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Gesundheit Auch in der Coronakrise: Jede Pflege ist besser als keine Pflege
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Auch in der Coronakrise: Jede Pflege ist besser als keine Pflege

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00:01 23.04.2021
Prof. Dr. med. Stephan Weidinger
Prof. Dr. med. Stephan Weidinger Quelle: CAU
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Häufiges Händewaschen und Desinfizieren ist unter den Corona-Bedingungen mit die wichtigste Möglichkeit zur Vermeidung von Infektionen. „Das kann aber auch eine Belastung für die Haut bedeuten“, mahnt Prof. Stephan Weidinger, stellvertretender Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel. Durchaus vorkommen kann es aufgrund der hygienebedingten Dauerbeanspruchung, dass Entzündungen der Haut ausgelöst oder verstärkt werden. Leidet jemand etwa unter Handekzemen, dann muss laut Prof. Weidinger die laufende Therapie den aktuellen Bedingungen angepasst werden. Und auch sonst wird stets bezogen auf den jeweiligen Einzelfall nachjustiert, ergänzt der Experte, betont aber zugleich, dass solche Probleme in aller Regel sehr gut beherrschbar sind.

Damit erst gar keine Probleme auftreten, rät der Kieler Mediziner besonders Menschen, die es mit trockener oder empfindlicher Haut zu tun haben, ohne Scheu zur Creme zu greifen.  Zumal dazu nach seinen Worten keineswegs ein tiefer Griff ins Portemonnaie nötig ist: „Im Allgemeinen ist jede Pflege besser als keine Pflege."

Weil kaum etwas so individuell beschaffen ist wie die Haut, können außerdem sogar durchs Tragen von Mundschutz Komplikationen auftreten. Die sind jedoch fast immer von eher harmloser Art und kommen in Form von Irritationen und akneartigen Veränderungen daher. Zudem, so berichtet Weidinger, kann das Corona-Virus selbstHautprobleme verursachen. Die Beschwerden reichen von juckenden Ausschlägen meist während einer akuten Infektion bis zu frostbeulenartigen Hautveränderungen an Fingern und Zehen, die häufig erst nach einer – mitunter ansonsten symptomlosen – Infektion beobachtet werden.

„Die Hauterscheinungen selbst sind aber in der Regel kein echtes Problem und heilen wieder ab", schränkt Stephan Weidinger ein. Mehr Kopfzerbrechen bereitet es ihm, dass besonders in der ersten Corona-Welle, aber auch bis heute mitunter wichtige Vor- und Nachsorgetermine aus Angst vor einer Ansteckung nicht wahrgenommen werden. „Diese Sorge ist völlig unnötig, weil wegen der wirklich sehr umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen am UKSH die Gefahr nicht größer ist als anderswo", betont der stellvertretende Klinikdirektor.

Mit entsprechend gutem Gewissen halten die Verantwortlichen deshalb den regulären Betrieb in praktisch allen Bereichen aufrecht. Das gilt für die allgemeine Ambulanz ebenso wie für die Spezialambulanzen, die sich zum Beispiel mit entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Autoimmun-Erkrankungen befassen. Zugänglich wie immer sind außerdem die Ambulanzen des Hautkrebszentrums, der Allergieabteilung und anderer Bereiche. Genauso gilt das in der Tagesklinik für Behandlungen mit größerem zeitlichen Aufwand. Unter anderem können dort mit UV-Licht kombinierte Badetherapien bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen vorgenommen werden.

Ausdrücklich ermuntern wollen die Ärztinnen und Ärzte der Klinik dazu, das Thema Vorsorge nicht hinter Corona zu schieben. Zumal am UKSH Möglichkeiten geboten werden, die ihresgleichen suchen. Was nicht zuletzt für den mit Unterstützung des UKSH Freunde- und Förderverein Wissen schafft Gesundheit e.V.  angeschafften Body-Scanner gilt, der es erlaubt, die gesamte Hautoberfläche systematisch zu erfassen. Wird ein solcher Check wie empfohlen jährlich wiederholt, können sogar kleinste Veränderungen erkannt werden. „Das bedeutet einen ganz neuen Schritt in der Früherkennung“, freut sich Klinikdirektor Prof. Schwarz über diese Errungenschaft aus dem oberen Regal der Hightech-Diagnostik.

Ganz allgemein kommen Patientinnen und Patienten der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie immer wieder die zahllosen Stärken zugute, die eine derartige Einrichtung unter universitärem Dach zu bieten hat. Bundesweites und in bestimmten Bereichen internationales Spitzenniveau weist das UKSH auf, wenn es um Hautkrebs und entzündliche Erkrankungen der Haut geht. Hier und in zahlreichen weiteren Teildisziplinen profitieren Betroffene von den neuesten Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie, indem sie beispielsweise über die Teilnahme an klinischen Studien frühzeitig innovative und neue Medikamente erhalten.

Gut für die Gesundheit ist aus Sicht des Fachmanns unterdessen auch die Frühlingssonne, so sie sich denn mal häufiger zeigen mag. Zwar kann zu viel UV-Strahlung Hautkrebs auslösen, auf der anderen Seite fördert sie in Maßen genossen die Bildung des lebenswichtigen Vitamins D und stimuliert das Immunsystem.

 
Zum Thema "Berufsdermatosen – Wenn der Job die Haut krank macht" gibt es am 26. April 2021 einen Online-Vortrag unter: www.uksh.de/Gesundheitsforum Kiel/Berufsdermatosen –
Wenn der Job die Haut krank macht

Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Arnold-Heller-Str. 3, 24105 Kiel

www.uksh.de/dermatologie-kiel