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Segeberg Wohnanlage Garbek steht zum Verkauf
Lokales Segeberg Wohnanlage Garbek steht zum Verkauf
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11:34 28.11.2019
Von Nadine Materne
Die genossenschaftliche Wohnanlage steht nach der Insolvenz zum Verkauf - für knapp eine Million Euro. Quelle: Nadine Materne
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Garbek-Wensin

Auf der Homepage der Genossenschaft ist von der Insolvenz bisher kein Wort zu lesen, stattdessen werden die Vorteile einer genossenschaftlichen Wohnanlage beworben: Dividende, wenn auch geringe, aus den Anteilen, lebenslanges Wohnrecht und Mitbestimmung in der Anlage.

Davon kann keine Rede sein, die eingezahlten Anteile stecken im Bau, können nicht zurückgezahlt werden, bestätigt Insolvenzverwalter Oliver Dankert. Der Hamburger Rechtsanwalt bestimmt derzeit, was in Garbek passiert. Das Objekt steht zum Verkauf – für knapp eine Million Euro.

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"Mehrfamilienhaus mit Potenzial"

„Mehrfamilienhaus mit vielfältigem Potenzial“ bewirbt die Firma Impro Immobilien die seniorengerechte Wohnanlage am Rande Garbeks. Für 970.000 Euro zuzüglich 7,14 Prozent Provision wird die Anlage angeboten. 3841 Quadratmeter Grundstücksfläche – es bestehe die Möglichkeit, eine Teilfläche, die einst für einen dritten Bauabschnitt vorgesehen war, zu veräußern.

2016 hatte der Bau mit Euphorie begonnen. Von 33 geplanten Wohnungen sind nur 14 Einheiten errichtet, fünf Penthousewohnungen im Staffelgeschoss müssten noch fertiggestellt werden. Vier Wohnungen sind derzeit vermietet, fünf stehen leer.

Auch sind noch einige Restarbeiten notwendig, heißt es in der Immobilienbeschreibung: der Bau der Außenanlage, Ausbau des Staffelgeschosses, teilweise Malerarbeiten, Einbau von Bodenbelägen, Fliesen, Elektrik, vorhandene Küchen müssen noch installiert werden, der Aufzug ist noch nicht vom Tüv zugelassen.

Mehrere Interessenten für die Wohnanlage

Insolvenzverwalter Oliver Dankert sagt, er sei „zuversichtlich einen Käufer zu finden. Das Interesse ist da.“ Seit einigen Wochen würden Gespräche geführt. Allein bei ihm hätten sich fünf Interessenten gemeldet, auch die Immobilienfirma habe sicherlich Rückmeldungen.

Ein Bewohner aus dem Vorstand der Genossenschaft berichtet von zahlreichen Interessenten, die sich in den vergangenen Wochen das Gebäude angeschaut hätten. „Aus Hamburg, aus Ratzeburg“, zählt er auf.

Es scheint nicht unrealistisch, dass es einen Investor geben wird, der die Anlage zu Ende bauen wird. „In welchem Umfang, dass kann man natürlich noch nicht sagen.“ Ursprünglich sollten noch zwei weitere Gebäudeteile entstehen. Die laufenden Kosten werden durch die Mieteinnahmen gedeckt, dafür hat Dankert ein Treuhandkonto eingerichtet.

Handwerker erhebt Ansprüche

Ein Hindernis beim Verkauf der Anlage könnte die Forderung eines Handwerkers sein. Der Fassadenbauer macht offene Rechnungen in Höhe von 83000 Euro geltend, er hat seinen Anspruch auf eine Sicherungshypothek im Grundbruch vormerken lassen.

Der Handwerker hat außerdem eine Klage beim Landgericht Kiel eingereicht, um sein Geld zu erhalten, im März sei dazu ein erster Gütetermin anberaumt. Der Unternehmer erhebt Vorwürfe gegen die Genossenschaft. Die Finanzierung sei von Anfang an wackelig gewesen.

Die Handwerker hätten bereits 2018 immer wieder ihrem Geld hinterherlaufen müssen, auch nach einer Nachfinanzierung sei schon bald wieder nicht gezahlt worden. Auch sei die Insolvenz erst angemeldet worden, nachdem er Klage eingereicht habe.

Die Klage bestätigt ein befragtes Vorstandsmitglied, zu den Vorwürfen jedoch könne er nichts sagen, er wisse davon nichts. „Seit der Insolvenzverwalter da ist, sind wir raus.“

Insolvenzverwalter will verhandeln

Auf das Insolvenzverfahren, das demnächst offiziell eröffnet werden soll, habe die Forderung des Handwerkers keinen besonderen Einfluss, sagt Rechtsanwalt Dankert. „Wir müssen dafür natürlich eine Lösung finden.“ Über eine Löschung des Eintrages im Grundbuch müsse man noch verhandeln. Allerdings betrachte er die Forderung als zu hoch.

Einem Verkauf des Grundstücks müssen laut Dossier der Maklerfirma neben dem Insolvenzverwalter auch Grundpfandrechtsgläubiger zustimmen.

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