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Gesundheit Blasenschwäche – eine neue sanfte Therapie der Volkskrankheit
Mehr Gesundheit Blasenschwäche – eine neue sanfte Therapie der Volkskrankheit
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13:33 07.03.2014
Magnetstuhl als äußere Kontraktionshilfe zum Beckenbodentraining
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Was bedeutet diese Blasenschwäche?

Es bedeutet unfreiwilligen Harnverlust schon beim Lachen, Husten oder bei körperlicher Anstrengung. Das kann verschiedene Ursachen haben.

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Der Beckenboden

Der Beckenboden beherbergt drei Muskelschichten. Wie ein Gitter übereinander liegend stützen sie die Organe im Becken und sind für deren Kontinenz verantwortlich. Die innere Muskelschicht verläuft fächerartig und ist primär zuständig für die Beckenbewegungen.

Die mittlere Schicht besteht hauptsächlich aus dem großen Dammmuskel und hat im Wesentlichen die Aufgabe, das Becken zusammenzuhalten und den Druck abzufangen, der auf das Becken einwirkt. Dieser Muskel ist bei Frauen halb so stark wie bei Männern. Darüber hinaus sorgen Schwangerschaft und Geburt dafür, dass bei über 25 % der Frauen jenseits der Menopause eine deutliche Schwächung festzustellen ist.

Die unterste Muskelschicht umschließt die Vagina, Harnröhre und Anus und bewirkt schnelle Kontraktionen (Schließmuskel) z. B. beim Husten, Niesen oder Lachen. Schließlich kommt der Beckenbodenmuskulatur eine große Bedeutung für die sexuellen Funktionen zu.

Eine Erschlaffung dieser Muskulatur – wesentlich verursacht durch Schwangerschaft, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Lungenerkrankungen, Operationen im Beckenbereich sowie genetische Disposition – führt zu äußerst unangenehmen Symptomen der Belastungs- und Dranginkontinenz, Senkung der Gebärmutter und der Blase sowie diversen Schmerzzuständen (pelvic pain syndrom).

Die Belastungsinkontinenz

Man spricht von einer Belastungsinkontinenz, wenn die Muskulatur des Beckenbodens ihre Verschlussfunktion durch Verlust der Elastizität nicht mehr erfüllen kann. Diese Form tritt vermehrt bei Frauen auf, denn im Laufe der Zeit muss die Beckenbodenmuskulatur eine enorme Belastung aushalten. Vor allem Schwangerschaft, aber auch Übergewicht  und natürlich das Alter sorgen dafür, dass die Elastizität verloren geht. Der Beckenboden senkt sich ab und die Organe, die im Becken liegen, können dann nach vorne fallen. Neben Beckenschmerzen ist vor allem der unfreiwillige Abgang von Urin und Stuhl die Folge. Aber auch Männer, insbesondere im höheren Alter oder nach Radikalentfernung der Prostata, können betroffen sein. Insgesamt leidet jeder dritte Mitbürger über 80 Jahre an Inkontinenz.

Die Dranginkontinenz

Als zweite Form unterscheidet man die Dranginkontinenz, bei der der Harndrang ungewöhnlich oft und stark auftritt. In diesen Fällen müssen die Betroffenen ständig zur Toilette und können trotzdem die ungesteuerte Entleerung der Blase nicht beeinflussen. Die Ursache für die Dranginkontinenz ist häufig nicht zu klären. Es können u.a. neurologische Erkrankungen verantwortlich sein, aber auch Hormonstörungen oder chronische Entzündungen.

Neue Therapiemethode

Es gibt viele Therapiemethoden (medikamentös oder operativ) der Inkontinenzformen, die vom Arzt nach einer differenzierten Diagnostik angewandt werden können. Diese sind nun in jüngster Zeit um eine äußerst patientenfreundliche Variante erweitert worden: den Magnetstuhl als äußere Kontraktionshilfe zum Beckenbodentraining.

Dabei setzt sich der Patient auf einen bürosessel-ähnlichen Stuhl, der von einer Tochtergesellschaft des Elektronik-Konzerns Samsung hergestellt wird. In einem speziell gestalteten Stuhl ist unterhalb der Sitzfläche ein Magnetfeldgenerator untergebracht, der seine Polarität schnell wechseln kann (gepulste Magnetwellen). Die Energie des Magnetfeldes ist stark genug, eine Depolarisation von Nerven und Muskulatur im Bereich des Magnetfelds zu verursachen. In der Literatur findet man diese Behandlungsform daher auch unter dem Begriff ExMI (extracorporal magnetic Innervation). Ein Computer steuert nun die Abgabe von Impulswellen so, dass die Beckenbodenmuskulatur - und nicht nur der Schließmuskel - trainiert wird. Der Magnetfeldgenerator kann in verschiedenen Frequenzen betrieben werden und ist durch den Patienten stufenlos regulierbar. Die Behandlung ist daher für den Patienten sehr angenehm. Er muss sich nicht entkleiden, Elektroden anbringen oder irgendwelche Geräte einführen, vielmehr kann er völlig entspannt direkt auf dem Behandlungsstuhl Platz nehmen und ein Buch lesen, während seine Muskeln trainiert werden, um zu alter Elastizität und Funktion zurück zu finden.

Je nach Verordnung des Arztes genügen 8 bis 12 Sitzungen über 20 Minuten, um zu spürbaren Erfolgen zu kommen. Die Behandlung ist vollkommen nebenwirkungs- und schmerzfrei.

Internationale Studien zeigen, dass die Belastungsinkontinenz bei 34 % der Behandelten behoben werden konnte, bei weiteren 32 % kam es zu einer deutlichen Besserung und eine Teilnahme am sozialen Leben wurde wieder möglich. Bei der Dranginkontinenz konnten sogar 70 % der Patienten von der Behandlung profitieren, die Heilungsrate lag bei 50 %. Gute Erfolge wurden auch bei der Behandlung der chronischen Prostataentzündung und von sexuellen Störungen erzielt.

Dieses neue innovative Therapiekonzept wird u. a. eingesetzt bei:

Harninkontinenz

Chronische Prostatitis

Beckenschmerzen

Sexuelle Störungen

Stuhlinkontinenz

Regeneration nach Geburt

Ausführliche Beratung erhalten Sie in unserer Praxis für Urologie, Dr. Thiemann und Orthmann, Exerzierplatz 30, 24103 Kiel,

Tel.: 0431-9 48 55, www.urologen-am-exer.de