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19:03 15.12.2020

Fotostrecke: Beste Bücher 2020

4-6 6 Bilder

Von Susanne Färber

Ein Buch des Jahres Charlotte Wood: Ein Wochenende (Kein & Aber). Ausgerechnet zu Weihnachten räumen Jude, Wendy und Adele das Strandhaus ihrer verstorbenen Freundin aus. Ein Buch über die Freundschaft – zum Lachen, zum Weinen, zum Nachdenken und zum immer wieder in die Hand nehmen.

Ein Buch fürs Leben Robert Seethaler: Der letzte Satz (Hanser). „Mahler mochte den Wind. Er hatte den Eindruck, er wehe ihm dumme Gedanken aus dem Kopf.“ Gerade erst in New York gefeiert, sitzt der weltberühmte und schwerkranke Komponist Gustav Mahler an Bord eines Atlantikkreuzers und schaut aufs Meer. Es wird seine letzte Reise. Eine wunderbar leise Rückschau auf sein turbulentes Leben, voller Triumphe und Tragödien.

Ein Buch für blaue Nachmittage Peter Lindbergh: Untold Stories (Taschen). Es sollte seine erste große selbst kuratierte Ausstellung werden, doch im September 2019 starb der Meister der Schwarz-Weiß-Modefotografie. Der Bildband ist ein Juwel für alle, die die Ausstellung in Düsseldorf oder Hamburg verpasst haben – mit außergewöhnlichen und bislang unveröffentlichten Aufnahmen.

Ein Buch mit Widerhaken Bernhard Schlink: Abschiedsfarben (Diogenes). Was ist Treue? Was ist Verrat? Was ist Glück? Und wie geht Scheitern? Bernhard Schlink blickt in seinem Erzählband schonungslos auf menschliche Abgründe, Zweifel, Lebenslügen, aber auch auf Glücksmomente.

Ein Buch zum Verschenken Martin Suter / Benjamin von Stuckrad-Barre: Alle sind so ernst geworden (Diogenes). Zum Ende des Pandemie-Jahres braucht es Spaß und Sprachwitz – am besten gleich im Doppelpack. Gut, dass die beiden Bestseller-Autoren ihren Podcast auch auf Papier gebracht haben. Köstlich nicht nur ihr Dialog über Glitzer im Glas oder die Bedeutung des Äähm.

Quelle: Kein und aber

Von Christian Strehk

Ein Buch des Jahres Yorck Kronenberg: Mondariz (Dörlemann). Ein junger Berliner Musikwissenschaftler spürt auf einer naturschönen Südatlantikinsel Spuren des Komponisten Coimbra nach. Aber im Grunde sucht er nach sich selbst und seiner verlorenen Liebe. Dem Pianisten Kronenberg, der in Lübeck studierte, gelingt hier eine faszinierend geheimnisvolle Mixtur von Kunstfiktion, neoromantischer Novelle und Reiseliteratur.

Ein Buch fürs Leben John le Carré: Der Spion, der aus der Kälte kam (in der Neuübersetzung von Sabine Roth, Ullstein-Verlag). Es gibt wenig Krimis, die man mehrfach lesen kann. Der im Kalten Krieg kurz nach dem Mauerbau angesiedelte Ost-West-Spionagethriller des gerade verstorbenen Engländers gehört ganz sicher dazu.

Ein Buch für blaue Nachmittage Tobias Roth: Die Welt der Renaissance (Galiani). 63 Autorinnen hat der Verleger angeregt, auf 640 Seiten eine ferne, aber folgenreiche Epoche nahe zu rücken – mit herrlichen Schlaglichtern auf Pest und Petrarca, Päpste und Leonardo, Machiavellis Lust- und Raffaels Bildfantasie.

Ein Buch mit Widerhaken Daniel Mason: Der Klavierstimmer Ihrer Majestät (C.H.Beck). Im fortgeschrittenen 19. Jahrhundert wird der Londoner Pianotechniker Drake vom zwielichtigen Militärarzt Carroll an die Front der blutigen britischen Kolonialkriege in Birma gelockt – eigentlich nur, um ein kostbares Erard-Instrument zu reparieren. Ein opulentes Kulturclash-Gemälde.

Ein Buch zum Verschenken Maria Peters: Die Dirigentin (Atlantik Verlag). Das Buch nach ihrem Film: Peters porträtiert im Roman die junge Niederländerin Antonia Brico, die sich von der Platzanweiserin zur allerersten Dirigentin der Berliner Philharmoniker (1930!) durchgelitten und durchgebissen hat.

Quelle: Dörlemann Verlag

Von Anne Voigt

Ein Buch des Jahres Hilary Mantel: Spiegel und Licht (Dumont). Zeitreise ins 16. Jahrhundert: Thomas Cromwell, Sohn eines Hufschmieds, steigt unter Heinrich VIII. zum Schatzkanzler auf. Hilary Mantel lässt uns eintauchen in die Zeit der politischen und kirchlichen Reformen, die Cromwell anschob – ein Bösewicht, aber auch ein Mann der Moderne.

Ein Buch fürs Leben Gabriele Tergit: Effingers (Schöffling). Was für ein Glück, dass der 1951 erstmals veröffentlichte Roman neu verlegt wurde und dass diese Schriftstellerin noch einmal ein großes Forum erhält. Sie hat, angelehnt an ihre Familiengeschichte, das jüdische Bürgertum der Vorkriegsjahre vor dem Vergessen bewahrt. Ein Buch wie die „Buddenbrooks“ wollte sie schreiben. Das ist ihr geglückt.

Ein Buch für blaue Nachmittage Jane Gardam: Robinsons Tochter (Hanser). Die sechsjährige Vollwaise Polly Flint wächst im Haus zweier frömmelnder Tanten auf, ihr Rettungsanker wird die Bibliothek, vor allem Robinson Crusoe, in dem sie einen Seelenverwandten findet. Ein Buch auch über die Kraft der Literatur.

Ein Buch mit Widerhaken David Grossman: Was Nina wusste (Hanser). Eine jüdische Partisanin, die mit ihrem serbischen Mann unter Tito gegen die Nazis kämpft, hält ihrer großen Liebe auch nach dessen Tod die Treue – und muss dafür ihre Tochter Nina im Stich lassen. David Grossman zeigt einmal mehr, dass er ein Meister darin ist, Herzen und Seelen gründlich auszuleuchten.

Ein Buch zum Verschenken Thomas Hettche: Herzfaden (Kiepenheuer & Witsch). Die „Unendliche Geschichte“ muss zwar als B-Variante herhalten. Aber wer weiterliest, wird belohnt – mit einer Erzählung, die die Kriegs- und Nachkriegsjahre, die Anfänge der „Augsburger Puppenkiste“ und die Magie der Marionetten fein miteinander verwebt. So zauberhaft wie lehrreich.

Quelle: DuMont Buchverlag
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