Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Auto & Verkehr Versinken deutsche Straßen im "E-Scooter-Chaos"?
Mehr Auto & Verkehr Versinken deutsche Straßen im "E-Scooter-Chaos"?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:15 12.07.2019
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Achtlos abgestellte E-Tretroller können schnell zur Stolperfalle werden. Quelle: Christian Charisius
Berlin

Knapp einen Monat nach der Zulassung von E-Tretrollern haben Verkehrsverbände eine kritische Zwischenbilanz gezogen. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat und der ADAC forderten angesichts erster Unfälle eine bessere Aufklärung über Sicherheitsgefahren.

Aus Berlin und anderen Städten seien seit der Zulassung zum Teil schwere Unfälle gemeldet worden, sagte Christian Kellner, Hauptgeschäftsführer des Verkehrssicherheitsrats. "Das zeigt, wie gefährlich das Fahren mit E-Scootern ist und wie sehr es von einigen unterschätzt wird."

Wo E-Scooter für Ärger sorgen

"Immer häufiger sind unachtsam abgestellte E-Scooter Stolperfallen auf den Bürgersteigen", sagte Kellner. Das müsse verhindert werden - auch dass diese Fahrzeuge zu zweit benutzt werden. "Sollte sich die Unfallsituation weiter verschlechtern und sollten mehr Menschen mit Kopfverletzungen und Brüchen in Krankenhäuser eingeliefert werden, müssen wir über eine Helmpflicht nachdenken", sagte Kellner.

In den vergangenen Wochen war es der Polizei zufolge bereits zu einigen Unfällen auf den Straßen und Gehwegen gekommen. In Berlin wurden bislang mindestens sieben E-Tretroller-Unfälle und mindestens acht Schwerverletzte mit Knochenbrüchen und Kopfverletzungen registriert. Frankfurt und Hamburg meldeten eine einstellige Zahl an Unfällen, München zählte bislang mindestens sechs.

Zudem wurden in den Städten bereits zahlreiche E-Tretroller-Fahrer für Verwarnungsgelder zur Kasse gebeten - oft, weil sie auf den Rollern betrunken, zu zweit oder auf dem Gehweg unterwegs waren.

Aufklärung und bessere Infrastruktur erforderlich

Kellner vom Verkehrssicherheitsrat sagte, die Koalition habe sich das Ziel gesetzt, die Zahl der Getöteten und Schwerverletzten im Verkehr zu senken. Neben umfassenden Aufklärungsmaßnahmen gehöre dazu dann auch, in infrastrukturelle Maßnahmen zu investieren. Wege müssten sicherer gemacht werden, es müsse ausreichend Platz für die ungeschützten Verkehrsteilnehmer geschaffen werden - so sicher, dass man auch mit E-Scootern sicher ankommen könne.

Auch eine Sprecherin des ADAC verwies auf zunehmende Probleme mit den E-Scootern. Der Automobilclub appelliere an die Nutzer, sich verantwortungsvoll, defensiv und vorausschauend verhalten. Fahrer auf dem E-Scooter seien "schutzlos", im Falle von Stürzen und Unfällen könne es zu schweren Verletzungen kommen. Wichtig sei es, sich vorab über die mögliche Route Gedanken zu machen und Strecken ohne Radweg möglichst zu vermeiden.

Viele alkoholisierte Fahrer

Dass es reihenweise zu Alkohol-Fahrten komme, zeige für den ADAC die Notwendigkeit verstärkter Aufklärung: "E-Scooter sind Kraftfahrzeuge, es gelten die gleichen strikten Regeln wie beim Autofahren." Das sei angesichts von Geschwindigkeit und Gefährdung auch richtig. Mit Vernunft genutzt könnten die E-Tretroller jedoch eine gute Ergänzung gerade in den Städten sein.

Als positiv bewertet es der ADAC, dass einzelne Verleiher ihre Apps nutzen, um zusätzliche Sicherheitshinweise zu geben. "Das Engagement könnte allerdings noch deutlich größer sein", sagt die Sprecherin. Denkbar sei es etwa, dass Verleiher und Hersteller Trainings anbieten: "Es liegt im Interesse der Hersteller und Verleiher, dass es in unseren Städten nicht zu einem Scooter-Chaos kommt."

dpa

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Jetzt schnell noch von hier zum Museum! Zu Fuß oder mit dem Rad? Seit einem Monat kann man in Deutschland dafür auch einen Elektro-Tretroller nehmen - den eigenen oder einen gemieteten.

Deutsche Presse-Agentur dpa 12.07.2019

Wenn ein Autofahrer Unfallflucht begeht, dann muss er damit rechnen, seinen Führerschein zu verlieren. Es gibt jedoch Ausnahmen. Es kommt beispielsweise auf die Höhe des Schadens an.

Deutsche Presse-Agentur dpa 12.07.2019

Der Name Levante klingt eher bescheiden. Denn mit 300 km/h Spitzengeschwindigkeit ist der SUV um einiges schneller als der gleichnamige Wind an der spanischen Atlantikküste. Was Maserati über das V8-Modell noch bekannt gegeben hat.

Deutsche Presse-Agentur dpa 11.07.2019