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Gesundheit 365 Tage im Jahr Service: Sie schaffen das
Mehr Gesundheit 365 Tage im Jahr Service: Sie schaffen das
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09:00 23.03.2019
Service, Logistik, Verpflegung und vieles mehr: Bei der Service Stern Nord arbeiten Menschen mit unterschiedlichsten Berufsbildern. Quelle: UKSH

„Wir schaffen das“, lautet das selbstbewusste Motto des UKSH mit Blick auf den baulichen Sprung ins 21. Jahrhundert. „Wir schaffen das“, sagen auch Petra Nissen und Sven Raumann, die beiden Geschäftsleiter der Service Stern Nord, ganz unaufgeregt. Ihr Job ist es, dafür zu sorgen, dass Ärzte und Pflegepersonal die bestmöglichen Bedingungen vorfinden, um so eine optimale medizinische Versorgung leisten zu können. Gleichzeitig sollen sich die Patienten so wohlfühlen, wie man sich in einem Krankenhaus eben wohlfühlen kann.

Petra Nissen ist Geschäftsleiterin der Service Stern Nord.

Bei den unzähligen Schnittstellen zwischen der Service Stern Nord und dem UKSH müssen alle Zahnräder geräuschlos ineinandergreifen. Dafür wurde die Service Stern Nord GmbH 2005 als 100-prozentige Tochterfirma des UKSH gegründet. Nissen und Raumann schaffen das. 365 Tage im Jahr, 24 Stunden täglich. „Die eigentliche Herausforderung ist nicht der alltägliche Klinikbetrieb“, sagt Raumann. „Die echte Challenge ist der Spagat zwischen Alt und Neu. Wir müssen die alten Einrichtungen weiter betreiben, gleichzeitig planen wir den Betrieb in den neuen Räumlichkeiten, denn die Prozesse aus der alten Klinik passen in vielen Bereichen nicht in die neue. Und uns ist bewusst, dass wir auch die Menschen von Alt nach Neu führen müssen.“ Doch da stapelt der Chef tief. Auch der klassische Klinikbetrieb liefert beeindruckende Zahlen: 9.000 Mahlzeiten pro Tag in der stationären Versorgung. Dabei werden monatlich sieben Tonnen Kartoffeln, 2,6 Tonnen Nudeln und 1,8 Tonnen Reis verarbeitet sowie 40 verschiedene Diäten und Sonderkostformen angeboten. 13.000 Kisten Mineralwasser und mehr als 11.000 Liter Milch werden monatlich verbraucht. 1.700 Kisten Mineralwasser und mehr als 11.000 Liter Milch werden monatlich benötigt. 600 Mitarbeiter reinigen täglich 353.000 Quadratmeter Fläche. Das entspricht einer Fläche von 60 Fußballfeldern. Außerdem werden 183.000 Quadratmeter Glasflächen sauber gehalten.

Sven Raumann, Geschäftsleiter Service Stern Nord.

30.000 Patienten- und 31.000 Materialtransporte übernimmt der Fachbereich Logistik monatlich. 120 Tonnen chirurgische Instrumente, die vorher in einem zweistufigen Verfahren aufbereitet und sterilisiert wurden, bewegt die Zentrale Sterilgutversorgung (ZSVA) jedes Jahr allein am Standort Kiel. Am Beispiel Reinigung wird deutlich, dass die Anforderungen an die Mitarbeiter der Service Stern Nord deutlich höher sind als in einem normalen Unternehmen, wo nur Schreibtische abgewischt und Teppichböden gesaugt werden müssen. „Bei der Reinigung der Patientenzimmer, Stationen, Funktionsräume, Operationssäle sowie der Intensiv- und Überwachungsbereiche, aber auch bei der Bettenaufbereitung und der Bau- und Glasreinigung werden extrem hohe Anforderungen an die Hygiene gestellt“, erklärt Petra Nissen.

„Um diesen Anforderungen gerecht werden zu können, sind spezielle Kenntnisse, strukturiertes Vorgehen, größte Sorgfalt und ein hohes Verantwortungsbewusstsein erforderlich.“ Fähigkeiten, die die Fachleiterinnen Hauswirtschaft ihren Mitarbeiterinnen an beiden Standorten in regelmäßigen Schulungen vermitteln. Schulungen sind überhaupt ein zentrales Thema in der Service Stern Nord. Raumann: „Viele der Tätigkeiten, die unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich ausüben, entsprechen keinem Lehrberuf. Das bedeutet, wir müssen unsere Mitarbeiter nicht selten selbst für ihre Aufgaben qualifizieren.“ Das sei eine tolle Chance für Seiteneinsteiger aller Art, finden die beiden Geschäftsleiter.

