Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Gesundheit Bloß nicht kratzen: Warzen richtig behandeln und entfernen
Mehr Gesundheit Bloß nicht kratzen: Warzen richtig behandeln und entfernen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:45 07.08.2019
Unschön und unangenehm: Warzen. Ursache sind häufig Viren. Quelle: Monique Wüstenhagen
Hannover

Im Schwimmbad, im Hotel oder in der Sauna: Gerade im Sommer gehen viele Menschen häufig barfuß. Da kann es leicht passieren, dass Viren durch kleine Verletzungen in die oberste Hautschicht gelangen. Dort können sie eine Infektion mit Warzen hervorrufen. "Die meisten der gutartigen Wucherungen werden durch humane Papillomaviren (HPV) verursacht”, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen. Von den Viren gibt es unterschiedliche Typen. Je nachdem, welcher Virustyp für die Infektion verantwortlich ist, tritt der Auswuchs an unterschiedlichen Körperregionen auf.

An den Füßen prägen sich vor allem die Dornwarzen aus, die von schwarzen Punkte gekennzeichnet sind. Bei Warzen an der Fußsohle kann es sich auch um Mosaikwarzen handeln, die ganze Ansammlungen stecknadelkopfgroßer Warzen von weißlicher Farbe bilden. Im Gesicht, an den Fingern und manchmal auch unter der Nagelplatte können sich sogenannte gewöhnliche oder auch vulgäre Warzen zeigen. Sie sind stecknadelkopf- bis erbsengroß und erscheinen laut Apothekerkammer Niedersachsen schuppig und blumenkohlartig. An den Händen und im Gesicht nisten sich außerdem die Flachwarzen, auch Planwarzen genannt, ein. Wie der Name vermuten lässt, sind diese recht flach und nur wenige Millimeter klein. Sie treten besonders bei Kindern und Jugendlichen auf.

Lesen Sie auch: Desinfektionsmittel: Ist zu viel Hygiene wirklich schädlich?

Wucherungen niemals aufstechen

Oft sind Warzen nur unschön anzusehen. Je nach Art und der betroffenen Körperstelle können sie aber auch sehr schmerzhaft werden. In jedem Fall sind die Wucherungen, die durch Viren ausgelöst werden, jedoch ansteckend. Daher sollten die Warzen unbedingt behandelt werden. Betroffene müssen dafür aber nicht zwingend zum Arzt gehen. Stattdessen können sie die Warzen mit relativ einfachen Mitteln und Methoden selber behandeln.

Allerdings gilt: Hände weg von scharfen Gegenständen wie Messern oder Nadeln. "Auf keinen Fall dürfen Warzen aufgestochen werden”, warnt die Apothekerkammer. Die Viren werden dadurch an benachbarte oder weiter entfernte Körperstellen übertragen, wo sie sich ebenfalls ansiedeln können. Stattdessen sollten Betroffene sich in der Apotheke informieren, welche Art der Selbstmedikation für sie in Frage kommt. “Kleine oder flache Warzen lassen sich mithilfe eines Stickstoffapplikators vereisen”, erklärt die Apothekerkammer. Nach ein bis drei Behandlungen fallen die Wucherungen demnach ab. Spezielle Pflaster oder Lösungen, die Salicyl- oder Milchsäure enthalten, können die Verhornung von Warzen auflösen. Um die gesunde Haut um die Stelle herum vor den ätzenden Substanzen zu schützen, rät die Apothekerkammer, diese mit einer Fettcreme abzudecken.

Warzen: Dann sollten Sie zum Arzt

Auch warme Hand- und Fußbäder können bei der Behandlung von Warzen helfen. Das Wasser weicht die Haut auf. Dann kann die oberste Hautschicht behutsam mit einem Bimsstein entfernt werden. Zu beachten ist aber: Bis eine Warze verschwindet, können durchaus mehrere Wochen Selbstbehandlung nötig sein - je nachdem, wie tief und dick sie ist.

Zeigt die Behandlung der Warzen auch nach einigen Wochen keinen Erfolg, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. “Die Grenzen der Selbstmedikation sind erreicht, wenn gewöhnliche Dorn-, Flach- oder Mosaikwarzen nicht auf die Therapien ansprechen”, rät die Apothekerkammer. Auch bei einer sehr tief eingewachsenen Dornwarze oder massivem Warzenbefall raten die Experten zu einem Arztbesuch. Das gilt ebenso bei einem unklaren Hautbild, um etwa Hautkrebs auszuschließen.

Nötig wird ein Arztbesuch außerdem, wenn der Po- und Genitalbereich von viral verursachten Knötchen befallen werden. Bei den rötlich bis grau-weißlichen Knötchen handelt es sich um die sogenannten “Feigwarzen”. Diese werden überwiegend durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen und müssen ärztlich behandelt werden.

Auch interessant: Richtig Hände waschen: Darauf müssen Sie achten

Warzen durch Badelatschen und Pflege vorbeugen

Damit sich gar nicht erst Warzen bilden, lautet ein wichtiger Tipp: Badelatschen in Sauna oder Schwimmbad anziehen. Sonst können Viren durch kleine Verletzungen leicht in die Haut geraten und damit Warzen auslösen. “Im Schwimmbad oder nach dem Duschen zu Hause sollte immer darauf geachtet werden, die Zehen- und Fingerzwischenräume gut abzutrocknen”, rät die Apothekerkammer Niedersachsen außerdem. Auch sein Handtuch oder seinen Waschlappen teilt man lieber nicht mit anderen, möglicherweise infizierten Personen. Und: Weil trockene Haut eher zu Rissen neigt, durch die Viren eindringen können, pflegt man sie am besten mit Cremes und duscht nicht zu lang und heiß.

Wie bei so vielen Infektionen gilt: Auch ein gestärktes Immunsystem und eine gute Durchblutung verringern das Risiko. Auch regelmäßige Bewegung an der frischen Luft ist hilfreich. Eine ausgewogene Ernährung tut ihr Übriges.

RND/dpa/lzi

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bei warmen Temperaturen erscheint der Sprung in den Badesee besonders verlockend. Doch dort können gefährliche Blaualgen oder Parasiten lauern. Experten raten zu einigen Vorsichtsmaßnahmen.

Deutsche Presse-Agentur dpa 06.08.2019

Wer sich seinem biologischen Geschlecht nicht zugehörig fühlt, kann seinen Vornamen und den Geschlechtseintrag offiziell ändern lassen. Die Regeln hierfür im Transsexuellengesetz sind jedoch umstritten.

Deutsche Presse-Agentur dpa 06.08.2019

Kein Stress, viel Zeit für Hobbys und Familie - so mancher freut sich auf den Ruhestand. Für einige Neurentner ist die Lebensumstellung aber eine Belastung. Oft leidet dann sogar die Gesundheit. Besonders betroffen sind Gutverdiener.

Deutsche Presse-Agentur dpa 05.08.2019