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Auto & Verkehr Vorfahrtsverstoß bei Fahrradunfall gravierender als Geisterfahrt
Mehr Auto & Verkehr Vorfahrtsverstoß bei Fahrradunfall gravierender als Geisterfahrt
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10:41 12.09.2014
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Ein Geisterradler, der mit einem anderen Radfahrer zusammenstößt, trägt nur eine Teilschuld, wenn der Unfallgegner gleichzeitig die Vorfahrt missachtet hat. Quelle: Inga Kjer
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Hamm

Nach Ansicht des Oberlandesgerichts Hamm wiegt hier ein Vorfahrtsverstoß schwerer, als einen Radweg entgegen der Fahrtrichtung zu benutzen (Az.: 26 U 60/13), berichtet die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV).

In dem verhandelten Fall war eine Radfahrerin auf dem Radweg neben einer Straße entgegen der Fahrtrichtung unterwegs. Ein anderer Radler wollte aus einer verkehrsberuhigten Straße nach rechts auf den Radweg abbiegen. Im Einmündungsbereich stießen beide zusammen. Die Frau stürzte, zog sich Knochenbrüche zu - und verlangte vollständigen Schadensersatz. Schließlich habe ihr der Unfallgegner die Vorfahrt genommen.

Das Gericht bewertete die Situation anders: Zwar hätte der aus der verkehrsberuhigten Straße kommende Radler tatsächlich besser auf den Querverkehr achten müssen und trage daher die Hauptschuld. Zu einem Drittel liege die Schuld aber bei der Geisterradlerin, die durch ihr Fehlverhalten den Unfall mitverursacht habe.

dpa

Deutsche Presse-Agentur dpa 12.09.2014
Deutsche Presse-Agentur dpa 12.09.2014
Deutsche Presse-Agentur dpa 12.09.2014