Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Gesundheit Frauenklinik gründet Gynäkologisches Krebszentrum
Mehr Gesundheit Frauenklinik gründet Gynäkologisches Krebszentrum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:33 28.11.2013
Anzeige

Die Frauenklinik des Städtischen Krankenhauses Kiel feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Seit dem Chefarztwechsel zu Dr. Markus Kuther im Jahre 2007 konnte die Klinik ihr Profil neben dem geburtshilflichen Schwerpunkt mit dem größten Kreißsaal Schleswig-Holsteins, im Hinblick auf die Behandlung von bösartigen Erkrankungen der Frau erweitern und schärfen. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen und um die Qualität der Versorgung personell und strukturell zu verbessern, ist nach einer 2-jährigen Planungsphase und Umsetzungsphase eine Zertifizierung nach DIN ISO 9001:2008 für das Ende 2013 vorgesehen. Im weiteren Verlauf ist eine noch anspruchsvollere und strengere Zertifizierung nach den Kriterien der Deutschen Krebsgesellschaft für das Jahr 2014 vorgesehen.

Neben den personellen und strukturellen Voraussetzungen sieht die Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft eine Mindestmenge von Behandlungszahlen vor. Neben den anspruchsvollen Mindestmengen, welche die Definition eines Zentrums ausmachen, kommen noch Prüfungen der Kooperationspartner mit strengen Auflagen zur Überwachung der Qualität von Diagnostik, Therapie und auch Nachsorge hinzu. 

Anzeige

Die Frauenklinik bietet Patientinnen individuelles gesamtheitliches Konzept für Diagnostik, operative und medikamentöse Therapie
Für die Patientinnen im Großraum Kiel, welche an einer Krebserkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane erkranken, bedeutet dies, dass im Rahmen ihrer Behandlung am Städtischen Krankenhaus Kiel ein gesamtheitliches Konzept für die Diagnostik, operative und auch medikamentöse Therapie ausgearbeitet wird. Hierbei werden die individuellen Fälle in einer Tumorkonferenz vorgestellt. Diese Tumorkonferenz setzt sich aus Experten für die medikamentöse Therapie, den Experten aus der Fachgruppe der Radiologen, spezialisierte Internisten, Pathologen und auch Fachärzte für Strahlentherapie,  gynäkologischen Onkochirurgen und Chirurgen des Hauses zusammen. In Rahmen dieses interdisziplinären Vorgehens liegt ein besonderes Augenmerk auf der gemeinsamen Betrachtung all der Zentrumspatientinnen und die dabei erarbeiteten interdisziplinären Behandlungspläne, die sich an die Leitlinien der Fachgesellschaften anlehnen. Es ist  natürlich möglich, in diesen individuellen Fällen im Rahmen der aus vielen Experten bestehenden Tumorkonferenz von diesen Leitlinien abzuweichen und ein alternatives Therapiekonzept vorzuschlagen. Dennoch werden alle Fälle in regelmäßigen Abständen durch eine Re-Zertifizierung kritisch von Außenstehenden untersucht und beurteilt.

Neben den strukturellen Veränderungen und der ärztlichen Kompetenz liegt auch ein Schwerpunkt in der Aus- und Weiterbildung von speziellen Pflegekräften.

Die erforderlichen operativen Eingriffe werden durch die jeweils leitenden Ärzte durchgeführt, welche eine zusätzliche Ausbildung zum „Gynäkologischen Onkologen“ durchlaufen haben müssen. Dabei ist es beabsichtigt, geregelte Kooperationen mit den onkologischen Chirurgen des Hauses, welche bereits ein Darmkrebs-Zentrum am Städtischen Krankenhaus Kiel gegründet haben, einzugehen. 

Vorteil für Patientinnen – enge Verzahnung ambulanter und stationärer Behandlung
Neben diesem internen Kooperationspartner sieht die Zentrumsgründung auch eine Reihe von ambulanten Kooperationspartnern vor. Dabei geht es um die Verzahnung von ambulanten und stationären Behandlungen, welche sich unter anderem auf die psychische Verarbeitung der Diagnose Krebs und die sich unmittelbar aus der Therapie ergebenen Konsequenzen für den Alltag der Patientin ableiten. So arbeiten im Gynäkologischen Krebszentrum Psychoonkologen, Pflegediagnostiker und der Sozialdienst gemeinsam an Lösungen für die Aufrechterhaltung der Lebensqualität der im Zentrum behandelten Patientinnen.

Durch die im Zentrum geforderte Teilnahme an klinischen Studien erhalten die Patientinnen darüber hinaus Zugang zu den neuesten Therapieoptionen. In diesen über den stationären Aufenthalt hinaus betrachteten Behandlungsprozess sollten insbesondere die niedergelassenen Fachärzte, aber auch Kooperationspartner wie die ambulante palliative Versorgung, aber auch Angehörige einbezogen werden. Die so im Rahmen der Zentrumsbildung eingeführte Verbesserung des Qualitätsmanagement hat das Ziel, die Abläufe zu überprüfen und ggf. kontinuierlich zu verbessern.

Die Leitung des Gynäkologischen Krebszentrums blickt mit viel Zuversicht in die Zukunft  und hofft den bereits hohen Qualitätsstandard beizubehalten und in den kommenden Jahren zum Wohle der Patientinnen weiter auszubauen.

Dr. Markus Kuther, Chefarzt Frauenklinik
Städtisches Krankenhaus Kiel, Gynäkologisches Krebszentrum
Tel.: 0431/1697-1701
Email-Adresse: gkz@krankenhaus-kiel.de