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Gesundheit Die beste Operation ist eine verhinderte Operation
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10:37 12.12.2016

150.000 Mal im Jahr ersetzen Ärzte in Deutschland das natürliche Hüftgelenk eines Patienten durch eine Endoprothese. Bei den Kniegelenken sind es 120.000. Die HELIOS Ostseeklinik Damp gehört deutschlandweit zu den besten Adressen auf diesem Gebiet. Auch der Focus führt die vor 43 Jahren gegründete Spezialklinik für Wirbelsäule und Gelenke  seit Einführung der Klinikenliste durchgehend als „TOP nationales Krankenhaus Orthopädie/Endoprothetik“. Und trotzdem: „Es geht uns nicht um Quantität, sondern um Qualität, also darum, jedem Patienten bestmöglich und individuell zu helfen“, sagt Dr. Wolfgang Klauser, Chefarzt der Abteilung Orthopädie. „Denn nur wenn Patienten wirklich zufrieden sind, empfehlen sie uns auch weiter.“ Deswegen werde durchaus von einer Operation abgeraten, wenn diese für den Betroffenen nicht - oder noch nicht - die beste Lösung sei, so Klauser.

 

Intensive Diagnostik

„Wir legen Wert darauf, vor einer Gelenkoperation alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten auszuschöpfen“, erklärt Dr. Klauser. Dazu können Patienten auch stationär in der Ostseeklinik aufgenommen werden. Während dieser Zeit werden sie bei Bedarf von Orthopäden, Radiologen, Neurochirurgen, Rheumatologen, Internisten, Schmerz- und Manualtherapeuten untersucht und von einem Therapeutenteam intensiv betreut. So erhalten sie innerhalb kürzester Zeit alle nötigen Anwendungen und Untersuchungen, für die sie sonst wochenlang von einem Termin zum anderen Laufen müssten, aus einer Hand. Und selbst, wenn sich dann abzeichnet, dass dem Patient mit rein konservativen Maßnahmen nicht zu seiner Zufriedenheit geholfen werden kann, muss nicht gleich ein künstliches Gelenk her. „Wir haben Spezialisten für minimalinvasive Operationsverfahren im Haus, denen es nicht selten gelingt, die Notwendigkeit eines Gelenkersatzes um Jahre hinauszuschieben“, sagt Dr. Klauser. So lässt sich wertvolle Zeit gewinnen. Denn beim Gelenkersatz gilt: So spät wie möglich, so früh wie nötig.

 

Der richtige Zeitpunkt

Bei einem gesunden Gelenk gleiten die Gelenkflächen geschmeidig übereinander. Verantwortlich dafür ist eine dicke Knorpelschicht, die nebenbei auch als Puffer beim Gehen, Laufen und Springen dient. Leider ist Arthrose, der Verschleiß dieser Knorpelschichten, weit verbreitet: als Begleiterscheinung des Alters, aber auch als Folge von Verletzungen, Entzündungen, Stoffwechselerkrankungen, Fehl- und Überbelastungen sowie Bewegungsmangel. Der Knorpel wird immer rauer, brüchiger, dünner und weist schließlich regelrechte Löcher auf. Einmal zerstörter Knorpel bildet sich nicht wieder nach.  Schließlich reibt Knochen auf Knochen. Es kommt zu Entzündungen, Schwellungen und Schmerzen. Die Gelenkflächen vergrößern und verformen sich. Die Folge sind Muskelverspannungen, abnehmende Beweglichkeit und vor allem: immer heftigere Schmerzen.

Wer zu lange wartet, riskiert, dass neben der Knorpel- auch die Knochensubstanz Schaden nimmt. Das kann dann den Einbau der Endoprothese verkomplizieren. Zudem birgt die durch den Schmerz verursachte Inaktivität gerade bei älteren Menschen erhebliche Gesundheitsgefahren. Andererseits muss jedem bewusst sein, dass auch ein Kunstgelenk nicht ewig hält. „Zwar können heutzutage Gelenke mehrfach gewechselt werden“, erklärt Dr. Klauser, „doch geht jede Revision mit einem weiteren Verlust an Knochensubstanz einher.“ Deswegen gelte es auch, eigenverantwortlich alles dafür zu tun, das eigene Gelenk möglichst lange gesund zu erhalten bzw. die Lebensdauer einer Endoprothese zu verlängern.   

 

Übergewicht abbauen

Jedes Kilo Zuviel belastet die Gelenke unnötig. Zudem werden im Fettgewebe entzündungsfördernde Stoffe produziert. Wer zum Normalgewicht zurückkehrt, tut sich und seinen Gelenken also gleich zweifach einen Gefallen.   

