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10:17 29.01.2021

Fotostrecke: Bundesfreiwilligendienst in Schleswig-Holstein

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Die Naturliebhaberin

Nach acht Jahren Büroarbeit war die Sehnsucht groß: Cora Hengst (34) vermisste die regelmäßige Bewegung, die Natur, die frische Luft, die Hände in der Erde. Die studierte Sportwissenschaftlerin arbeitete in der Nähe von Köln beim Deutschen Behindertensportverband. „Irgendwann wurde mir der Anteil der PC-Arbeit und der Besprechungen in geschlossenen Räumen zu hoch, auch wenn ich gerne für den Verband gearbeitet habe“, erzählt sie. So soll es die nächsten Jahrzehnte weitergehen? Ist ein Richtungswechsel nicht viel besser? „Mein Freund und ich haben noch keine Kinder und keine finanziellen Verpflichtungen“, sagt sie. „Also war jetzt der beste Zeitpunkt, den Horizont zu erweitern.

"Im Netz erfährt sie von Villekula, einem Flensburger Verein für Natur- und Gesundheitsförderung – und vom BFD. Sie kündigt ihren gut bezahlten Job, sucht sich eine kleine Wohnung im Norden und fängt am 1. September 2020 als Bundesfreiwilligendienstleistende an. Ihr Freund findet wenig später nahe Hamburg Arbeit. Obwohl die beiden nun eine Fernbeziehung führen, hat sie nie daran gezweifelt, dass das die richtige Entscheidung war. „Das ganze Jahr über gärtnern wir mit Kindern und Jugendlichen“, erzählt sie. „Ich bin immer draußen und genieße es ungemein.“ Sie buddelt Kartoffeln mit ihren Teilnehmern aus, erntet Tomaten, bringt Samenkörner unter die Erde. Gekocht wird in der Outdoor-Küche. Was nach dem BFD-Jahr kommt? Cora Hengst ist zuversichtlich: „Das wird sich ergeben.“

Quelle: Privat

Die Alleinerziehende

Die Lübeckerin Alina Müller (30) hat einen Traum: Sie möchte Erzieherin werden. Doch das ist schwerer als gedacht. Denn bisher hat die alleinerziehende Mutter einer achtjährigen Tochter und eines sechsjährigen Sohnes noch nicht gearbeitet. Nach der Fachhochschulreife ging sie erst einmal der Liebe wegen nach Aserbaidschan und Armenien. Als sie nach vier Jahren zurückkehrte, kümmerte sie sich ein paar Jahre nur um ihre Kinder. „Einen Job zu finden, war schwer, da ich keine beruflichen Erfahrungen habe“, erzählt sie. Durch Zufall erfährt sie, dass im städtischen Kindergarten ihres Sohnes FSJler gesucht werden. „Da ich dafür zu alt bin, wurde mir der Bundesfreiwilligendienst empfohlen.“

Seit August 2020 ist Alina Müller nun als Hilfe in der Kita dabei – und hat keinen Tag bereut. „Ich kann jetzt komplett in den Beruf eintauchen, kann sehen, ob es tatsächlich mein Traum ist, und mir Gedanken machen, wie ich später Beruf und Familie unter einen Hut bekomme.“ Ihr Freiwilligendienst beträgt 30 Stunden in der Woche, damit sie nebenbei noch als Aushilfe in einer Bäckerei arbeiten kann. „Dass es eine Teilzeit-Lösung gibt, ist klasse.“ Nach fünf Monaten weiß sie jetzt genau: „Ich fange eine Ausbildung als Erzieherin an.“ Von Vorteil ist da nicht nur ihr BFD-Jahr. Auch ihre Sprachbegabung könnte das sein. Alina Müller, die eine russische Mutter hat, spricht Russisch, Türkisch und auch die aserbaidschanische Sprache.

Quelle: Privat

Die Unentschlossene

Was tun nach der Schule? Für Jennifer Störcker (28) war klar: erst einmal studieren. „Das hatten alle in meiner Klasse vor. Also habe ich gar nicht lange nachgedacht und mit Wirtschaftsinformatik an der Christian-Albrechts-Uni angefangen“, erzählt die Kielerin. Doch eine Erfüllung war das nicht für sie. Nach zwei Semestern wechselte sie auf Englisch und Pädagogik, ein Jahr später nochmals an die Fachhochschule, um sich ganz der Pädagogik zu widmen. Glücklich wurde sie auch damit nicht. „Ich war einfach planlos“, gesteht sie. Da kam der Bundesfreiwilligendienst gerade recht.

Im Kindergarten in Flintbek bekommt sie eine Stelle – und ist erstmals einfach nur zufrieden. „Es ist schön, etwas für andere zu tun“, sagt sie. Sie erzählt vom Wickeln der Kinder, vom Gute-Nacht-Lied zum Mittagsschlaf der Kleinen, vom Vorlesen von Geschichten. Keine anstehenden Prüfungstermine, keine Seminararbeiten, kein Druck. Zum ersten Mal kann Jennifer Störcker so richtig durchatmen. „Mit jedem Tag bekam ich mehr Selbstvertrauen und habe herausgefunden, wer ich eigentlich bin.“ Noch während ihrer Freiwilligen-Zeit bekommt sie einen Ausbildungsplatz in der Kieler Unfallambulanz „Med Baltic“ zur Medizinischen Fachangestellten angeboten und sagt sofort zu. „Das ist perfekt“, sagt sie und strahlt. Seit einem halben Jahr ist sie nun dort und denkt bereits über Fortbildungen und Zusatzqualifizierungen nach – eine ehemalige Studentin, die angekommen ist.

Quelle: Frank Peter
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