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Segeberg Solarpark könnte Loks Energie liefern
Lokales Segeberg Solarpark könnte Loks Energie liefern
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06:00 26.03.2019
Von Gerrit Sponholz
So wie dieser Solarpark an der A7 könnte die Anlage bei Willingrade aussehen. Quelle: Ulf Dahl
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Willingrade

Den Plan stellten Vertreter der Firma dem Finanzausschuss der Gemeinde während einer Sitzung im Feuerwehrgerätehaus Willingrade vor. Nach Angaben des Vorsitzenden Martin Saß (SPD) hätten sich die anwesenden Ausschussmitglieder und Gemeindevertreter offen dafür gezeigt. Es gäbe auch einen finanziellen Vorteil. Groß Kummerfeld erhielte mindestens 70 Prozent der Gewerbesteuereinnahmen. 30 Prozent gingen an die Standortgemeinde der Firma. 

Energie könnte zur Wasserstofferzeugung genutzt werden

Die erzeugte Energie aus der Verwertung der Sonneneinstrahlung könnte genutzt werden, Wasserstoff zu erzeugen. Das Element wird benötigt, um Brennstoffzellen zu speisen, die wiederum Fahrzeuge antreiben können. Diese Technik zählt zu neuartigen Verfahren, um auf klimaschädlichen Öl- oder Gasantrieb verzichten zu können. 

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Die Firma Nadeva setzt darauf, dass die Stromproduktion 20 Jahre lang staatlich gefördert wird, und die Anlage 25 bis 30 Jahre läuft, berichtet Saß aus der Sitzung. Bis Ende 2020 soll der Bauantrag eingereicht werden, 2021 könnte alles fertig sein.

Ob sich eventuell Bürger an dem Projekt, ähnlich wie bei Windparks, beteiligen können, ist offen. Dies könnte durch die Gründung einer GmbH ermöglicht werden. Die Gremien der Gemeinde können in den nächsten Wochen mit der entsprechenden Bauleitplanung den Weg ebnen.

Flächen bei Willingrade begehrt

Ein Vertreter der Nadeva hatte der SZ bereits im Vorfeld berichtet, dass offene Flächen wie bei Willingrade selten und deshalb begehrt seien. Bis zu 110 Meter von Trassen wie Bahnlinien entfernt gebe es rechtlich gute Möglichkeiten, solche Anlagen zu errichten. 

Keine Dieselloks auf Nordbahntrasse

Die Initiative kommt offenbar zur rechten Zeit. Die Nordbahnlinie zwischen Bad Oldesloe und Neumünster an Willingrade vorbei ist Teil eines Streckennetzes, dessen Betrieb die Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein GmbH im Auftrag des Landes ausgeschrieben hat. Vorgabe darin ist, dass keine Dieselfahrzeuge mehr in den Bahnnetzen Nord (unter anderem Nordbahnstrecke) und Ost (unter anderem Hamburg-Lübeck) unterwegs sind, sagt NAH.SH-Sprecherin Claudia Kolbeck. Im Sommer entscheide das Land, welcher Anbieter und damit welches Fahrzeugkonzept zum Tragen komme.

Testfahrt mit wasserstoffbetriebenen Zügen

Es könnten also wasserstoffbetriebene Personenzüge sein. Erste Erfahrungen mit der neuen Technik hatte Verkehrsminister Bernd Buchholz bereits im Herbst 2018 auf einer Testfahrt gesammelt. Erstmals war solch ein Zug in Schleswig-Holstein unterwegs gewesen, vom Betriebshof der AKN in Neumünster zur Testfahrt nach Kiel. Regulär fährt der Coradia iLint bereits in Niedersachsen. „Moderne Verkehrspolitik heißt“, so damals Buchholz, „technologische Neuerungen, ökologische Anforderungen und wirtschaftliche Interessen in Einklang zu bringen.“

Uwe Straehler-Pohl 25.03.2019
Gerrit Sponholz 25.03.2019
Gunnar Müller 25.03.2019