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19:03 15.12.2020

Fotostrecke: Beste Bücher 2020

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Von Sabine Tholund

Ein Buch des Jahres Hallgrimur Helgason: 60 Kilo Sonnenschein (Tropen). Dieser Roman voller schrecklicher, schöner und unglaublicher Geschichten erzählt von einem Jungen in Island, der bei verschiedenen Ziehvätern aufwächst und den Wandel des bäuerlich geprägten Islands in einen Ort der Moderne erlebt. Humorvoll, fabulierfreudig und mit viel Sinn für poetische Momente.

Ein Buch fürs Leben Kristin Höller: Schöner als überall (Suhrkamp). Martin ist Student, Noah macht eine Blitzkarriere als Schauspieler. Ein Wochenende im Elterndorf stellt die Freundschaft der beiden vor eine harte Probe. Die 24-jährige Autorin entfaltet in dem erstaunlich lebensklugen Buch Gefühle und Einsichten eines Heimkehrers wider Willen.

Ein Buch für blaue Nachmittage Whitney Scharer: Die Zeit des Lichts (Klett-Cotta). Die Liebe zwischen dem Fotokünstler Man Ray und seiner um 17 Jahre jüngeren Kollegin und Muse Lee Miller bildet die Folie dieses biografisch geprägten Romans. Wie mit dem Teleobjektiv zoomt die Autorin sich an ihre Protagonisten heran und zeichnet das Bild eines aufregenden Lebens in der Pariser Boheme.

Ein Buch mit Widerhaken Ludwig Fromm: Z. Wie Zersetzung (Ludwig). Mit zwanzig wagt Rita 1970 die Flucht aus der DDR. Doch sie wird verhaftet und muss drei Jahre ins Gefängnis, bis sie freigekauft wird. Ihre Geschichte deckt sich mit der des Autors und Gründungsrektors der Muthesius Kunsthochschule. Sein Buch ist eine Anklage auf die menschenverachtenden Methoden der Stasi – dank unvermutet poetischer Passagen jedoch viel mehr als das.

Ein Buch zum Verschenken Michaela Kastel: Worüber wir schweigen (Emons). Mädchenschwarm Dominik stirbt unter den Rädern eines Zuges. Selbstmord oder Mord? Der raffiniert konstruierte Thriller setzt sich zusammen wie ein Puzzle und ist spannend bis zum verblüffenden Ende. Fast ohne Blutvergießen.

Quelle: Tropen Verlag

von Ruth Bender

Ein Buch des Jahres Ralf Rothmann: Hotel der Schlaflosen (Rowohlt). In diesen Erzählungen steht das Leben auf der Kippe. Es endet abrupt, implodiert es in kleinen Katastrophen - und manchmal geht es auch voran in eine vielleicht hellere Zukunft. Wie Rothmann schwebend lakonisch den Erschütterungen des Seins nachspürt, das ist in Corona-Zeiten durchaus tröstlich.

Ein Buch fürs Leben Johannes V. Jensen: Himmerlandsgeschichten (Guggolz). Der dänische Literaturnobelpreisträger 1944 erzählt von knorrigen Menschen in der kargen Landschaft Nordjütlands. Die Sprache ist so scheinbar schlicht wie das Leben der Figuren, und in dieser engen Welt bringt Jensen den ganzen Kosmos zum Leuchten.

Ein Buch für blaue Nachmittage Katja Eichinger: Mode und andere Neurosen (Blumenbar). Diese Essays erzählen von der Botschaft der Sneaker von Jürgen Habermas, wie Punk zur Pose wurde und die Schönheits-OP zum Statussymbol. Ungewöhnliche Einsichten in das Phänomen Mode - klug und lässig dahinphilosophiert.

Ein Buch mit Widerhaken Nora Gantenbrink: Dad (Rowohlt). Hier sind viele Lebenssüchtige unterwegs: die Ich-Erzählerin, ein verlorener Vater und ein haltlos liebender Motorradfahrer. Die Stern-Reporterin erzählt von der Kindheit in der Provinz und wie die Suche nach dem Vater zur Selbstsuche wird. Liebevoll und lebenswütig.

Ein Buch zum Verschenken Huw Lewis Jones: Das Buch des Meeres (Dumont). Getrieben von unstillbarer Neugier und Forschergeist machten sie sich auf, der norwegische Schiffsjunge um 1920, der Kapitän im Staatsauftrag oder die Frau, die es 1768 als Mann verkleidet auf ein Expeditionsschiff schaffte. Bilder und Berichte sind so vielfältig wie die Tagebuchschreiber, in deren Schilderung sich Abenteuer und Wissensdurst vereinen.

Quelle: Suhrkamp

Von Kai U. Jürgens

Ein Buch des Jahres Simon Stålenhag: The Electric State (Fischer TOR). Eine junge Frau und ein kindhaft wirkender Roboter durchqueren die verwüsteten Vereinigten Staaten. Das visionäre Buch des schwedischen Künstlers und Musikers entwirft – in Worten wie in Bildern – das abgründige Panorama einer Welt, der ihre natürliche Erlebnisfähigkeit abhanden gekommen ist.

Ein Buch fürs Leben Christine Wunnicke: Die Dame mit der bemalten Hand (Berenberg). Zwei Männer aus Orient und Okzident, die auf einer Insel festsitzen und versuchen, einander trotz aller Fremdartigkeit zu verstehen – Wunnickes farbenprächtige Reisegeschichte um den in dänischen Diensten reisenden Forscher Carsten Nie buhr (1733-1815) vor historischer Kulisse glänzt mit Irritationen aller Art.

Ein Buch für blaue Nachmittage Alexander Pechmann: Die zehnte Muse (Steidl). Der Schwarzwald im Jahr 1905: Eine unheimliche Geschichte um zwei Männer und ein Mädchen, das nicht zu altern scheint. Bildstark und im Stil der „Schwarzen Romantik“ erzählt, thematisiert der fesselnde Roman nicht zuletzt das Wesen der Zeit.

Ein Buch mit Widerhaken Charles Burns: Daidalos 1 (Reprodukt). Endlich Neues von Comicgenie Charles Burns: Die Tagträume eines Zeichners gehen mit der Realität eine seltsame Verbindung ein. Autobiografisch grundiert, kombiniert der Band einen klaren Strich mit einer raffinierten Erzählweise.

Ein Buch zum Verschenken Ror Wolf: Alles andre: ungewiß (Schöffling & Co). „es schneit, dann fällt der regen nieder, / dann schneit es, regnet es und schneit, / dann regnet es die ganze Zeit, / es regnet und dann schneit es wieder.“ Die besten Gedichte des 2020 gestorbenen Lyrikgroßmeisters in wunderschöner, mit vierfarbigen Collagen illustrierter Ausstattung.

Quelle: Fischer Verlag
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