Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Gesundheit Die Schilddrüsenambulanz des UKSH bietet umfassende Diagnostik und Therapie
Mehr Gesundheit Die Schilddrüsenambulanz des UKSH bietet umfassende Diagnostik und Therapie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:41 08.10.2013
Die Schilddrüsenambulanz des UKSH befindet sich im neuen, hochmodernen Karl-Lennert-Krebscentrum Nord.

Im gesunden Zustand ist die Schilddrüse ein kleines Organ in Form eines Schmetterlings und liegt in der vorderen Halsregion knapp unterhalb des Kehlkopfes. Ihre Hauptaufgabe ist die Produktion von Hormonen, mit denen der Körper eine Reihe vom Stoffwechselvorgängen reguliert. Sie regeln u.a. den Energieverbrauch, die Körperwärme, Herz-Kreislauffunktionen sowie den Mineralstoff- und Wasserhaushalt. Aus Erkrankungen der Schilddrüse können vielfältige Symptome resultieren, deren Ursache häufig nicht erkannt oder die falsch gedeutet wird. Oft wissen die Betroffenen nicht von ihrer Erkrankung. „Daher ist eine ausführliche Anamnese und umfassende Diagnostik sehr wichtig“, sagt Dr. Ulf Lützen, komm. Direktor der Klinik für Nuklearmedizin.

Zwei Arten von Schilddrüsenerkrankungen werden unterschieden: erstens Erkrankungen der Größe und des Aussehens der Schilddrüse  und zweitens Funktionsstörungen wie Über- und Unterfunktionen.  Zu den anatomischen Veränderungen zählen beispielsweise eine Kropfbildung oder Vergrößerungen in Form von Knoten und Zysten. „In den allermeisten Fällen handelt es sich bei knotigen Veränderungen um gutartige Vergrößerungen“, sagt Dr. Lützen. „Sollten sich dennoch in seltenen Fällen bösartigen Erkrankungen bilden, sind diese meist gut zu behandeln.“

Anzeige

Bei einer Funktionsstörung in Form einer Überfunktion (Hyperthreose) werden die Organsysteme übermäßig stimuliert, sodass der gesamte Organismus dauerhaft auf Hochtouren läuft. Mögliche Anzeichen sind u.a. Herzklopfen, Bluthochdruck, Gewichtsverlust trotz guten Appetits, verstärktes Schwitzen, Nervosität, Konzentrations- und Schlafstörungen oder körperliche Leistungsschwäche.  Bei der Unterfunktion (Hypothreose) wird der Organismus unzureichend mit Schilddrüsenhormonen versorgt, was zu einer Verlangsamung der Körperfunktionen führt, so dass der gesamte Stoffwechsel auf Sparflamme läuft. Die Betroffenen sind häufig kälteempfindlich, nehmen an Gewicht zu, obwohl sie nicht anders essen als vorher, und leiden unter vermehrter Müdigkeit und Antriebsschwäche. Auch Konzentrationsstörungen, eine nachlassende Leistungsfähigkeit sowie Wassereinlagerungen sind mögliche Symptome.

Um festzustellen, ob eine Schilddrüsenerkrankung vorliegt, ist eine genaue Diagnostik notwendig. Nach einer umfangreichen Anamnese, einer körperlichen Untersuchung des Patienten und einer Blutuntersuchung kann eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) Aufschluss über Größe, Form und genaue Lage der Schilddrüse geben. Hierbei können Gewebeveränderungen sowie mögliche Kropfbildung oder Knoten schmerzlos und unkompliziert festgestellt werden. Um die Funktion der Schilddrüse zu klären, ist eine Untersuchung mittels Szintigraphie notwendig.  Sie wird von einem Nuklearmediziner durchgeführt und liefert ein Abbild der Funktionen der Schilddrüse.

Ist die Ursache erkannt, verfügen die Mediziner über eine Vielzahl möglicher Behandlungsmethoden. Diese reichen von medikamentösen Therapien über operative Eingriffe bis zu spezialisierten Therapien wie der Radiojodtherapie. Dabei handelt es sich um ein nuklearmedizinisches Verfahren, das ausschließlich in spezialisierten Zentren angewendet werden darf.

Am neuen Standort der Klinik im Karl-Lennert-Krebscentrum Nord an der Feldstraße in Kiel stehen den Ärzten modernste Geräte zur Diagnostik und Therapie zur Verfügung. Die dortige Schilddrüsenambulanz ist Teil des interdisziplinären Hormonzentrums Nord am UKSH. Hier arbeiten die Spezialisten für Nuklearmedizin, Innere Medizin, Chirurgie und Endokrinologie Hand in Hand.
Text/Fotos: UKSH

Dr. Ulf Lützen, komm. Direktor
der Klinik für Nuklearmedizin

Weitere Informationen:

Klinik für Nuklearmedizin,
Molekulare Bilddiagnostik und Therapie
Arnold-Heller-Straße 3, Haus 50 (Feldstr. 21)
24105 Kiel

Tel.: 0431 597-30 60
Internet: www.uksh.de/Nuklearmedizin_Kiel