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Lifestyle Gaumenfreuden aus dem Glas
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19:59 19.08.2016
Perfekt für die Obst- und Beerenerntezeit: Selbst eingemachte Früchte passen hervorragend zu Sarah Wieners Lausitzer Plinsen. Quelle: Paul Pod / CC BY 2.0 / Jaekel
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Seit Wochen wecke ich schon diverses Obst und Gemüse ein. Angefangen hat es dieses Jahr mit Holunderblüten, aus denen ich einige Flaschen Sirup gemacht habe. Als Nächstes kam mein Zauberbaum an die Reihe, der jedes Jahr mit den köstlichsten Ringlotten vollhängt.

Das Entkernen der Edelpflaumen ist etwas mühsam und macht Waschweiberhände, dafür schmeckt die Marmelade fein säuerlich und geheimnisvoll, wenn man nicht zu spät erntet. In Brandenburg nennt man Ringlotten übrigens auch Spillinge, in Frankreich sagt man Reineclauden. Sind keine Ringlotten zur Hand, tun es kleine gelbe und runde rote Pflaumen in der Marmelade aber ebenso gut.

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Meine Kirschholler-Ausbeute fiel anschließend dürftig aus. Kirschholler ist eine Art Kompott, das ich mit etwas Rot- und Portwein verfeinere. Zum Erntehöhepunkt der Kirschen war ich nicht immer da. Den Großteil der Früchte haben daher die Stare stibitzt. Zwischendrin hatte ich Zeit, mich meinen Auberginen und Tomaten zu widmen. Beides habe ich eingekocht, mit etwas Öl, Knoblauch und einem Hauch von Chili. Alle überschüssigen Kräuter, die ich auf meinem Feld und im Garten gefunden habe, wurden fix in Öl eingelegt.

Danach waren die Johannisbeeren dran. Ribisel, besonders die schwarzen, sind eine dankbare Marmelade, weil sie so herrlich selbst gelieren und keinerlei Unterstützung durch Gewürze und Kräuter brauchen. Ich mag keinen Gelierzucker, stattdessen nehme ich im Verhältnis von eins zu eins Bio-Rübenzucker aus Deutschland.

Wer einmal eine Dokumentation gesehen hat, wie Menschen auf Rohrzuckerplantagen ausgebeutet werden, mag auf diese Art von Bitterkeit in Desserts und Kuchen gern verzichten. Der regionale Rübenzucker ist zwar teuer, aber ich kippe ihn ja nicht in den Kaffee, sondern veredele mit ihm meine Marmelade.

Dieser Tage beginnen auch diverse alte Apfelsorten zu reifen. Gerade im ehemaligen Osten fährt man jetzt durch viele Alleen voller Obstbäume, die dazu einladen, sich ein paar Früchte zu pflücken. Doch was macht man dann mit dem ganzen eingeweckten Obst? Ein schnelles und einfaches Rezept sind beispielsweise Lausitzer Plinsen mit eingewecktem Obst.

Die Zubereitung

Zunächst trenne ich die Eier. Die Eigelbe werden mit dem Zucker cremig aufgeschlagen. Das Eiweiß wird mit etwas Salz steif geschlagen. Die Äpfel schäle ich nur, wenn die Schale nicht mehr gut ist. Der Apfel wird vom Kerngehäuse befreit und grob fein gerieben. Danach hebe ich nach und nach Buttermilch und Mehl unter die Eigelbmasse. Die geriebenen Äpfel werden nun dazugegeben, alles wird schnell verrührt und kurz vor dem Backen das Eiweiß untergehoben.

Nun erhitze ich etwas Öl in einer beschichteten Pfanne. Anschließend gebe ich zwei Esslöffel der Masse pro Plinse in die Pfanne. Die Plinsen werden bei mittlerer Hitze beidseitig goldbraun gebraten und eventuell auf Küchenpapier etwas abgetupft. Im 60 bis 80 Grad warmen Ofen werden sie so lang warm gehalten, bis alle Plinsen gebacken sind.

Die Plinsen richte ich auf einer großen Platte an und serviere eingewecktes Obst dazu. Zum Beispiel Holunderbeeren, Zwetschgen, Birnen oder Süßkirschen. Aber vielleicht haben Sie Ihr ganz eigenes Kompott. Sie wissen ja, das Selbstgemachte schmeckt doch immer am besten. Bitte probieren Sie es aus.

Einkaufszettel

5 Eier
50 g Zucker
2 säuerliche Äpfel (oder eben die Äpfel, die ich vor der Haustür habe)
1 EL Buttermilch
180 g Mehl
2 Prisen unbehandeltes Salz
etwas Öl zum Braten

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