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Gesundheit Erfolgreiche Digitalisierung im UKSH
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09:25 22.03.2019
Jeder Patient des UKSH hat künftig einen LCD-Bildschirm am Bett, über den man nicht nur auf das TV-Programm oder auf das Internet zugreifen kann, sondern beispielsweise auch auf behandlungsbezogene Fragebögen oder ein  Schmerztagebuch. Quelle: Philipp Aissen
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Wie wird das Krankenhaus der Zukunft aussehen? Einen Vorgeschmack gibt das UKSH in Kiel und Lübeck schon in diesem Jahr. Im November beziehungsweise August wird an beiden Standorten die Übergabeeinheit 1 fertiggestellt. Viele innovative Technologien vom Self-CheckIn-Terminal bis zur vollautomatisierten Lagerhaltung im Bereich Sterilisation werden dort konsequent umgesetzt – und das ist laut Rudolf Dück, seit 1. Januar CIO des UKSH, erst der Anfang.

Rudolf Dück ist seit 1. Januar Leiter der Stabsstelle Informationstechnologie am UKSH.

„Der Neubau ist ein offenes Fenster, um die Digitalisierung von Anfang an voranzutreiben. Durch den Effizienzdruck im Gesundheitssektor und den rasanten technologischen Fortschritt wird der Digitalisierungsgrad an allen Krankenhäusern Deutschlands exponentiell zunehmen“, ist sich der IT-Experte sicher. Dass es in den beiden UKSH-Neubauten hochmodern zugehen wird, zeigen schon die Self-CheckIn-Terminals in den Aufnahmebereichen. Ähnlich wie am Flughafen können sich Patienten dort anmelden und Dokumente oder Einwilligungen einscannen. Zugleich ist der Terminal an die Wegeleitung und das Patientenaufrufsystem gekoppelt.

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Für eine freundliche Begrüßung sorgt künftig ein Avatar. Der auf einem Bildschirm visualisierte digitale Mitarbeiter soll seine menschlichen Kollegen in der Aufnahme unterstützen und die Wartezeit des Patienten verkürzen. Vorgestellt wurde der Sprachbot im Rahmen des Healthcare Hackathons, der europaweit größten Veranstaltung zur Entwicklung der digitalen Medizin, die in den vergangenen beiden Jahren in der Kieler Sparkassen-Arena stattfand. „Das zeigt die enge Anbindung an Innovationsformate sowie Forschung und Lehre, von der das UKSH vor allem dank seiner beiden angeschlossenen Universitäten profitiert“, sagt Rudolf Dück. Die fortschreitende Digitalisierung setzt sich im Krankenzimmer fort. Über einen LCD-Bildschirm am Bett haben Patienten Zugriff auf TV, Internet und Video-on-Demand- Dienste. Außerdem können sie über diesen behandlungsbezogene Fragebögen oder ein Schmerztagebuch ausfüllen und an anonymen Zufriedenheitsumfragen teilnehmen. Klinisches Personal wird durch die sogenannten Bedside- Terminals bei der mobilen Visite unterstützt.

Am Bildschirm können Mediziner beispielsweise Befunde aufrufen und die Behandlung mit dem Patienten absprechen. Fast schon ein alter Hut ist hingegen die elektronische Patientenakte, die den Datenaustausch unter den Leistungserbringern wie Ärzten, Kliniken oder Therapeuten ermöglicht. Anstelle von einzelnen Schriftstücken werden – sofern der Versicherte zustimmt – Daten über Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen sowie Impfungen zentral und einrichtungsübergreifend gespeichert. „Das Ziel ist ein mündiger Patient. Über verschiedene Apps wie Vitabook, Vivy oder TK-safe kann er sich alle relevanten Behandlungsdaten wie Röntgenbilder oder Medikationspläne auf das Smartphone herunterladen und ist so stets über die eigene Behandlung im Bilde“, sagt Rudolf Dück. Viele Innovationen finden auch im Hintergrund statt, etwa die Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP). So setzt das UKSH bald auf die voll automatisierte Lagerhaltung im Bereich Sterilisation.

Was vor wenigen Jahren noch wie Science Fiction angemutet hätte, kommt auch bei der Bereitstellung von sogenannten Fallwagen zum Einsatz. Roboterarme und autonom fahrende Roboter gewährleisten eine einsatz- und fachspezifische Kommissionierung von Operationsinstrumenten und -material. Die neue Technik gehe nicht zu Lasten menschlicher Arbeitskräfte, sondern sei vielmehr eine Notwendigkeit, um dem Fachkräftemangel zu begegnen, so Dück. Bereits in Betrieb ist das automatisierte Unit-Dose-System.

Es garantiert, dass alle Arzneimittel von der Klinikapotheke patientenindividuell zusammengestellt, verpackt und direkt an die Stationen geliefert werden. Die Anbindung des Systems an eine Verschreibungssoftware überprüft zugleich den Medikationsplan des zuständigen Arztes auf Wechselwirkungen, um das Risiko menschlichen Versagens zu minimieren. Um Risikominimierung geht es mitunter auch bei ortungsbasierten Diensten, die es zum Beispiel Patienten im kardiologischen Bereich ermöglichen, sich frei in den Klinikgebäuden zu bewegen. Dabei werden die Vitaldaten permanent überwacht. Sollte ein Notfall eintreten, kann der Patient exakt geortet werden. Ferner kommt das sogenannte Tracking beim automatisierten Warentransport oder der Reinigung der Stationsbetten zum Einsatz. Muss etwa ein Bett ausgetauscht werden, drückt der Pfleger auf einen „Dashbutton“ und der Aufbereiter kann das Zimmer ganz einfach lokalisieren. Für Rudolf Dück dient die zunehmende Digitalisierung vor allem dazu, menschliche Kapazitäten optimal zu nutzen und so den Behandlungserfolg sowie den Patientenkomfort zu erhöhen. „Mit den in 2019 umgesetzten Innovationen positioniert sich das UKSH deutschlandweit im Spitzenbereich.“   

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