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Segeberg Land will Markttreff doch nicht fördern
Lokales Segeberg Land will Markttreff doch nicht fördern
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06:51 09.04.2019
Von Gerrit Sponholz
Studts Gasthof sollte als Gaststätte wiederbelebt werden, als Kernelement eines Markttreffs. Quelle: Gerrit Sponholz
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Wittenborn

Die Folge: Die Gemeinde erhält keine 50 Prozent Zuschuss (750000 Euro) zum 1,5 Millionen-Euro-Projekt. Wittenborn gibt auf, will jetzt einen Gastwirt oder Investor finden. Für den Gasthofbetrieb gibt es wohl schon erste Mietinteressenten. Falls auch das scheitert, nähme die Gemeinde das Projekt irgendwie selbst in die Hand. 

300000 Euro hatte Wittenborn schon investiert

Investiert hatte Wittenborn bereits. 250000 Euro kostete der Kauf der Gaststätte samt großem Vorgarten, zur B206 gelegen. Außerdem hat sie sich am Bau eines Fahrstuhls an der Gebäuderückseite beteiligt. Planung und Gutachten kosteten 50000 Euro. Die Hälfte hiervon hatte die EU-Aktivregion Holsteins Herz übernommen. Das Geld muss nun wohl erstattet werden. 

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Wittenborn ohne Dorftreffpunkt und Gaststätte? Für Bürgermeister Thorsten Lange, Stellvertreter Holger Fürst und Mitinitiator Siegfried Sarau unvorstellbar. Ein Dorf mit 1000 Einwohnern benötige dies, für Jubiläums- und Trauerfeiern. „Ein Dorf ohne Gaststätte ist ein totes Dorf“, sagt Sarau beim Pressegespräch. 

Er erinnert daran, dass Wittenborn alle Vorleistungen für einen Markttreff-Antrag erfüllt habe. „Am 9. Dezember 2015 gab es das erste Gespräch.“ Gutachter hätten die Markttreff-Idee positiv bewertet. Auch mit dem zuständigen Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) sei intensiv gesprochen worden. Das Konzept sah vor: Wiederbelebung des Gasthofes, die Volkshochschule bietet Kurse an, die Kreismusikschule Musikunterricht. Ein Chor sollte reaktiviert werden.

Fünf Tage vor Fristende kam das Nein

Die Eingabefrist lief am 1. April ab. Am 7. Februar hat Wittenborn seine Papiere abgegeben. Am 28. Februar gab es beim Land positive Gespräche, sagen die drei Wittenborner. Doch per Brief vom 26. März hieß es plötzlich vom LLUR: Der Förderantrag müsse wohl abgelehnt werden. Es fehlten Bauunterlagen, seien nicht alle Kosten dargestellt. Bis 1. April 24 Uhr könne nachgebessert werden. Das sei zeitlich niemals zu schaffen gewesen, ärgert sich Fürst.

Die Wittenborner rätseln über die Gründe für die Abfuhr. Die Zuständigkeit für den Fall im LLUR habe kürzlich gewechselt. Außerdem wolle das Land wohl prinzipiell keinen Gaststättenbetrieb fördern. 

Gudrun Ehlers 08.04.2019
Einar Behn 08.04.2019