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Gesundheit Erster Covid-19-Todesfall in Nordkorea gemeldet
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Corona in Nordkorea: Land meldet ersten Todesfall nach Infektion

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08:26 13.05.2022
Nordkorea, Pjöngjang: Auf diesem Bild, das aus einem vom nordkoreanischen Fernsehsender KRT ausgestrahlten Video stammt, trägt Kim Jong-un, Machthaber von Nordkorea, während eines Treffens zur Bestätigung des ersten Corona-Falls im Land einen Mund-Nasen-Schutz.
Nordkorea, Pjöngjang: Auf diesem Bild, das aus einem vom nordkoreanischen Fernsehsender KRT ausgestrahlten Video stammt, trägt Kim Jong-un, Machthaber von Nordkorea, während eines Treffens zur Bestätigung des ersten Corona-Falls im Land einen Mund-Nasen-Schutz. Quelle: Uncredited/KRT/AP/dpa
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Seoul

Nordkorea hat einen ersten Todesfall im Land nach einer Infektion mit dem Coronavirus gemeldet. Seit Ende April seien sechs Menschen mit Fieber gestorben, das sich aus noch ungeklärter Ursache explosionsartig im ganzen Land ausgebreitet habe, berichteten die Staatsmedien am Freitag. Bei einem der Opfer sei die Omikron-Subvariante BA.2 nachgewiesen worden. Erst am Vortag hatte das abgeschottete und autoritär regierte Land zum ersten Mal offiziell seit dem Beginn der Corona-Pandemie vor mehr als zwei Jahren Infektionen mit dem Krankheitserreger bestätigt. Die unbestimmte Zahl von Fällen trat demnach in Pjöngjang auf.

Mehr als 350.000 Menschen entwickelten den Berichten zufolge innerhalb kurzer Zeit das Fieber unbekannten Ursprungs. Bei über 162.000 von ihnen sei es wieder vollständig abgeklungen. Es würden aber noch fast 188.000 in Quarantäne befindliche Patientinnen und Patienten behandelt. Den Angaben zufolge gab es allein am Donnerstag 18.000 neue Fälle mit sogenannten Fiebersymptomen. Unklar war zunächst, bei wie vielen der Fälle es sich tatsächlich um Corona-Infektionen handelt. Nordkorea dürfte über eher rudimentäre Testkapazitäten verfügen.

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Die Zahlen deuteten nach Meinung von Beobachterinnen und Beobachtern das potenzielle Ausmaß des Corona-Ausbruchs in dem Land an. Expertinnen und Experten hatten schon länger gewarnt, Nordkorea könne wegen seines unzureichenden Gesundheitssystems nur schwer mit einem größeren Ausbruch fertig werden.

Lockdown in Nordkorea

Nordkorea selbst sprach vom „ernsthaftesten Notfall des Staats“. Machthaber Kim Jong Un hatte am Donnerstag einen landesweiten Lockdown angeordnet. Alle Städte und Landkreise sollten streng abgeriegelt werden. Wie die Menschen bei einer Ausgangssperre versorgt werden, galt als unklar. Große Teile der Bevölkerung in dem Land mit seinen knapp 26 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern sind nach Angaben von UN-Organisationen unterernährt.

Kim habe bei einem Besuch des staatlichen Epidemie-Präventionszentrums bemängelt, es gebe einen „verwundbaren Punkt“ im bestehenden Notfall-Präventionssystem, berichteten Staatsmedien. Jede Arbeits- und Produktionsstätte sowie sämtliche Wohneinheiten müssten voneinander isoliert werden, wurde Kim zitiert. Er habe sich zuversichtlich geäußert, dass die zuständigen Stellen die „Quellen der Verbreitung der bösartigen Epidemie“ auslöschen könnten.

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Die kommunistische Führung hatte die Landesgrenzen wegen der Pandemie schon früh dichtgemacht, was sich auch stark auf den Handel mit China auswirkte. Im Januar dieses Jahres hatte China zunächst die Wiederaufnahme des Frachtverkehrs mit seinem Nachbarland bestätigt. Ende April wurde der grenzüberschreitende Eisengüterverkehr nach neuen Infektionsfällen in der chinesischen Grenzstadt Dandong jedoch wieder ausgesetzt.

Großteil der Bevölkerung wohl ungeimpft

Bisherige Beteuerungen Nordkoreas, das Coronavirus ferngehalten zu haben, waren international auf Skepsis gestoßen. Eine Ausbreitung des Virus könnte für das Land ernste Auswirkungen haben. Fachleute gehen davon aus, dass die meisten der 26 Millionen Bewohnerinnen und Bewohner ungeimpft sind, zudem ist das Gesundheitssystem nur schwach entwickelt. Gegen die Annahme der über das UN-Beschaffungsprogramm Covax angebotenen Vakzine hat sich die Führung in Pjöngjang bisher gesträubt. Ein solcher Schritt wäre von internationalen Kontrollen begleitet.

Expertinnen und Experten halten es aber für möglich, dass Nordkorea mit dem Eingeständnis von Infektionsfällen nun Hilfe aus dem Ausland anstrebt.

RND/dpa/AP