubfrosch eine gute Heimstatt zu schaffen.

Auch die Haselmaus profitiert

Profiteur von der Neuanlage und Aufwertung der Knicks sei auch die Haselmaus, die auf diese Linienstrukturen angewiesen ist. So habe Ökolandwirt Kruse kahle Lücken in Knicks durch Anpflanzungen gefüllt, so dass die Haselmaus ungehindert wandern könne, berichtete Stiftungs-Flächenmanager Michael Ott. „Die Kooperation zwischen Privateigentümern, die Flächen zur Verfügung stellen, und dem Naturschutz tragen zu gegenseitigem Verständnis zwischen Landnutzung und Naturschutz bei.“ 

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