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Segeberg Widerstand am Diekhof
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12:47 01.02.2017
Von Klaus J. Harm
Hartmut Lamprecht (von links), Reinhard Schulte und Bernd Nowak sorgen sich unter anderem um ein Waldstück, das das Land bei seiner Planung für neue Windparkflächen übersehen habe. Quelle: Klaus J. Harm
Pronstorf

Aus ihrer Sicht etliche Fehler fanden Hartmut Lamprecht, Förster Reinhard Schulte und Falkner Bernd Nowak in der vorläufigen Bewertung des Landesplanungsamtes, das in der Staatskanzlei direkt dem Ministerpräsidenten unterstellt ist. Sie wurden in einer Arbeitsbesprechung vor wenigen Tagen der Oberen Naturschutzbehörde beim Land vorgestellt.

 Erstaunt waren die drei Diekhofer, dass das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) bislang noch nicht zu den Windenergieplänen befragt worden sei. Wozu leiste sich das Land eine kompetente Fachbehörde mit 1200 Mitarbeitern, wenn sie noch nicht einmal angehört werde, fragten sie sich. Und auch, ob lebende Menschen weniger wert seien als 10000 Jahre alte Gräber. Denn zu archäologisch bedeutsamen Hügelgräbern solle ein Abstand von 500 bis 800 Metern eingehalten werden, zu sogenannten Splittersiedlungen aber nur 250 Meter.

 Doch nicht nur der Schutz ihrer Mitmenschen treibt die drei um. Sie möchten auch die wild lebenden Tiere vor Ungemach bewahren. So seien vom Land die vier im Schutzradius gelegenen Seeadlerhorste offenbar übersehen worden. Und der überaus seltene Wespenbussard, der in der Gegend auch horste, sei gar nicht erwähnt. Ähnlich ignoriert worden seien Wiesenweihe, Uhu, Schwarzstorch und Kraniche – nicht sicher nachgewiesen, zitieren sie aus dem Gutachten des Landes, obwohl Förster und Falkner die Horste genau kennen würden, die Standorte aber aus Schutzgründen streng geheim hielten. Nur der Oberen Naturschutzbehörde sollen sie jetzt offenbart werden.

 Verwundert sind die drei Pronstorfer auch, dass im Kreis Segeberg eine Autobahn (A20) wegen des Fledermausschutzes nicht gebaut wird, in Pronstorf aber neun seltene Fledermausarten kein Hinderungsgrund für den Bau neuer Windkraftanlagen sein sollen. Das Landesplanungsamt habe stattdessen die Idee, die Windmühlen könnten ja nachts abgeschaltet werden.

 Bis zum 30. Juni läuft noch die Frist zur Stellungnahme. Und zwischendurch wird der Landtag im Mai neu gewählt.

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