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Essen & Trinken Schokoladenhersteller zwischen Tradition und Trends
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10:48 17.04.2019
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Ostereier aus Schokolade in der Schokoladenmanufaktur Chocolaterie Molina. Quelle: Daniel Karmann
München

In Osternestern stecken heuer nicht mehr nur Schoko-Osterhasen aus möglichst günstiger Schokolade. Das Schoko-Handwerk und die Industrie feilen an immer neuen Produktideen. Denn der Kunde will die Leckereien einerseits traditionell, doch andererseits neu und ausgefallen.

Ohne Zuckerzusatz, laktosefrei, vegan, bio, proteinreich - auf diese Mischung setzen deshalb gleich mehrere Unternehmen in der Branche. So zielt etwa der 150 Jahre alte Schokoladenhersteller

Frankonia Chocolat im unterfränkischen Veitshöchheim (Landkreis Würzburg) neuerdings auch auf Anhänger kohlenhydratarmer Ernährung (low carb): "High Protein"-Schokolade, ohne Zuckerzusatz, dafür mit mehr Eiweiß. Seit über 20 Jahren stellt das Unternehmen zuckerfreie Schokolade für Diabetiker her. 2011 fing Frankonia nach eigenen Angaben an, das Sortiment stärker zu erweitern.

Gerne ein teurer Hase

Das Ostergeschäft der Branche soll in diesem Jahr besonders gut laufen. Das prognostiziert zumindest der Süßwarenverband Sweets Global Network mit Sitz im München. Demnach könnten die deutschen Süßwarenhersteller mehr Schoko-Langohren verkaufen als Schoko-Nikoläuse zu Weihnachten - mehr als 220 Millionen. Etwa jeder zweite Hase werde exportiert.

Die Kunden kauften nicht nur mehr, sondern auch verstärkt teure Produkte. "Schon im letzten Jahr brachten die Hersteller starke Neuprodukte auf den Markt, die deutlich das durchschnittliche Preisniveau überstiegen, aber dennoch für eine hohe Nachfrage bei den Konsumenten sorgten", teilte der Vorstandsvorsitzende von Sweets Global Network, Hans Strohmaier, mit. Im Durchschnitt gäben die Deutschen zwischen fünf und sechs Euro für süße Osterartikel aus.

Laut Verband sind klassische und nostalgische Produkte wie der Hase oder Eier weiter beliebt. Doch die Verbraucher verlangten nach Themenvarianten. Mit neuen Geschmacksrichtungen und individuellen Verpackungen sorgten Hersteller für Variation.

"Nachhaltig bedeutet aber nicht immer fair"

Große Nachfrage gibt es laut Süßwarenverbänden vor allem für nachhaltig produzierte Schokolade beziehungsweise Kakao. Der Anteil liege schon bei über 60 Prozent. "Nachhaltig bedeutet aber nicht immer fair", sagt Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern. Der Begriff fair sei nicht geschützt. Die Berliner Verbraucherzentrale habe kürzlich festgestellt, dass in Supermärkten kaum wirklich fair gehandelte Schokohasen angeboten würden. Wie aussagekräftig ein Fairtrade-Label ist, können Verbraucher auf der Internetseite

label-online.de nachschauen, rät Krehl.

Mit Fairtrade und Nachhaltigkeit wirbt ebenfalls

Riegelein Confiserie aus Cadolzburg bei Nürnberg. Das 1953 gegründete Unternehmen verarbeitet nach eigenen Angaben jährlich rund 18.000 Tonnen Schokolade zu verschiedenen Produkten. Darunter etliche Mottoprodukte zu Halloween, Silvester, Valentinstag und eben Ostern. Nach eigenen Angaben besteht das gesamte Sortiment inzwischen aus nachhaltigem Kakao. Zudem will Riegelein bei Mini-Schokofiguren ab sofort 49 Prozent der Plastikverpackung sparen.

Regionale Produkte

Das Confiserie-Unternehmen

Schwermer im schwäbischen Bad Wörishofen nutzt einen anderen Trend: regionale Produkte. "Ab heuer haben wir das gesamte Sortiment auf Allgäuer Sahne umgestellt", sagt Marketingleiter Gerhard Manner. Das mache sich bemerkbar. Das Ostergeschäft werde "mit einer sehr schönen Zahl" abgeschlossen.

Neben den großen Schokoladenfabriken buhlen etliche kleine Manufakturen am Markt um Kunden. Konditoren können sich sogar zum Schokoladen-Sommelier fortbilden lassen. Einige Manufakturen stellen neben Pralinen und Co. auch spezielle Osterprodukte her. So wie die

Chocolaterie Molina in Schweinfurt. Bei Wunsch bietet die Manufaktur auch ausgefallenere Geschmacksrichtungen wie Pfefferminz und Chili an. Laktosefreie und vegane Schokolade führt sie ebenfalls. Für Inhaberin Linda Gahn-Becker ist klar: "Die Leute wollen nichts von der Stange."

dpa

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