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Segeberg Wozu noch ein Flüchtlingshaus?
Lokales Segeberg Wozu noch ein Flüchtlingshaus?
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06:41 31.05.2018
Von Einar Behn
Soll im Herbst fertig werden: Das Flüchtlingshaus am Düsternhoop, Ecke Tegelbarg. Quelle: Einar Behn
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Bad Bramstedt.

Bad Bramstedt hat weder im letzten noch in diesem Jahr Flüchtlinge zugewiesen bekommen. Zum letzten Jahreswechsel lebten in Bad Bramstedt rund 70 noch nicht anerkannte Asylbewerber. Wie viele davon mittlerweile ihr Anerkennungsverfahren abgeschlossen haben, vermochte das Sozialamt nicht zu sagen. Die Zahl der Asylbewerber gebe aber nach unten, so ein Mitarbeiter.

Neben dem Haus am Düsternhoop, das die Wankendorfer im Auftrag der Stadt baut, gibt es ein baugleiches in der Gorch-Fock-Straße, das der Baugenossenschaft selbst gehört. Hier sind die ersten Flüchtlinge bereits eingezogen. Beide Häuser sind nach dem Kieler Modell konzipiert. Sie können zusammen 110 Asylbewerber beherbergen, weit mehr also als es in Bad Bramstedt gibt. Für Kütbach ist das aber kein Problem. „Wir müssen in nächster Zeit mit Familienzuzug rechnen.“ Wer keine Wohnung findet, meldet sich bei der Stadt. „Wir sind verpflichtet, eine Wohnung nachweisen“, so der Bürgermeister. Ob es sich nun um Asylbewerber oder um Flüchtlinge mit Bleibestatus handelt sei letztlich egal. „Wir brauchen den Wohnraum“, betont Kütbach. Die Stadt habe in der Hochphase des Flüchtlingsstroms auch teure Wohnungen anmieten müssen. „Von denen wollen wir uns nach und nach trennen, sobald es die Mietverträge zulassen“.

Flüchtlingshäuser sind nicht familiengerecht

Doch einfach ist der Umzug nicht. Die beiden Flüchtlingshäuser sind als Gemeinschaftsunterkünfte geplant, nicht für Familien. Es gibt beispielsweise eine gemeinsame Küche für mehrere Doppelzimmer. Nur im Erdgeschoss, so Kütbach, befänden sich auch zwei Wohnungen, die von Familien belegt werden können.

Das vom Land geförderte Kieler Modell sieht vor, dass für mindestens fünf Jahre Flüchtlinge in den Häusern wohnen sollen. Danach können die Häuser relativ einfach zu normalen Wohnhäusern mit seniorengerechten Wohnungen umgebaut werden. „Wir haben mittlerweile vom Land die Erlaubnis, diese Fünf-Jahresfrist zu verkürzen, wenn wir keine Flüchtlinge mehr unterbringen müssen“, so Kütbach. Mit Zumindest einem der beiden Häuser könnte das schon vor Ablauf der fünf Jahre geschehen. Billig wird aber auch das nicht. Ein Fahrstuhl muss im schon vorhandenen Schacht installiert, Balkone angesetzt und die Schlafräume zu Wohnungen umgebaut werden.

30.05.2018
Thorsten Beck 30.05.2018
Michael Stamp 30.05.2018