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Lifestyle Eiernockerl mit Vogelmiere
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22:54 08.04.2016
Leicht, gesund und beinahe kostenlos: Selbstgemachte Eiernockerl auf einem Bett aus Wildkräutern nach einem Rezept von Sarah Wiener. Quelle: Jäkel
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Eiernockerl mit Vogelmiere: ein Gericht aus meiner österreichischen Heimat, gepaart mit meiner noch recht jungen Begeisterung für Wildkräuter. Bevor ich die Kräutervielfalt in der Natur kennenlernte, war die Wiese für mich einfach nur grün. Mir war absolut nicht bewusst, dass man annähernd 80 Prozent aller Pflanzen vor unserer Tür essen kann. Trotzdem sollte man sich von einem Kenner zeigen lassen, was essbar, gar eine Delikatesse ist – und wovon man die Finger lassen sollte.

Vogelmiere genießt den zweifelhaften Ruf eines Gartenunkrauts erster Güte. Überall sieht man erboste Hobbygärtner das Pflänzchen mit seinen winzigen weißen Blütensternen herausreißen oder gar mit Pestiziden vernichten.

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Im Zusammenhang mit Giften (auch wenn diese Mittel "Pflanzenschutzmittel" genannt werden, sind sie nichts anderes!) sollte man sich stets bewusst machen, dass sie nicht nur ungebetenen Pflanzen oder Schadinsekten den Garaus machen, sondern immer auch die Mikrobiologie in der Erde verarmen lassen und nachhaltig schädigen. Pestizide verseuchen zudem das Grundwasser und schmälern die Artenvielfalt drastisch.

"Unkraut" einfach aufessen

Anstatt also Krieg gegen die Natur zu führen, sollten wir sie uns lieber zum Freund machen. In Bezug auf vermeintliches Unkraut geht das ganz einfach: Wir heißen die "ungebetenen" Pflanzen einfach willkommen – und essen sie. Aus Giersch etwa kann man ein wunderbares Pesto oder eine Suppe machen, Brennnessel schmeckt beinahe besser als Spinat und ergibt einen wunderbaren, entschlackenden Tee. Die schon früh im Jahr aus der Erde sprießende Vogelmiere wiederum wird – nicht nur als Heilkraut – etwa eine perfekte Basis für einen Salat.

Dazu wasche ich die Wildkräuter und entferne holzige Stiele und braune Blätter. Die Kräuter werden grob zerpflückt und in eine Schüssel gegeben. Zitronensaft, Raps- oder Walnussöl und 1 Prise Salz dazugeben und gut mit den Kräutern mischen. Fertig ist mein schmackhafter Salat, den es beinahe gratis gibt. Dazu passen wunderbar Knödel, Teigtaschen, Kartoffeln oder Nockerl – also die österreichischen Geschwister der Spätzle.

Nockerl selbstgemacht

Nockerlrezepte gibt es wie Sand am Meer. Ich kann folgendes empfehlen: 150 ml Milch verrühre ich mit 40 g zerlassener Butter und 3 Eiern. Nach und nach hebe ich dann 150 g Mehl unter, bis ein dickflüssiger Teig entsteht. Mit Salz, Pfeffer und frischer Muskatnuss würze ich ab. Dann bringe ich einen großen Topf Wasser mit 3 Prisen Salz zum Kochen. Den Teig lasse ich durch eine Spätzlepresse in das heiße Wasser gleiten. Schwimmen die Nockerl oben, hebe ich sie mit einer Schaumkelle aus dem Wasser.

2 EL Butter zerlasse ich in einer Pfanne und die Nockerl werden darin kurz angebraten. Die restlichen 3 Eier verquirle ich, schmecke mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss ab und gebe sie über die Nockerl. Nun rühre ich so lange, bis das Ei leicht gestockt ist.

Der Salat wird als "Nest" auf die Teller gegeben. Die Eiernockerl kommen in die Mitte und dann kann auch schon serviert werden. Dieses Gericht ist nicht nur leicht, gesund und sättigend, sondern zudem ein Augenschmaus. Bitte ausprobieren!

Einkaufszettel

150 ml Milch
40 g flüssige Butter
6 Eier
150 g doppelt griffiges Mehl (Spätzlemehl, Instantmehl)
frisch geriebene Muskatnuss
2 EL Butter
4 Handvoll Wildkräuter, z.B. Vogelmiere, Süßdolde, Sauerampfer, Wiesenkerbel
2 EL Zitronensaft
2 EL Walnuss- oder Rapsöl
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

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