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Segeberg Zu wenig Platz im Storchenclub
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00:17 07.02.2014
Von Einar Behn
Die Väter Michael Sabisch (von rechts) und Rolf Nellessen übergaben am Montag rund 150 Unterschriften an Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach. Sie wünschen sich mehr Platz für ihre Kinder in der Ganztagsbetreuung. Quelle: Einar Behn
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Bad Bramstedt

Am Montag ging Sabisch mit einigen Mitstreitern zu Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach, um ihm gut 150 Unterschriften von Eltern zu übergeben, die ein größeres Gebäude an der Grundschule am Storchennest wünschen. Kütbach, zugleich auch Schulverbandsvorsteher, kündigte an, dass der Schulverband in Kürze über das offenbar umstrittene Thema beraten wird.

 Einen Hausmeister gibt es in der Schule schon längst nicht mehr, sodass das separat stehende Haus anfangs ein gutes Quartier war für die Ganztagsbetreuung, den sogenannten Storchenclub. Zuvor waren die Kinder in einem Container untergebracht. Doch immer mehr Eltern melden ihre Kinder im Storchenclub an. „Viele von uns arbeiten in Hamburg, da sind wir auf die Betreuung angewiesen“, sagt Michael Sabisch.

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 Im Storchenclub sind zurzeit 100 Kinder angemeldet, 70 davon bekommen auch eine Mittagsmahlzeit. „Ich bin zu Hause bemüht, meinen Kindern Esskultur zu vermitteln“, sagte Vater Ralf Nellessen. In der Schule werde das konterkariert. Die Kinder müssen wegen der Enge in drei Schichten essen, „da bleibt keine Zeit zum Klönen“, hat Ralf Nellessen von seiner Tochter erfahren. Einen Ruheraum gibt es auch nicht mehr, der musste zum Spielraum umfunktioniert werden, ein anderer zum Lager für die Schulranzen. Auch nicht optimal: Es gibt nur eine Toilette in dem Haus.

 Die prekäre Lage ist nach Angaben der Eltern schon seit zwei Jahren bekannt, ohne dass der Schulverband reagiert hätte. Im nächsten Jahr wird es noch enger, weil seit Längerem erstmals wieder zwei erste Klassen eingerichtet werden. 42 Kinder sind angemeldet, von denen 30 auch den Storchenclub nutzen werden. Abzüglich der Abgänge zum Schuljahreswechsel werden nach den Sommerferien rund 120 Kinder in der Betreuung angemeldet sein, hat Sabisch ausgerechnet.

 Kütbach erklärte den Eltern, der Schulverband Bad Bramstedt, dem die Storchennest-Grundschule gehört, berate am 13. Februar in einer Finanzausschusssitzung über den Haushalt 2014, am 26. Februar soll er dann von der Schulverbandsvertretung genehmigt werden. 350000 Euro sollen darin für die Storchennestschule aufgenommen werden.

 Im März könnte dann Baubeginn sein, wobei es noch keine konkreten Pläne gibt, ob das Hausmeisterhaus erweitert oder die Schule um einen Neubau ergänzt wird.

 Hinter den Kulissen gibt es aber offenbar heftige Diskussionen um die Finanzplanung. Üblicherweise wird der Haushalt bereits im Dezember für das folgende Jahr beschlossen. Stadtverordnete und die Bürgermeister der Umlandgemeinden, die je zur Hälfte die Schulverbandsversammlung bilden, hatten sich aber vor Weihnachten nicht auf das Zahlenwerk einigen können. Wie Kütbach sagte, gibt es unterschiedliche Meinungen darüber, wie sich die Schulen künftig angesichts des demografischen Wandels entwickeln werden und ob Ausbauten noch sinnvoll seien. Kütbach geht jedoch davon aus, dass die Kinderzahl in Bad Bramstedt durch Zuzug noch längere Zeit stabil bleiben wird. Die Stadt müsse außerdem moderne Schulen bieten, um konkurrenzfähig zu bleiben.