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Gründächer in Hamburg sorgen für Artenvielfalt

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11:21 09.05.2022
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Gründächer in Hamburg: Auf ihnen gedeiht biologische Artenvielfalt und sie helfen, Stadterwärmung durch Klimawandel zu dämpfen.
Gründächer in Hamburg: Auf ihnen gedeiht biologische Artenvielfalt und sie helfen, Stadterwärmung durch Klimawandel zu dämpfen. Quelle: Markus Scholz/dpa
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Hamburg

Auf Hamburgs Gründächern ist eine erstaunliche Artenvielfalt zu finden. So krabbeln und leben dort mindestens 235 verschiedene Käferarten, wie die Auswertung eines Bio-Monitorings im Auftrag der Umweltbehörde auf mehreren begrünten Flachdächern der Stadt ergeben hat.

Dabei ist zudem herausgekommen, dass auch seltene Exemplare sich dort wohlfühlen, wie Hanna Bornholdt, Projektleiterin für Hamburgs Gründachstrategie, der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Wir haben mehrere Käfer gefunden, die auf der Roten Liste stehen und sehr selten vorkommen - vor allem hier mitten in der Stadt." Darunter seien viele Arten, die selbst Biologen nicht erwartet hätten.

Die Behörde hat die ökofaunistische Begleituntersuchung vor zwei Jahren bei der Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und der Universität Hamburg in Auftrag gegeben. Dafür werden regelmäßig Becherfallen auf sieben Dächern der Stadt kontrolliert und ausgewertet.

2020 waren 873 Individuen aus 103 Arten und 2021 schon 3211 Individuen aus 209 Arten in die Fallen gelaufen. Insgesamt wurden so 235 Arten auf den Dächern registriert. Zum Vergleich: In Schleswig-Holstein gibt es der Umweltbehörde zufolge etwa 4000 Käferarten.

Hamburger Gründachstrategie

Die Untersuchung ist Teil der Hamburger Gründachstrategie, die die Hansestadt vor acht Jahren begonnen hat. Hamburg war damit die erste deutsche Großstadt, die die Begrünung der Dächer so intensiv vorantreibt. Ziel ist es, mindestens 70 Prozent der Neubauten und der geeigneten zu sanierenden Dächer zu begrünen.

Seit 2014 sind 80 Hektar dazugekommen. Damit gibt es in Hamburg rund 203 Hektar begrünte Dächer, davon 39 Prozent im Wohnungsbau, 35 Prozent im Industrie- und Gewerbebau und 26 Prozent bei sonstigen Gebäuden wie Schulen.

Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) zufolge sind die positiven Effekte auf die Artenvielfalt, das Wasser und die Luft stadtweit langfristig spür- und messbar. "Mit etwas Beharrlichkeit lässt sich Erstaunliches erreichen. Wir haben also allen Grund zur Zuversicht, auch wenn der Weg weit ist." Klimaanpassung sei machbar, wenn klug geplant werde und man am Ball bleibe. "Wir haben uns das fest vorgenommen: In allen neuen Hamburger Bebauungsplänen sind Gründächer die Regel."

© dpa-infocom, dpa:220509-99-213041/5

dpa

Deutsche Presse-Agentur dpa 02.05.2022
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