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Gesundheit AOK-Chef: "Wir brauchen dringend digitale Lösungen"
Mehr Gesundheit

Erkenntnisse aus der ersten Hochphase der Corona-Pandemie

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00:01 27.02.2021
Etwa zwei Drittel der Schleswig-Holsteiner können sich inzwischen vorstellen, sich mit Fragen zu ihrer Gesundheit per Videosprechstunde an einen Arzt zu wenden.
Etwa zwei Drittel der Schleswig-Holsteiner können sich inzwischen vorstellen, sich mit Fragen zu ihrer Gesundheit per Videosprechstunde an einen Arzt zu wenden. Quelle: AOK - HFR
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Das Thema Gesundheit nimmt nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert in der schleswig-holsteinischen Bevölkerung ein. Bei der Frage, um welche Themen sich die Bundesregierung am meisten kümmern sollte, steht die Stärkung des Gesundheitssystems, der Gesundheitsberufe und -forschung mit 83 Prozent auf dem ersten Platz. Gleich dahinter rangiert die Forderung nach mehr Investitionen in Schulen, Bildung und Kinderbetreuung (80 Prozent) und die Belebung von Wirtschaft und Erhalt von Arbeitsplätzen (75 Prozent). „Das Corona-Virus hat unsere Gesellschaft aufgerüttelt und den Wert unseres Gesundheitswesens wieder in den Fokus gerückt. Die Menschen reagieren viel sensibler auf Themen der Gesundheitspolitik und Gesundheitsversorgung“, so Ackermann.

Digitale Lösungen

Der AOK-Chef kündigte an, sich weiterhin für innovative Versorgungsformen in Schleswig-Holstein einzusetzen. Ein gutes Beispiel sieht Ackermann vor allem in Videosprechstunden als Alternative zum Praxisbesuch. Etwa zwei Drittel der Schleswig-Holsteiner können sich inzwischen vorstellen, sich mit Fragen zu ihrer Gesundheit per Videosprechstunde an einen Arzt zu wenden. Die Werte aus der letzten Befragung in 2019 lagen noch deutlich darunter. Während im ersten Quartal 2020 in Schleswig-Holstein nur 771 AOK-Versicherte eine Videosprechstunde nutzten, waren es im zweiten Quartal bereits 4.098.

 

„Wir müssen Gesundheit vernetzt denken“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann

 

Nach Worten des AOK-Chefs habe die Corona-Pandemie gezeigt, wie dringend digitale Lösungen im Gesundheitswesen benötigt werden. „An allen Ecken und Enden offenbart sich, was digitale Vernetzung und intersektorale Plattformen leisten können. Gerade die telemedizinischen Services wie die digitale Fernuntersuchung, -diagnose und -überwachung zeigen, wie gefragt und unverzichtbar sie sind. Aber auch unabhängig von der derzeitigen Pandemie können sie mit dazu beitragen, die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum sicherzustellen. So stehen zum Beispiel einer sinkenden Anzahl verfügbarer Pflegefachkräfte steigende Bedarfe unserer älter werdenden Gesellschaft gegenüber. Vernetzung, Telemedizin und sektorübergreifende Versorgung tragen dazu bei, dieser Herausforderung zu begegnen“, so Ackermann.

„Das Corona-Virus hat unsere Gesellschaft aufgerüttelt“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann. Quelle: AOK - HFR

Reformen erforderlich

Die derzeitige Ausnahmesituation mache deutlich, dass die medizinische Versorgung bislang zwar gut funktioniert habe, sie künftig aber noch viel stärker sektorübergreifend organisiert und flexibel koordiniert werden müsse. „Ohne entsprechende Reformen ist davon auszugehen, dass wir auch nach der Pandemie zum alten Auslastungsrad mit unnötigen Doppel- und Mehrfachuntersuchungen, unwirtschaftlichen Strukturen, zu viel Krankenhausbetten und Defizite in der Notdienst- und Notfallversorgung zurückkehren werden. Denn die Corona-Ereignisse haben weder die Verhältnisse noch das Verhalten von Patienten nachhaltig verändert.“

Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie haben gezeigt, dass Videosprechstunden eine gute Ergänzung zum persönlichen Praxisbesuch sein können. Quelle: AOK - HFR