Zumal immer die Möglichkeit bestehe, sich innerhalb der Strukturen in der Hierarchie nach oben zu arbeiten. „Und selbst, wenn wir feststellen, dass ein neu eingestellter Mitarbeiter das an ihn gestellte Aufgabenprofil nicht oder nur teilweise erfüllt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass wir uns von ihm trennen müssen“, sagt Sven Raumann. „Wir haben viele Möglichkeiten, in anderen Arbeitsbereichen nach einer passenderen Stelle zu suchen.“ Das gilt übrigens auch für Menschen mit Handicap. Gerade erst ist die Service Stern Nord von der Agentur für Arbeit Kiel für ihr Engagement bei der Ausbildung von Menschen mit Behinderung und deren erfolgreichen Inklusion ausgezeichnet worden. „Wir ermöglichen in der Serviceassistenz und in der Hauswirtschaft behinderten Menschen Praktika“, erzählt Sven Raumann. Wenn diese Menschen es dann schaffen, in ihre Aufgabe hineinzuwachsen, können wir ihnen auch einen festen Arbeitsplatz anbieten. Wir sehen es durchaus als unsere gesellschaftliche Aufgabe, Menschen mit Handicap eine Chance zu geben.“

Petra Nissen und Sven Raumann: „Der Neubau ermöglicht uns, viele Prozesse neu zu gestalten, die nicht mehr zeitgemäß waren“, so Raumann. „In einzelnen Bereichen wird zur Entlastung der Mitarbeitenden auch Automatisierung eingesetzt. Als unterstützende Technik wird zukünftig eine komplexe Rohrpostanlage in Betrieb gehen. Dieses Transportmittel ist geradezu perfekt für unsere Bedürfnisse. Mit ihr können zum Beispiel Gewebeproben aus dem OP in Bruchteilen der Zeit, die wir jetzt benötigen, in die Pathologie geschickt werden.“ Dabei erlaubt die Rohrpost auch unterschiedliche Geschwindigkeiten, um empfindliches Transportgut wie Blutproben schonender durchs System zu schicken. Andere Güter werden auf dem Campus jetzt automatisiert mit Hilfe des Fahrerlosen Transport-Systems (FTS) von A nach B gebracht. Das entlastet den ohnehin großen Fuhrpark der Service Stern Nord. Automatisierungen in größerem Umfang wird es vor allem in der ZSVA geben, die dann in Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP) umbenannt wird. Damit Nissen und Raumann den Überblick über die vielfältigen Aufgaben der Service Stern Nord behalten, ist das Unternehmen in fünf Fachbereiche unterteilt: Servicemanagement. Die Servicemanager sind das Bindeglied zwischen den Kliniken und Einrichtungen des UKSH und den einzelnen Fachbereichen der Service Stern Nord. Sie sind auch an der Überwachung der Qualitätsstandards sowie am Reklamationsmanagement maßgeblich beteiligt. Serviceassistenten nehmen außerdem die Menüwünsche der Patienten auf, servieren das Essen und verräumen sowohl Modulware (Verbandsmaterialien etc.), als auch Wäsche. Zentrale Sterilgutversorgung. Die ZSVA reinigt und sterilisiert chirurgische Instrumente nach ihrem Gebrauch und verpackt sie so, dass sie während der Lagerzeit nicht erneut kontaminieren können.

Pro Tag werden an den UKSH-Standorten Kiel und Lübeck rund 9.000 Mahlzeiten in der stationären Versorgung serviert.

Das Qualitätsmanagement der ZSVA ist zertifiziert, engmaschige Kontrollen und eine jährliche Überwachung durch externe Sachverständige sichern die hohe Qualität der Arbeit. Verpflegungsmanagement. In diesen Fachbereich fallen alle Leistungen rund ums Essen. In Lübeck und Kiel werden jährlich etwa 760.000 sogenannte Beköstigungstage versorgt. Der Veranstaltungsservice „Medicus“ bietet auch ein Catering innerhalb und außerhalb des UKSH. Logistik. Neben den tagtäglichen Patienten- und Materialtransporten verwaltet dieser Bereich den Fuhrpark, zu dem auch Kranken- und Rettungst ransportwagen gehören, und betreibt einen Shuttle-Service zwischen Kiel und Lübeck. Die Logistiker sind außerdem verantwortlich für die zentrale Lagerung aller Materialien und betreiben das Abfallmanagement. Hauswirtschaft. Mit etwa 600 Mitarbeitern der personell größte Fachbereich. Verantwortlich für die hygienische Reinigung sämtlicher Räume sowie die Bettenaufbereitung. Zur Hauswirtschaft gehören auch die Teams der Garten- und Landschaftspflege, die die Grünanlagen pflegen und im Winter auch den Räumdienst übernehmen.

Über den fünf Fachbereichen, die für jeden Standort eine Fachbereichsleitung haben, stehen Martha-Luise Lehners (Campus Lübeck) und Nicole Hasenbein (Campus Kiel) als Campusleitungen. Unterstützt werden Geschäfts- und Campusleitung durch Stabsstellen für Betriebsorganisation, Baumasterplanung, Prozess- und Projektmanagement, für Qualitäts- und Risikomanagement sowie für das Betriebliche Gesundheitsmanagement. Mit den Campusleitungen sowie dem Leiter der Betriebsorganisation und dem Qualitätsmanager treffen sich die Geschäftsleiter einmal wöchentlich, um alle anstehenden Fragen zu klären und strategische Entscheidungen zu treffen. Ein weiteres regelmäßiges Treffen gibt es mit den beiden Campusleiterinnen, die über operative und tagesaktuelle Themen berichten.

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