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Lifestyle Gebackener Blumenkohl mit Semmelbröseln
Mehr Lifestyle Gebackener Blumenkohl mit Semmelbröseln
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20:00 27.05.2016
Knusprig statt zerkocht: Gebackener Blumenkohl mit Kapern und Semmelbröseln. Quelle: Dennis Hill / CC BY 2.0
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Blumenkohl, oder wie man in der Hauptstadt meiner österreischischen Heimat sagt, Karfiol, ist ein Gemüse, das ich immer mehr liebe, je älter ich werde. Ich glaube, das liegt auch daran, dass in meiner Jugend der Blumenkohl öfter zerkocht war. Dann entwickelt er einen unangenehmen Geruch und eine Konsistenz, für die man keine Zähne braucht. In Wien kam dann noch eine zähe Schicht Béchamel drüber. Dieses Weiß-in-Weiß hat mich schon damals ästhetisch gestört.

Seitdem ich den Blumenkohl aber in wenig heißem Wasser koche oder sogar fast roh esse, liebe ich ihn und besonders auch seinen Strunk. Den Topf befülle ich übrigens nur etwa einen Zentimeter hoch mit Wasser, mehr braucht es gar nicht.

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Die Erweckung meiner innigen Liebe hatte ich übrigens vor 20 Jahren, als ich in Polen ein Filmteam bekocht habe. Am ersten Tag ging ich in ein unscheinbares Restaurant und bestellte Blumenkohlsalat. Ich bekam einen rohen Salat aus klitzekleinen Röschen und einem Hauch von Walnuss und Sesamöl. Es war der wunderbarste Karfiolsalat, den ich je gegessen habe. Blöderweise habe ich nicht nach dem Rezept gefragt, und nach einer Übernachtung sind wir mit dem Filmteam leider schon wieder weitergezogen.

Seit diesem Besuch versuche ich nun, diesen einmaligen Geschmack wieder heraufzubeschwören, aber so ganz gelingt es mir bis heute nicht. Dafür tröste ich mich mit einem Klassiker, der sehr einfach nachzukochen und auch polnischen Ursprungs ist – neben einer tschechischen Oma habe ich nämlich auch polnische Vorfahren.

Die Zubereitung:

Den Blumenkohl putze ich in Salzwasser, bis eventuelle Insekten auf dem Wasser schwimmen und teile ihn dann in kleine Röschen. Den Stiel schäle ich ein bisschen und schneide ihn in Scheiben. Beides benetze ich nun mit dem Öl und würze es mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss. Den Kohl lege ich dann auf ein Backblech und gare ihn bei 250 °C Ober- und Unterhitze 15 Minuten im Backofen.

In der Zwischenzeit schmelze ich Butter in einem kleinen Topf und brate Kapern darin so lang, bis sie beginnen, knusprig zu werden. Dann hole ich die Kapern heraus und lasse sie auf Küchenpapier abtropfen. Die Semmelbröseln kommen nun in die Butter und werden so lang gebraten, bis sie goldbraun und knusprig sind. Mit einer Prise Salz und Muskatnuss würze ich sie. Aber Vorsicht: Die Brösel brennen gern an. Die Bio-Eier koche ich ungefähr acht Minuten, schäle sie und hacke sie fein.

Ist der Blumenkohl gar und an einigen Stellen braun geröstet, gebe ich alles auf eine große Platte. Mit der Bröselbutter übergieße ich den Karfiol und bestreue alles mit den Kapern und dem Ei. Wenn ich noch ein paar Kräuter herumstehen habe, dann zupfe ich Thymian oder hacke Petersilie und streue sie noch darüber.

Manchmal mache ich mir einen grünen Salat dazu und ein gebuttertes Sauerteigbrot. Da kann kein Steak mithalten! Bitte probieren Sie es mal aus.

Einkaufszettel

Für 4 Personen:

1 großen Blumenkohl
3 EL Sonnenblumenöl
4 EL Butter
2 EL Kapern ohne Flüssigkeit
4 EL Semmelbrösel
4 Bio-Eier
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
frisch geriebene Muskatnuss

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