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Essen & Trinken Neuengland is(s)t mehr als Clam Chowder
Mehr Essen & Trinken Neuengland is(s)t mehr als Clam Chowder
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05:32 13.11.2019
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Dank der kilometerlangen Küstenlinie gibt es in Neuengland reichlich Hummer. Quelle: Discover New England/Massachusetts Office of Travel & Tourism/dpa-tmn
Köln

Die New England Clam Chowder, eine sämig-weiße Muschelsuppe, ist sicherlich die berühmteste Spezialität Neuenglands. "Die eignet sich hervorragend für Hobbyköche, um die Region im Nordosten der Vereinigten Staaten am eigenen Herd in kulinarischer Hinsicht zu entdecken", sagt Markus Elter.

Er vertritt das Fremdenverkehrsamt von Neuengland und schwärmt von der Küche der US-Staaten: "Frischer Hummer, Austern und Muscheln, Fisch und Wild, Cranberries, Blaubeeren, Ahornsirup oder Käsespezialitäten sind nur eine Auswahl der Leckereien, für die Neuengland berühmt ist." Regional und saisonal sei die Küche, vor allem aufgrund der zahlreichen Farmen in der Gegend. Dank der kilometerlangen Küstenlinie stehen Fisch und Meeresfrüchte hoch im Kurs.

Gabi Frankemölle, Foodbloggerin bei usa-kulinarisch.de, beschreibt die Küche Neuenglands eher als bodenständig und ziemlich deftig. Sie hat auf ihrem Blog mehr als 1000 amerikanische Rezepte veröffentlicht. Mit Clam Chowder, da stimmt sie Markus Elter zu, könne man die Küche Neuenglands am besten entdecken.

Clam Chowder mit Miesmuscheln

Für die Suppe dünstet Frankemölle Speck, Zwiebeln und Knoblauch in zerlassener Butter und dickt mit Mehl an. Dann kommen Fischfond, Kartoffelwürfel und Selleriescheibchen dazu. Wenn das Gemüse weichgekocht ist, gibt sie die Muscheln in den Topf. "Weil Venusmuscheln als Einlage schwer zu bekommen sind, verwende ich üblicherweise frische Miesmuscheln", sagt die USA-Kulinarik-Expertin.

Durch Sahne und Milch erhält die Suppe dann ihre cremige Konsistenz, abgeschmeckt wird mit Salz, Pfeffer, einem Spritzer Zitronensaft und frischen Kräutern wie Petersilie, Schnittlauch oder Dill. "Wer mag, kann zum Servieren das Muschelfleisch aus den Schalen pulen. Aber eigentlich macht es ja gerade den Reiz aus, wenn das jeder selbst macht. Stilecht benutzt man eine leere Muschelschale als Zange", schlägt Frankemölle vor.

Küche ist einfach, frisch und schnörkellos

Sich der Küche Neuenglands zu nähern, ist allerdings gar nicht so leicht. Es gibt nicht ein deutschsprachiges Kochbuch. Da hilft nur ein Blick über den großen Teich. Denn dort präsentieren amerikanische Kochbuchverlage die Region ausführlich - und sehr modern.

Für "New England Invite: Fresh Feasts to savor the seasons" habe sich die Autorin Kate Bowler von regionalen Produkte inspirieren lassen und von dem enormen Einfluss, den die Jahreszeiten auf ihre Heimatküche habe. "Die Küche Neuenglands ist tief verwurzelt in der Küstenregion und geprägt von Meeresfrüchten und regionalen Zutaten", erklärt Bowler. "Sie ist einfach, frisch und schnörkellos."

"Mein Lieblingskapitel ist das Clambake, der Höhepunkt in der Küche Neuenglands", schreibt Bowler. Bei einem Clambake werden Hummer, Muscheln und andere Zutaten übereinander geschichtet - eigentlich in einem Erdofen am Strand. Bowler hat ein Rezept entwickelt, mit dem das Event auch zu Hause möglich ist.

Wenn alle mit Bier in der Hand um den Topf stehen

In einem riesigen Topf werden ganze Kartoffeln, Maiskolben, geräucherte Wurst, Venusmuscheln, Miesmuscheln und zuletzt Hummer in einem mit Knoblauch, Zwiebel, Zitrone und Sellerie aromatisierten Wasser gedämpft. "Alle wollen zugucken und mithelfen", schreibt Bowler. "Wir stehen mit Topflappen in der einen und einem kalten Bier in der anderen Hand um den Topf herum und schichten eine Lage nach der anderen in den Sud."

Deftige, schwere Eintöpfe findet man in "New England Invite" nicht. Stattdessen leichte, frische Gerichte mit lokalen und saisonalen Zutaten, die einfach zuzubereiten sind, und die es anderorts sicher genauso geben könnte. Aber Rezepte wie die Crab Cakes, gebratene Fischfrikadellen aus Krebsfleisch, die Berry Crostini, Baguette mit Ricotta getoppt mit frischen Blaubeeren, oder eine Kürbis-Butter tragen deutlich die Handschrift Neuenglands.

dpa

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