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Gesundheit In vielen kleinen Schritten
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09:15 20.03.2019
Aktivität ist auch zu Wasser eine gute Idee. Am Sonntag, 22. September 2019, ist das die Devise beim 6. Benefiz-Cup „UKSH setzt Segel gegen Krebs“ in Kiel-Schilksee. Quelle: UKSH

Engagierte Patienten, engagierte Ärzte und Pflegekräfte, engagierte Forschung: Dieser Dreiklang hat in den vergangenen Jahren zwar nicht den immer wieder herbeigeredeten Sieg im Kampf gegen den Krebs gebracht, aber bemerkenswerte Erfolge. „Es gelingt uns immer häufiger, Patienten ein besseres und längeres Leben zu ermöglichen“, bringt es Prof. Christoph Röcken auf den Punkt.

Röcken ist von Haus aus Pathologe und widmet sich seit ungefähr 20 Jahren der Erforschung und Therapie von Krebserkrankungen. Seine Zwischenbilanz: „Den ganz großen Durchbruch gab es nicht, und es wird ihn vielleicht auch nie geben. Aber wir haben immer wieder kleine Schritte geschafft, die im Lauf der Zeit zu dramatischen Verbesserungen geführt haben.“

Am Universitätsklinikum Schleswig- Holstein, wo Prof. Röcken das im Jahr 2013 gegründete Onkologische Zentrum leitet, spiegelt sich diese Einschätzung auch in Zahlen wider. Aktuell laufen in verschiedenen Häusern etwa 100 klinische Studien mit mehr als 1000 freiwillig teilnehmenden Patientinnen und Patienten. Dabei geht es nach seinen Worten immer darum, eine bewährte und gute Therapie noch ein Stück zu verbessern. Zunehmende Bedeutung gewinnt dabei die personalisierte Medizin. Das Prinzip: Nur der Patient, der tatsächlich davon profitiert, bekommt das Medikament A, B oder auch Z. Voran geht es jedoch auch auf diesem Gebiet in kleinen Schritten. Gelingt es, die Lebenszeit, um ein paar Wochen oder auch Monate zu verlängern, dann betrachten das die Ärzte und ebenso die Patienten als Erfolg. Zumal damit dank enormer Verbesserungen im Managament von Nebenwirkungen regelmäßig eine gute Lebensqualität verbunden ist.

Ist aber vielleicht dennoch über diese kleinen Schritte hinaus wenigstens ein Etappensieg in Sicht? Zu weit aus dem Fenster lehnen mag sich der Kieler Professor nicht, wohl aber misst er der Immunonkologie erhebliche Potenziale bei. Dahinter steckt die Idee, das körpereigene Immunsystem zu stärken beziehungsweise wieder aufzubauen, weil es ein Wesensmerkmal des Krebses ist, dass er genau diese Abwehrmechanismen zu umgehen versteht. Sehr gute Erfolge werden mit den in der Immunonkologie angewandten Immun-Checkpoint-Hemmern unter anderem bereits bei Haut- und Harnblasenkrebs erzielt. „Das kann Monate oder Jahre bringen“, erläutert Prof. Röcken.

Dennoch gilt auch für diesen Bereich, dass die Medizin noch lange nicht alles verstanden hat, was sie gern verstehen würde. Und so lange die therapeutischen Bäume nicht in den Himmel wachsen, ist es eine umso bessere Idee, selber etwas zu tun, um gar nicht erst an Krebs zu erkranken. Falls nicht schon geschehen, das Rauchen aufgeben, wenig Alkohol trinken, viel frisches Obst und Gemüse essen, aber auch die Angebote zur Früherkennung wahrnehmen: Wer diese Regeln befolgt, hat nach Überzeugung von Prof. Röcken schon sehr viel richtig gemacht.

Prof. Christoph Röcken macht Mut im Kampf gegen den Krebs.

