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Gesundheit PSA und Prostata – Was sind die Fakten? Was stimmt, wo liegen die Vorteile und welche Nachteile gibt es bei der Prostata-Vorsorgeuntersuchung?
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Die derzeitige Lebenserwartung eines westeuropäischen Mannes liegt bei etwa 76,9 Jahren. „Durch ausreichend Bewegung, genügend Schlaf, viel Trinken, eine ausgewogene Ernährung und eine gute Genetik lässt sich die Anzahl der Lebensjahre individuell vergrößern“, sagt Professor Christoph Seif vom UROLOGIE Zentrum am Standort Kiel.

Mit jährlich rund 60.000 Neuerkrankungen ist der Prostatakrebs in Deutschland die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Männern. Damit es erst gar nicht so weit kommt, ist eine Vorsorge-Untersuchung  notwendig. „Jeder Mann über 45 Jahre (bei familiärer Vorbelastung ab 40 Jahren) sollte eine jährliche Prostata-Vorsorgeuntersuchung vornehmen lassen“, rät Seif.

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Was den Patienten bei dem Gesundheits-Check erwartet, erklärt er auch: Die Vorsorge besteht aus drei Untersuchungssäulen. Dazu gehören die Bestimmung des Prostata spezifischen Antigens (PSA) im Blut, die Abtastung der Prostata und die Ultraschalluntersuchung. Bei modernsten Ultraschallgeräten wird das traditionelle Ultraschallbild dreidimensional computergestützt ergänzt und z.B. durch qualitative Durchblutungsmessungen (Power Doppler), Graustufenbewertungen (Histo-Scanning o.ä.) oder Härtegradbewertungen der Prostata (Elastographie) in der Aussagekraft untermauert.

 „Die Bedeutung des PSA-Wertes wird immer wieder kontrovers diskutiert, doch zur Diagnostik des Prostatakarzinoms und damit frühzeitiger Behandlungsmöglichkeit ist dieser Blutwert unverzichtbar“, ergänzt Professor Peter Martin Braun vom UROLOGIE Zentrum am Standort Kiel. Der PSA-Test bestimmt das sogenannte prostataspezifische Antigen im Blut. PSA ist ein Eiweiß, das von den Zellen der Vorsteherdrüse produziert und in die Samenflüssigkeit abgegeben wird. Beim gesunden Mann kommt es im Blut in nur sehr geringer Menge vor. Es gibt altersabhängige Höchstwerte sowie Anstiege des PSA-Wertes. „Aber auch wenn der Wert erhöht sein sollte, bedeutet dies nicht sofort, dass eine Krebserkrankung der Prostata vorliegt“, entwarnt Braun. Auch eine gutartige Vergrößerung der Prostata, vorangegangene körperliche Anstrengung wie beispielsweise Fahrradfahren oder eine Entzündung im Körper können für einen erhöhten PSA-Wert verantwortlich sein.

„Der Prostata-Krebs beginnt ohne Frühsymptome, macht zunächst keinerlei Beschwerden“, erklärt Dr. Henrik Stübinger vom UROLOGIE Zentrum am Strandort Friedrichsort. „Je früher er entdeckt wird, desto besser heilbar ist er.“ Auch gibt es bestimmte Prostatakarzinome, die zwar erkannt aber häufig nicht behandelt werden. „Sie werden lediglich beobachtet (watchful waiting) und kontrolliert (active survaillance)“, sagt Stübinger. Wenn sie sich allerdings zu aggressiveren Formen entwickeln, muss die Strategie angepasst und der Krebs therapiert werden.

Auf der anderen Seite gibt es eine ebenso hohe Anzahl von bösartigen Tumoren der Prostata, die aggressiv sind, schneller metastasieren und lebensverkürzend sein können. „Für ihre Behandlung stehen uns heute eine große Anzahl von unterschiedlichen, sehr erfolgreichen Methoden zur Verfügung“, erklärt Professor Seif. So kann die Prostata heutzutage beispielsweise unter Erhaltung der Kontinenz und Potenz erfolgreich operiert und alternativ von „innen“ und „außen“ bestrahlt und mit verschieden (Hormon-) Medikamenten therapiert werden. „Gerade bei der medikamentösen Behandlung gibt es viele versprechende neue Präparate, die uns in den nächsten Jahren zur Verfügung stehen werden“, prognostiziert der Spezialist. Voraussetzung sei allerdings immer die Früherkennung. 

UROLOGIE Zentrum
Alter Markt 11, 24103 Kiel
Tel: 0431/9 90 29 590
UROLOGIE Zentrum Friedrichsort
An der Schanze 38, 24159 Kiel
Tel: 0431/39 88 21
www.urologiezentrum-kiel.de
info@urologiezentrum-kiel.de