Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Gesundheit Hallux valgus – wann man operieren sollte und mit welchem Operationsverfahren
Mehr Gesundheit Hallux valgus – wann man operieren sollte und mit welchem Operationsverfahren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:32 07.03.2014
Fuß mit Krankheitsbild "Hallux valgus" (links) und nach Operation nach Lapidus (rechts)
Anzeige

Das Schuhwerk sollte beim Spreizfuß ausreichend weit, lang und flach gewählt werden. Kommt es zu Schmerzen, sollte zunächst mit nicht-operativen Methoden, wie zum Beispiel Einlagenversorgung und Krankengymnastik begonnen werden. Wenngleich die Fehlstellung hierdurch nicht beseitigt werden kann, können die Beschwerden jedoch häufig gelindert werden oder sogar verschwinden.

Eine operative Therapie des Hallux valgus sollte dann erwogen werden, wenn nicht-operative Methoden nicht die gewünschte Beschwerdelinderung mit sich bringen. Da Schmerzen hier im Vordergrund stehen, handelt es sich nicht um eine Schönheitsoperation, so dass die Kosten von den Kassen übernommen werden.

Anzeige

Hierbei ist die Wahl des OP-Verfahrens von entscheidender Bedeutung und sollte fußchirurgisch spezialisierten Ärzten vorbehalten werden, die die verschiedenen Verfahren operativ beherrschen. Somit wird gewährleistet, dass die Wahl des OP-Verfahrens der individuellen Fehlstellung der Großzehe angepasst werden kann. Je nach Ursache und Ausprägung der Fehlstellung gibt es verschiedene OP-Verfahren, die am Großzehenstrahl weiter vorne oder weiter hinten anzuwenden sind.

Bei gering bis mittelgradig ausgeprägter Fehlstellung kann eine sog. Chevron-Operation die Fehlstellung erfolgreich beheben. Hierdurch wird das Köpfchen des Großzehengrundgelenkes einige Millimeter verschoben und mit zwei kleinen Schräubchen fixiert. Diese Operation dauert ca. 20 Minuten, der Fuß ist sofort voll belastbar  – in einem Spezialschuh für vier Wochen.

Bei einer stark ausgeprägten Fehlstellung sollte der erste Mittelfußknochen wieder an den Fuß „herangeschwenkt“ und mit einer Platte und Schrauben am Nachbarknochen fixiert werden, um die notwendige Stabilität in den Fuß zu bringen (Operation nach Lapidus). Hierbei ist der Spezialschuh für ca. acht Wochen notwendig.

Zusätzlich wird häufig die sogenannte Akin-Operation durchgeführt, um die Großzehe in sich zu begradigen. Im Falle besonders ausgeprägter Fehlstellungen können Operationsverfahren auch miteinander kombiniert werden. Selbst schwerwiegende Fehlstellungen können somit erfolgreich operiert werden, wenn das korrekte Operationsverfahren gewählt wird.