Kommt es trotz allem zur Diagnose Krebs, spielt die Lebensführung ebenfalls eine große Rolle. Wer etwa während der Chemotherapie unter sportmedizinischer Aufsicht Sport macht, fühlt sich nicht nur psychisch besser, sondern hat auch weniger mit Nebenwirkungen zu kämpfen. Und mehr noch: Neuere Studien zeigen, dass auch die Überlebenszeiten länger sind, wenn sich Betroffene körperlich betätigen.

Auch in einer anderen Hinsicht gibt sich Prof. Röcken durchaus optimistisch. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird Krebs im höheren Alter zwar zunehmend ein Thema, allerdings muss das noch lange nicht das Ende bedeuten. Krebs ist laut Röcken in jeder Lebensphase behandelbar: „Wir therapieren auch über 80-Jährige, und die müssen keineswegs stärker unter Nebenwirkungen leiden als die Jüngeren.“ Noch viele weitere Jahre am Leben zu bleiben, darum geht es in solchen Fällen nicht so sehr, wohl aber darum, sich bis zum Schluss möglichst gut zu fühlen. Und dieses Recht, so finden die Ärzte und Pflegekräfte im Onkologischen Zentrum des UKSH, steht Patientinnen und Patienten in jedem Lebensalter zu.

Qualität mit Zertifikat

Das Onkologische Zentrum am Karl-Lennert-Krebscentrum des UKSH am Campus Kiel wurde im November 2013 als erstes Onkologisches Zentrum in Schleswig- Holstein von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert. Weit mehr als 10.000 Patienten mit der Erstdiagnose Krebs sind hier seither medizinisch betreut worden. Mit der Zertifizierung wird die hohe Qualität der Krebsbehandlung gewürdigt. Die Erfüllung der fachlichen Anforderungen und die Weiterentwicklung des Zentrums werden jährlich durch Fachexperten überprüft, alle drei Jahre muss das Zertifikat neu errungen werden. Die Kliniken und Abteilungen des UKSH in Kiel sind durch ihre Verknüpfung im Onkologischen Zentrum im Kampf gegen Krebserkrankungen immer enger zusammengerückt.

Herzstück der Organkrebszentren sind die Tumorkonferenzen, an denen sich Fachärzte unterschiedlicher Disziplinen beteiligen, um für die individuellen Krankheitsbilder den bestmöglichen Therapieansatz zu erarbeiten. Je nach Bedarf werden auch weitere Berufsgruppen wie Apotheker, Pflegekräfte und Psychoonkologen einbezogen. Mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten der Region arbeiten die Experten des UKSH eng zusammen. Das Onkologische Zentrum in Kiel verfügt über folgende zertifizierte Organkrebszentren und Schwerpunkte: Brustkrebszentrum, Gynäkologisches Krebszentrum, Prostatakrebszentrum, Hautkrebszentrum, Darmkrebszentrum, Pankreaskarzinomzentrum, Leberkrebszentrum, Kopf-Ha ls-Tumor-Zentrum, Schwerpunkt Speiseröhre/Gallenwege/ Neuroendokrine Tumoren/ Dünndarm-Tumoren, Schwerpunkt Lymphom/Leukämie/ Hämatologische Systemerkrankungen.

Seit wenigen Monaten sind auch das Kinderonkologische Zentrum und das Lungenkrebszentrum dabei. Die Interdisziplinäre Onkologische Ambulanz ist die zentrale Anlaufstelle für alle Krebspatienten. Die Räume der Ambulanz befinden sich im Karl-Lennert- Krebscentrum Nord, Haus 50, Feldstraße 21, in Kiel. Die Ambulanz ist montags bis donnerstags von 7 bis 16.30 und freitags von 7 bis 14.15 Uhr unter folgender Rufnummer zu erreichen: 0431-500-225 55. Weitere Informationen und Ansprechpartner auf der Internetseite www.uksh.de/Onkologisches_Zentrum_Kiel/

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