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Gesundheit Wenn kleine Gefäßstützen (Stents) einem das Druckgefühl im Herzen nehmen
Mehr Gesundheit Wenn kleine Gefäßstützen (Stents) einem das Druckgefühl im Herzen nehmen
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15:03 28.03.2017
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Ein Bild, das Prof. Dr. Dietmar Krüger, Chefarzt der Klinik für Kardiologie / Innere Medizin I der HELIOS Klinik Schleswig nur zu gut kennt: „Beschwerden des Herzens können vielfältige Ursachen haben. Für mich als Arzt ist es deshalb umso wichtiger, den Patienten selbst zu erleben und anhand einer umfassenden Diagnostik die Beschwerden genau abzuklären.“ Herzbeschwerden sollten dem Experten nach nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Dahinter kann sich eine Erkrankung verstecken, die für die Betroffenen schwere Folgen haben kann, wenn sie nicht erkannt und konsequent behandelt wird.

Als Helmut Petersen vor knapp zwei Jahren in die HELIOS Klinik Schleswig kommt, geht es ihm nicht besonders gut. Das beklemmende Gefühl im Brustbereich und die zunehmende Atemnot bei Belastungen machen dem sonst so rüstigen Rentner zunehmend zu schaffen. Die Beschreibung seiner Symptome deutete auf eine koronare Herzkrankheit – der sogenannten Herzkranzgefäßerkrankung – hin. „Bei diesem Krankheitsbild wird das Herz nicht mehr ausreichend mit Blut und damit nicht mehr mit genügend Sauerstoff und Nährstoffen versorgt“, erklärt Prof. Krüger. Ursächlich dafür sind Verengungen in den Arterien, die durch Kalkablagerungen an den Innenwänden der Blutgefäße entstehen. 

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Eine Ultraschalluntersuchung zeigte, dass Helmut Petersen neben der vermuteten Durchblutungsstörung auch an einer besonderen Herzmuskelerkrankung leidet, an einer sogenannten Kardiomyopathie, die durch eine starke Verdickung des Herzmuskels gekennzeichnet ist. Dieser Muskelwulst erschwert den Austritt des Blutes aus der Herzkammer in die Körperschlagader. In einer ersten Maßnahme wurde die Muskelverdickung durch ein hochdosiertes Medikament behandelt und so der Sauerstoffbedarf des Herzmuskels gesenkt. Doch die Symptome bildeten sich nicht ganz zurück. Daher entschied sich Prof. Krüger für eine Herzkatheteruntersuchung. „Dafür wird ein dünner Kunststoffschlauch, der Herzkatheter, über eine Körperschlagader – in der Leiste oder am Arm – bis zum Herzen vorgeschoben. Mithilfe eines Kontrastmittels können wir die Herzkranzgefäße sichtbar auf dem Röntgenbild darstellen, und bei bedeutsamen Verengungen auch gleich behandeln“, so der Kardiologe. 

Während der Untersuchung stellte Prof. Krüger dann hochgradige Verengungen in gleich zwei Herzkranzgefäßen fest. Er setzte dem 74-Jährigen zwei Stents ein, die die verengten Gefäße wieder öffneten und für eine bessere Durchblutung des Herzens sorgten. Schon kurz nach dem Eingriff merkte Helmut Petersen eine Verbesserung: „Ich fühlte mich frei. Die Beklemmungen waren weg“. Einige Tage später konnte er die Klinik bereits verlassen. Lediglich für die regelmäßigen Kontrolltermine muss er noch in die Klinik kommen. Bei einem solchen stellte sich Ende letzten Jahres dann heraus, dass sich neue Engstellen in den Herzkranzgefäßen gebildet haben, sodass Herr Petersen drei weitere Stents eingesetzt bekam. „Patienten können immer wieder neue Engstellen bekommen. Mit den Stents können wir lediglich die Kranzgefäße an dieser Stelle reparieren“, erklärt der Kardiologe. Wichtig ist, dass Betroffene ihre Beschwerden ernst nehmen und bei einem Arzt vorstellig werden. „Je früher wir Herzbeschwerden erkennen, desto besser können wir diese behandeln und in den Griff bekommen.“ So auch im Fall von Helmut Petersen

Mit den nunmehr fünf Stents machte ihm die koronare Herzerkrankung keine weiteren Probleme – so schien es zumindest. Doch nach wenigen Tagen kam er mit starkem Schwindel- und Ohnmachtsgefühl wieder in die Klinik. Bei einer erneuten Untersuchung stellte sich dann heraus, dass Herr Petersen an einer komplexen Herzrhythmusstörung litt. „Das Herz des Patienten schlug unregelmäßig und zu langsam“, so Prof. Krüger. „Die Ursache liegt oftmals in einer Ermüdungserscheinung des Sinusknoten, dem Taktgeber des Herzens, und kann auch unabhängig von der koronaren Herzerkrankung auftreten.“ Gemeinsam mit dem Patienten entschied Prof. Krüger die Herzrhythmusstörung mit Hilfe eines Herzschrittmachers unter Kontrolle zu bringen. „Ich fühlte mich bei Prof. Krüger gut aufgehoben. Er erklärte meiner Frau und mir jeden Schritt genau und hat sich Zeit für uns genommen“, erzählt Helmut Petersen. Der Eingriff verlief ohne Komplikationen. Helmut Petersen erholte sich gut von dem Eingriff und konnte nach wenigen Tagen das Krankenhaus verlassen. 

Heute geht Helmut Petersen wieder beschwerdefrei durchs Leben. „Jeden Morgen gehe ich jetzt am Nord-Ostsee-Kanal walken. Das war für mich noch vor anderthalb Jahren undenkbar“, erzählt er mit einem Strahlen im Gesicht. Für den leidenschaftlichen Rock’n Roll Tänzer hat ein neues Leben begonnen – und das gerade durch die Stents und einen Herzschrittmacher. „Wenn ich mir Ihre Werte anschaue, haben Sie eine für Ihr Alter entsprechende Leistungsfähigkeit. Das ist großartig, Herr Petersen“, freut sich Prof. Krüger beim erneuten Kontrolltermin in der Klinik. 

*Name von der Redaktion geändert

Vortrag zu Bluthochdruck - Alles eine Frage des Lebensstils?
Kristiane Backheuer 30.03.2017