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Segeberg Huskys lassen sich nicht alles sagen
Lokales Segeberg Huskys lassen sich nicht alles sagen
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20:53 28.10.2019
Von Detlef Dreessen
Markus Schröder aus Stocksee spannte zwei seiner Huskys beim Zughunderennen im Erlebniswald vor das Fahrrad. Er hat schon Pläne für nächstes Jahr. Quelle: Detlef Dreessen
Daldorf

Staunen riefen nicht nur die Hunde bei den Besuchern hervor, sondern auch das Geschehen abseits der Laufstrecke bei den Ausstellern. Dass der Verein für freilebende Wölfe an einem Stand für Verständnis für Isegrim warb, verwunderte die Besucher wohl weniger. Sind Wolf und Husky doch recht ähnlich anzuschauen.

Auch die Stände für Zubehör und Leckerlis passten zum erwarteten Bild. Erstaunlicher war schon der Stand, an dem Monika Maas und Reni Hamann am Spinnrad saßen und Mützen, Socken und Jacken verkauften.

Socken aus Hundehaaren

„Das ist alles Wolle von Samojeden“, erklärte Reni Hamann. Wie zum Beweis saß Samojeden-Hündin Mica in ihrem prachtvollweißen Haarkleid daneben. „Beim Bürsten fällt im Laufe eines Jahres mindestens ein Kilo Wolle ab“, berichtete Herrchen Jerome Dickmann aus Lübeck. Die Wolle bekommt der Verein Samojede in Not e.V., der sie verspinnt und mit dem Erlös aus dem Verkauf herrenlose Tiere rettet wie auch Mica einst eines war.

Markus Schröder aus Stocksee hat dagegen keine Wollsocken im Sinn, als er „auf den Hund kam“. „Huskies haben zu kurze Haare“, erklärt der Musher. Bei ihm kommt es auf den Sportsgeist der Hunde an – und auf ihren Charakter. „Ich lernte die Hunde mit meiner Frau Angelika kennen“, berichtet der 46-Jährige. „Seit ich im vergangenen Jahr mit ihr zum ersten Mal beim Rennen im Erlebniswald dabei war, bin ich vollkommen infiziert.“

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Sechs Hunde haben die Schröders zu Hause. Weil die Vierbeiner kaum etwas anderes lieber tun als zu rennen, haben sie den Garten zum Hundeauslauf umfunktioniert, in dem die Tiere tagsüber herumtoben können. „Von seinen Blumenbeeten muss man sich sowieso verabschieden“, sagt Schröder und lacht. „Die graben alles um, auch den Rasen.“

Drei Stunden Training alle zwei Tage

Viel Bewegung wird auch Markus Schröder abverlangt, vor allem vor einem solchen Wettbewerb. Dann wird alle zwei Tage drei Stunden trainiert. Dabei ist er nicht einmal ehrgeizig. „Die Hauptsache ist, dass die Hunde gesund bleiben und Spaß haben.“ Zwingen lasse sich ein Husky sowieso nicht. Man könne ihn zwar erziehen. „Aber wenn ich sage: ‚Komm mal her!‘ merkt man, dass er erst einmal überlegt, ob er wirklich kommen soll. Die Hunde haben Charakter, anders als ein Deutscher Schäferhund.“

So kann es beim Lauf im Erlebniswald auch mal vorkommen, dass die Hunde auf dem 4,5 Kilometer langen Kurs durch den Wald doch mehr Interesse an den Borstenviechern im Wildschweingehege haben als am Laufen. „Dann muss ich sie doch mal mit Weiter-weiter-Rufen antreiben.“

„Besonderen Spaß macht Zughundesportlern, dass es Teamarbeit ist“, erklärt Moderatorin Anja Hedrich am Start den Zuschauern. Musher, die sich auf Fahrrädern oder Rollern ziehen lassen, können ein bisschen mithelfen, wenn es einen Hügel hochgeht.

Das Hobby ist Markus Schröder inzwischen so wichtig geworden, dass er neben seinem Job als Rettungssanitäter und dem Dienst in der heimischen Freiwilligen Feuerwehr noch das Amt des Sportwartes im SSV-Nord übernommen hat - der Schlittenhunde-Sport-Verein Nord richtet das Zughunderennen alljährlich aus im Erlebniswald Trappenkamp.

Herausforderung für das Rennen 2020

Und bis zum Zughunderennen 2020 hat er noch eine sportliche Herausforderung vor sich. Dann will er mit Gespann und sechs Hunden starten. „Einen Wagen haben wir schon. In diesem Winter wird trainiert“, freut sich Schröder. Richtig schön kalt sollte es dafür werden. „Bei mehr als zehn Grad Celsius laufen die Hunde nicht gerne.“ Die Tiere haben genug innere Hitze. Für Musher gibt es ja, wie man seit diesem Wochenende weiß, warme Socken aus Hundehaaren.

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