 

Bewusste Ernährung

Durch die Menge der aufgenommenen Kalorien regulieren wir unser Körpergewicht. Und durch die geschickte Wahl seiner Lebensmittel kann man zusätzlich etwas für seine Gelenkgesundheit tun. Besonders Omega-3-Fettsäuren gelten als entzündungshemmend. Sie stecken z.B. in fettem Seefisch wie Lachs oder Makrele, Nüssen, Avocados und Leinöl. Zuviel rotes Fleisch wird dagegen u.a. durch die enthaltenen Arachidonsäure für Entzündungsprozesse mitverantwortlich gemacht.

 

Bewegen ja, belasten nein

Bewegung ist auch und gerade bei schmerzhaften Gelenkerkrankungen wichtig. Das verhindert, dass sich Muskeln abschwächen oder verkürzen, dadurch die Gelenkkapsel beschädigt und das Gelenk schließlich steif wird. Besonders bewährt haben sich gezielte Krankengymnastik und Bewegung wie Schwimmen oder Aquagymnastik in warmem Wasser. Im Wasser ist der Körper fast schwerelos. Das entlastet die Gelenke. Die Wärme wirkt entspannend und schmerzlindernd. Auch mit einem künstlichen Gelenk können und sollen Menschen sportlich aktiv sein: Wandern, Walken, Schwimmen, Radfahren und sogar Skilanglauf sind durchaus möglich. Bewegung ist sogar gut für das neue Gelenk. Denn starke Muskeln sorgen für Stabilität, verhindern, dass das Gelenk ungleichmäßig oder fehlbelastet wird und schützen vor Stürzen. „Von Sportarten mit schnellen Richtungswechseln oder plötzlichen Stopps wie bei vielen Ballsportarten oder Alpinskifahren würde ich dagegen abraten“, so Klauser.  

 

Regelmäßige Kontrollen

„Egal, wie pfleglich der Besitzer damit umgeht - auch künstliche Gelenke verschleißen irgendwann“, sagt Dr. Klauser. Ein Kunstknie muss nach durchschnittlich 15-20 Jahren, eine Hüfte nach 20-25 Jahren gewechselt werden. Zeichen dafür, dass mit dem Gelenk etwas nicht mehr stimmt, können Schmerzen, Schwellungen, Bewegungseinschränkungen oder ein Gefühl der Instabilität sein. Bei den besonders gefürchteten Infektionen können auch Rötung, Überwärmung und Fieber auftreten. Um Schäden am Knochen zu verhindern, die beim Prothesenwechsel zu gravierenden Problemen führen kann, sollte man alle zwei oder drei Jahre durch eine Röntgenuntersuchung abklären lassen, ob mit dem Kunstgelenk noch alles in Ordnung ist. Bestehen Zweifel daran, empfiehlt sich der Gang in eine Spezialklinik. Denn Wechseloperationen gehören in die Hände spezialisierter Chirurgen.

Vor Infektionen schützen

Eine Endoprothese ist ein Fremdkörper, an dem sich Keime sammeln und vor den körpereigenen Abwehrzellen regelrecht verstecken können. „Deswegen sollten Endoprothesenpatienten vor Zahnarztbehandlungen und selbst kleinsten operativen Eingriffen den behandelnden Arzt auf eine eventuell vorbeugende Antibiotika-Behandlung ansprechen“, rät Dr. Klauser. Auch bei Haut-, Atem- oder Harnwegsinfektionen gilt erhöhte Wachsamkeit.  

 

Realistische Erwartungen

„Mir liegt sehr daran, gemeinsam mit dem Patienten im Gespräch deutlich zu definieren, was er von dem neuen Gelenk erwarten kann und was vielleicht auch nicht“, sagt Dr. Klauser. Denn die Spanne der Erwartungen sei enorm. „Der eine ist zufrieden, sich im Alltag wieder schmerzfrei bewegen zu können, der andere will Bergwandern oder sogar wieder aktiv Fußball spielen“, berichtet Klauser  von seinen Erfahrungen. Was im Endeffekt mit dem neuen Gelenk möglich ist, wird von mehreren Faktoren beeinflusst: dem eigenen Ehrgeiz und Übungsfleiß, Alter, Körpergewicht, eventuellen Begleiterkrankungen, Fitnessgrad und der Muskelkraft vor dem Eingriff und nicht zuletzt auch von der Qualität der Gelenkersatz-Operation. „In der Ostseeklinik stimmt diese Qualität“, so Dr. Klauser.

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