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Gesundheit Die operative Behandlung des Rheumapatienten im Sankt Elisabeth Krankenhaus der Lubinus-Stiftung
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15:01 09.08.2013
PD Dr. med. Martin Fuerst

Die häufigsten rheumatischen Gelenk-erkrankungen sind zum einen nicht entzündliche Gelenkerkrankungen wie
die Arthrose und zum anderen die entzündlichen rheumatischen Erkrankungen wie die rheumatoide Arthritis. Im Gegensatz zur Arthrose, die den „Gelenkverschleiß“ als Folge einer primären Knorpelschädigung bezeichnet, besteht die Ursache für die entzündliche rheumatische Gelenkschädigung in einer entzündlichen Veränderung der Gelenkinnenhaut, der Synovialis. Die Gelenkinnenhaut, die die Gelenkhöhle in jedem Gelenk auskleidet, entzündet sich, beginnt zu „Wuchern“, verändert das Milieu in dem Gelenk und führt über diesen Entzündungsmechanismus zu einer Schädigung des Gelenks. Diese Entzündungsprozesse finden aber nicht nur in den Gelenken statt sondern auch an den Sehnenscheiden und Schleimbeuteln.

In den letzen Jahren hat sich die medikamentöse Therapie rheumatischer Erkrankungen entscheidend verbessert: Mit modernen Medikamenten, den Biologika,  kann die entzündliche Aktivität deutlich reduziert und häufig sogar vollständig unterdrückt werden. Nicht immer ist diese Therapie aber erfolgreich und einzelne Gelenke verhalten sich „rebellisch“ und zeigen trotz intensiver konservativer Bemühungen fortschreitende Entzündung und Schädigung.

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Dann muss über ein operatives Verfahren nachgedacht werden, mit dem Ziel, den Erhalt des Gelenks zu sicher, oder, wenn die Schädigung bereits zu weit fortgeschritten ist, eine gelenkersetzende Therapie anzubieten.

Ein seit vielen Jahren bewährtes OP Verfahren ist die operative Entfernung der Gelenkinnenhaut, die so genannte Synovialektomie. Die Synovialektomie wird heute minimalinvasiv durchgeführt, in der Regel ist eine arthroskopische Operation möglich, mit der sehr effektiv und maximal schonend die entzündete Gelenkinnenhaut entfernt werden kann.

An der Hand und dem Fuß spielt häufig die Kombination aus entzündlicher Sehnenveränderung und entzündlichem Gelenkbefall eine große Rolle. Um eine gute Funktion zu erhalten, können Synovialektomien mit Sehnenwiederherstellung und Gelenkneuformung kombiniert werden. Insbesondere am Handgelenk können auch  (teil-)versteifende Eingriffe notwendig werden, um die Funktion der Hand zu erhalten.

Rechtzeitig durchgeführte rheumaorthopädische Eingriffe können so die Schädigung eines Gelenks stoppen und schwere rheumatische Destruktionen verhindern. Für den Rheumapatienten ist es also entscheidend, regelmäßig zu prüfen, ob ein operatives Vorgehen notwendig wird, um weiteren Schaden am Gelenk zu verhindern!

Schreitet die rheumatische Erkrankung fort kann ein Gelenk derart geschädigt sein, dass ein gelenkerhaltendes Vorgehen nicht mehr aussichtsreich ist und ein künstlicher Gelenkersatz notwendig wird.

Der künstliche Gelenkersatz des Hüft- und Kniegelenks ist – auch beim Rheumapatienten – mittlerweile ein Standarteingriff. Allerdings unterscheidet sich die operative Technik, das Vorbereiten des Patienten auf die Operation und die Nachbehandlung erheblich von der Behandlung von Patienten mit rein verschleißbedingten Gelenkerkrankungen!

Vor der Operation muss insbesondere die Krankheitsaktivität des Patienten, die entzündlichen Begleiterkrankungen und nicht zuletzt die medikamentöse Therapie des Patienten beachtet werden.

Der künstliche Gelenkersatz wird minimalinvasiv, also maximal gewebeschonend, durchgeführt. Besonders zu beachten ist die veränderte Knochenqualität des Rheumapatienten und der geschwächte und entzündlich veränderte Bandapparat. Ein besonderes Augemerk muss auf die zu verwendende Endoprothese gerichtet werden: Sie muss den besonderen Anforderungen des Rheumapatienten, sei es auf Grund seines häufig jungen Alters oder dem mehrfachem Gelenkbefall, der häufig schlechten Knochenqualität und der geschwächten Weichteilsituation, vollständig genügen.

Nach der OP ist die Behandlung des Rheumapatienten auf die speziellen Bedürfnisse des Patienten abzustimmen: Optimale Kontrolle der Entzündungsaktivität und Schmerztherapie, intensive und individuell angepasste physiotherapeutische Behandlung, Ergotherapie und Hilfsmittelversorgung bilden die Grundpfeiler der erfolgreichen operativen Therapie.

PD Dr. med. Martin Fuerst
Wittorfer Straße 89, 24539 Neumünster
Tel. 04321-4 44 25
fuerst@medbaltic.de
Internet: www.medbaltic.de

Sankt Elisabeth Krankenhaus
Königsweg 8,  24103 Kiel
Internet: www.sek-kiel.de