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Frage an der Tanke: Kann ich auch Lkw-Diesel tanken?

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13:12 10.06.2021
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Druckbetankung: Lkw haben viel größere Tanks, daher fließt der Diesel mit viel höherem Durchsatz durch die LKW-Diesel-Zapfpistole.
Druckbetankung: Lkw haben viel größere Tanks, daher fließt der Diesel mit viel höherem Durchsatz durch die LKW-Diesel-Zapfpistole. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
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Bonn/Erfurt

Was ist eigentlich Lkw-Diesel? Kann man den auch als Autofahrer tanken? Ist der eigentlich günstiger? Schadet das dem Motor? Funktioniert das überhaupt? Fragen über Fragen.

"Generell unterscheidet sich Lkw-Dieselkraftstoff nicht wirklich vom Pkw-Diesel", äußert sich Achmed Leser vom Tüv Thüringen. Er erfülle die gleiche DIN-Norm. Das sagt auch Jürgen Ziegner: "Zusätzliche Additive für Pkw kenne ich nur von den sogenannten Premiumsorten. Ansonsten fließen Pkw- und Lkw-Diesel meist aus den gleichen Bodentanks", sagt der Geschäftsführer des Zentralverbands des Tankstellengewerbes (ZTG).

Eine versehentliche Fehlbetankung schadet demnach also nicht, wenn sie überhaupt möglich ist. Beide Experten weisen darauf hin, dass es aber nicht sinnvoll ist, die Lkw-Zapfsäule überhaupt anzusteuern.

Zapfpistolen für Pkw ungeeignet

"Lkw-Tanks sind viel größer und um unnötige Wartezeiten für die Fahrer zu vermeiden, fließt der Diesel mit viel höherem Druck", sagt Ziegner. Spritspritzerei und Überlaufen wären das Ergebnis, wollte man den Diesel-Pkw damit befüllen. Das soll auch technisch verhindert werden: So passen die größeren Durchmesser der Lkw-Zapfpistolen meist nicht in die Einfüllstutzen moderner Diesel-Pkw, so Achmed Leser.

Preislich ergibt das Schielen auf die Lkw-Säule meist gar keinen Sinn. Bei einem Preisunterschied von oft gerade einmal einem Cent pro Liter würde man nicht einmal einen Euro pro Tankvorgang sparen. Je nach Tageszeit oder Region, kann Lkw-Diesel nicht nur billiger, sondern auch teurer ausfallen.

Die Preistafeln an den Zapfsäulen seien in erster Linie nur dafür da, den Lkw-Fahrern eine generelle Tankmöglichkeit für ihre Fahrzeuge zu signalisieren. "Firmen wie etwa Speditionen rechnen die Tankkosten in der Regel über eigene Kartensysteme ab und bekommen je nach Vertrag oder Konstellation individuelle Konditionen", sagt Jürgen Ziegner.

Spritpreise schwanken immer schneller

Die Spritpreise schwanken im Tagesverlauf zwar schneller, aber nicht mehr so stark wie zuletzt. In seiner alljährlichen Untersuchung hat der ADAC im Mai bei Super E10 Unterschiede von durchschnittlich gut 7 Cent pro Liter zwischen dem Tageshoch am Morgen und dem Tief am Abend festgestellt, wie er am Donnerstag mitteilte. Im Mai 2020 betrug der Abstand noch 11 Cent. Bei Diesel sank der Abstand von damals rund 10 auf derzeit gut 6 Cent.

Allerdings schwanken die Preise immer schneller hin und her. Inzwischen geht es pro Tag im Schnitt sieben mal nach oben und sechs mal nach unten. Je einmal mehr als vergangenes Jahr.

Insgesamt sind die Preise bis etwa 5.00 Uhr morgens stabil, bevor sie bis zum Tageshöchstwert um etwa 7.00 Uhr steigen. Dann ist E10 typischerweise vier und Diesel 3 Cent teurer als der Tagesdurchschnitt. Von dort geht es in einer sinkenden Wellenbewegung in Richtung Abend. Kurz vor 19.00 Uhr ist dann meist der Tagestiefstwert erreicht, der gut 3 Cent unter dem Durchschnitt liegt. Danach geht es noch einmal knapp 2 Cent nach oben - und wieder nach unten, bevor der Spritpreis ab 22.00 Uhr wieder klettert.

Damit setzt sich der Trend fort, dass die Schwankungen im Tagesverlauf zunehmen. Noch vor sechs Jahren verlief die Spritpreiskurve sehr viel schlichter: Damals fiel sie von 5.00 Uhr morgens kontinuierlich bis 20.00 Uhr ab, um über Nacht wieder zu steigen. Seither hat sich die Zahl der Preiswellen kontinuierlich erhöht.

Seit März steigen Spritpreise nur noch leicht

Die Daten basieren auf sämtlichen Preisbewegungen der mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland im kompletten Monat Mai. Die Auswertung bezieht sich auf bundesdeutsche Durchschnittspreise - an einzelnen Tankstellen kann die Entwicklung davon deutlich abweichen.

Auf Tagesbasis haben die Spritpreise zuletzt auf relativ hohem Niveau stagniert. Im Tagesdurchschnitt des Dienstags (8. Juni) lag Super E10 laut ADAC bei 1,498 Euro je Liter, Diesel bei 1,356. E10 hat dabei zuletzt bereits an einzelnen Tagen im Schnitt die Grenze von 1,50 Euro geknackt. Die Preise hatten nach einem Zwischentief Anfang November 2020 lange Zeit stark zugelegt. Seit März steigen sie aber nur noch leicht.

Insgesamt liegen beide Kraftstoffsorten derzeit deutlich mehr als 30 Cent pro Liter über den Werten Anfang November. Dazu hat neben einem steigenden Ölpreis auch das Ende der Mehrwertsteuersenkung und die Einführung der CO2-Bepreisung zum Jahreswechsel beigetragen.

Seit Jahresbeginn gilt ein CO2-Preis von 25 Euro pro Tonne. Er soll bis 2025 auf 55 Euro steigen. Zuletzt hatten Äußerungen der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock zu Spritpreiserhöhungen eine Debatte losgetreten. Ihre Partei will eine schnellere und etwas höhere CO2-Bepreisung und bereits 2023 60 Euro je Tonne erreichen.

© dpa-infocom, dpa:210610-99-936050/3

dpa

Deutsche Presse-Agentur dpa 09.06.2021
Deutsche Presse-Agentur dpa 09.06.2021
Deutsche Presse-Agentur dpa 09.06.2021